Google Cloud für AWS-Experten

Aktualisiert am 18. März 2021

Dieser Leitfaden vermittelt Experten, die mit Amazon Web Services (AWS) vertraut sind, die wichtigsten Konzepte für den Einstieg in Google Cloud. Die Anleitung vergleicht Google Cloud mit AWS und hebt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden hervor. Zusätzlich bietet der Leitfaden Zuordnungen von AWS-Konzepten und -Terminologie zu den entsprechenden Produkten, Konzepten und der Terminologie in Google Cloud.

Es ist nicht Ziel dieses Leitfadens, die Syntax und Semantik des SDK, der APIs oder der Befehlszeilentools zu vergleichen, die in AWS und Google Cloud enthalten sind.

Dienste im Vergleich

Eine Zuordnung aller GCP-Dienste zu Entsprechungen in AWS finden Sie in unserem Dienstvergleich.

Vorteile von Google Cloud

Seit über 20 Jahren baut Google eine der schnellsten, leistungsfähigsten und hochwertigsten Cloud-Infrastrukturen der Welt auf. Intern verwendet Google diese Infrastruktur für mehrere globale Dienste mit hohem Traffic, darunter Gmail, Maps, YouTube und die Google-Suche. Wegen des Umfangs dieser Dienste hat Google viel Arbeit in die Optimierung der Infrastruktur gesteckt sowie Tools und Dienste für deren effektive Verwaltung entwickelt. Mit Google Cloud stehen diese Infrastruktur und diese Verwaltungsressourcen auch Ihnen zur Verfügung.

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Regionen und Zonen

Fast alle AWS-Produkte werden innerhalb von Regionen in der ganzen Welt bereitgestellt. Jede Region besteht aus einer Gruppe von Rechenzentren, die sich relativ nah aneinander befinden. Amazon unterteilt Regionen in Verfügbarkeitszonen. Ähnlich teilt Google Cloud die Verfügbarkeit der Dienste in Regionen und Zonen auf, die sich auf der ganzen Welt befinden. Eine vollständige Zuordnung der globalen Regionen und Zonen von Google Cloud finden Sie unter Cloud-Standorte.

Einige Google Cloud-Dienste befinden sich aber auf einer multiregionalen Ebene statt auf einer stärker unterteilten regionalen oder zonalen Ebene. Zu diesen Diensten gehören Google App Engine und Google Cloud Storage. Aktuell sind die verfügbaren multiregionalen Standorte die USA, Europa und Asien.

Jede AWS-Region ist konzeptionell isoliert und unabhängig von anderen AWS-Regionen. Mit diesem Konzept sorgen Sie dafür, dass sich die Verfügbarkeit einer Region nicht auf die Verfügbarkeit anderer Regionen auswirkt und Dienste in verschiedenen Regionen unabhängig bleiben. Auch die Regionen von Google Cloud sind aus Verfügbarkeitsgründen voneinander isoliert. In Google Cloud ist jedoch eine Funktion integriert, mit der Daten regionsübergreifend synchronisiert werden können, falls ein bestimmter Google Cloud-Dienst dies erfordert.

Sowohl AWS als auch Google Cloud haben an vielen weiteren Standorten auf der ganzen Welt Points of Presence (POPs). Diese POP-Standorte helfen, Inhalte näher am Endnutzer zu speichern. Die beiden Plattformen nutzen die jeweiligen POP-Standorte jedoch auf verschiedene Art:

  • AWS nutzt POPs, um ein Content Delivery Network (CDN) bereitzustellen – CloudFront. CloudFront bietet Edge-Caching für Dienste wie Amazon S3 Transfer Acceleration und Lambda@Edge.
  • Google Cloud nutzt POPs, um Google Cloud CDN (Cloud CDN) und ein enthaltenes Edge-Caching für Dienste wie Google App Engine und Google Cloud Storage bereitzustellen.

Die POPs von Google Cloud sind über Glasfaserkabel von Google mit Rechenzentren verbunden. Diese ungehinderte Verbindung bedeutet, dass GCP-basierte Anwendungen schnellen, zuverlässigen Zugriff auf alle Dienste in der Google Cloud haben.

Zusammenfassend lassen sich die AWS-Standortbegriffe und -konzepte denen von Google Cloud so zuordnen:

Konzept AWS-Begriff Google Cloud-Begriff
Cluster von Rechenzentren und Diensten Region Region
Abstrahiertes Rechenzentrum Verfügbarkeitszone Zone
Edge-Caching POP (auf CloudFront basierende Dienste) POP (mehrere Dienste)

Konten, Einschränkungen und Preise

Um einen AWS-Dienst zu nutzen, müssen Sie sich für ein AWS-Konto registrieren. Nachdem Sie diesen Vorgang abgeschlossen haben, können Sie jeden Dienst mit Ihrem Konto innerhalb der von Amazon festgelegten Einschränkungen starten und diese Dienste werden Ihrem Konto in Rechnung gestellt. Falls nötig, können Sie Abrechnungs- und Unterkonten erstellen, die zusammengerechnet werden. Auf diese Art können Organisationen eine standardmäßige Fakturierungsstruktur emulieren.

Ebenso müssen Sie ein Google-Konto einrichten, um die Dienste von Google Cloud nutzen zu können. Google Cloud gruppiert jedoch Ihre Dienstnutzung nach Projekt und nicht nach Konto. Mit diesem Modell können Sie mehrere, vollkommen separate Projekte mit dem gleichen Konto erstellen. Im Umfeld einer Organisation kann dieses Modell vorteilhaft sein, da es Ihnen erlaubt, Projektorte für separate Abteilungen oder Gruppen innerhalb Ihres Unternehmens zu erstellen. Dieses Modell kann auch für Tests nützlich sein: Wenn Sie ein Projekt abgeschlossen haben, können Sie es löschen, und alle Ressourcen, die von diesem Projekt erstellt wurden, werden ebenfalls gelöscht.

AWS und Google Cloud haben standardmäßig für neue Konten weiche Limits für ihre Dienste. Diese weichen Limits sind nicht an technische Beschränkungen für einen gegebenen Dienst gebunden – stattdessen sollen Sie helfen, missbräuchliche Konten davon abzuhalten, exzessiv Ressourcen zu nutzen und das Risiko für neue Nutzer zu beschränken, indem sie davon abgehalten werden, mehr als geplant für die Erkundung der Plattform auszugeben. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Anwendung über diese Limits hinausgewachsen ist, bieten AWS und Google Cloud unkomplizierte Möglichkeiten, mit den entsprechenden internen Teams Kontakt aufzunehmen, um die Limits für ihre Dienste anzuheben.

Da die Preise dazu neigen, sich schneller zu ändern als die Kernfunktionen oder Dienste, wird bei dieser Reihe von Artikeln nach Möglichkeit versucht, auf genaue Preisangaben zu verzichten. In den Artikeln wird jedoch das Preismodell diskutiert, das hinter jedem Dienst steht, wenn dies hilfreich ist. Für aktuelle Preisvergleiche zu Ihrer Lösung stehen Ihnen der Preisrechner von Amazon und der Preisrechner für Google Cloud zur Verfügung. Mit diesen können Sie herausfinden, welche Konfiguration in Bezug auf Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosten die beste Wahl darstellt.

Webkonsolen und Befehlszeilen

AWS und Google Cloud bieten beide eine webbasierte Konsole. Jede Konsole erlaubt es Nutzern, ihre Ressourcen zu erstellen, zu verwalten und zu überwachen. Die Konsole für Google Cloud finden Sie unter https://console.cloud.google.com/.

AWS und Google Cloud bieten auch jeweils eine Befehlszeile zur Interaktion mit den Diensten und Ressourcen. Bei AWS ist dies die Amazon CLI und bei Google Cloud das Cloud SDK. Beide sind einheitliche Befehlszeilen für alle Dienste. Sie sind plattformübergreifend mit Binärprogrammen für Windows, Linux und macOS. Das Cloud SDK in Google Cloud können Sie außerdem im Webbrowser nutzen. Dazu verwenden Sie Google Cloud Shell. Cloud Shell bietet außerdem vorinstallierte Dienstprogramme und vordefinierte Umgebungsvariablen.

Diensttypen

Allgemein bieten Cloudplattformen eine Reihe von grundlegenden Diensten für Computing, Speicher, Netzwerke und Datenbanken. Die grundlegenden Dienste von AWS umfassen:

  • Computing: Amazon Elastic Compute Cloud (EC2)
  • Speicher: Amazon Simple Storage Service (S3) und Amazon Elastic Block Store (EBS)
  • Netzwerk: Amazon Virtual Private Cloud (VPC)
  • Datenbanken: Amazon Relational Database Service (RDS) und Amazon DynamoDB

Die grundlegenden Dienste von Google Cloud umfassen:

  • Computing: Google Compute Engine und Google App Engine
  • Storage: Google Cloud Storage und Google Persistent Disk
  • Netzwerk: Google Virtual Private Cloud
  • Datenbanken: Google Cloud SQL, Google Firestore und Google Cloud Bigtable

Bei beiden Plattformen gibt es andere höherstufige Dienste, die auf diesen Diensten aufbauen. Diese höherstufigen Dienste können in fünf Kategorien eingeteilt werden:

  • Anwendungsdienste: Dienste für die Optimierung von Anwendungen in der Cloud. Beispiele hierfür sind Amazon SNS und Google Pub/Sub.
  • Dienste für Big Data und Analyse: Dienste zur Verarbeitung von großen Datenmengen wie Amazon Kinesis und Google Dataflow.
  • Dienste für maschinelles Lernen: Dienste für die Einbindung wahrnehmender KI wie Bild- oder Spracherkennung oder zum Trainieren und Bereitstellen eines eigenen Modells für maschinelles Lernen. Beispiele hierfür sind Amazon SageMaker und Google AI Platform.
  • Verwaltungsdienste: Dienste zum Beobachten der Leistung einer Anwendung. Beispiele hierfür sind Amazon CloudWatch und Google Cloud Monitoring.
  • Sicherheitsdienste: Dienste zum Schutz Ihrer Google Cloud-Ressourcen. Beispiele hierfür sind AWS Shield, AWS Identity and Access Management (IAM), Google Cloud Armor und Identity and Access Management (IAM).

Nächste Schritte

Sehen Sie sich die Artikel über Google Cloud für AWS-Experten zu jedem Diensttyp an: