Google Cloud Platform für AWS-Experten

Aktualisiert am 29.06.2016

Dieser Leitfaden vermittelt Experten, die mit Amazon Web Services (AWS) vertraut sind, die nötigen Schlüsselkonzepte für den Einstieg in die Google Cloud Platform. In diesem Leitfaden wird die Cloud Platform mit AWS verglichen und die Ähnlichkeiten und Unterschiede werden hervorgehoben. Zusätzlich bietet dieser Leitfaden eine Kurzreferenz zur Zuordnung von AWS-Produkten, -Konzepten und der AWS-Terminologie zu den entsprechenden Produkten, Konzepten und zu der Terminologie in der Cloud Platform.

Vorteile der Google Cloud Platform

Seit 15 Jahren baut Google eine der weltweit schnellsten, leistungsfähigsten und hochwertigsten Cloudinfrastrukturen auf. Intern verwendet Google diese Infrastruktur für mehrere globale Dienste mit hohem Traffic, darunter Gmail, Maps, YouTube und die Google-Suche. Wegen der Größe und Skalierung dieser Dienste hat Google viel Arbeit in die Optimierung der Infrastruktur gesteckt und eine Gruppe von Tools und Diensten entwickelt, um sie effektiv zu verwalten. Die Google Cloud Platform legt diese Infrastruktur und diese Verwaltungsressourcen in Ihre Hände.

Regionen und Zonen

Fast alle AWS-Produkte werden innerhalb von Regionen in der ganzen Welt bereitgestellt. Jede Region besteht aus einer Gruppe von Rechenzentren, die sich relativ nah aneinander befinden. Amazon teilt jede Region in zwei oder mehr Verfügbarkeitszonen auf. In ähnlicher Weise teilt die Cloud Platform die Verfügbarkeit der Dienste in Regionen und Zonen auf, die sich auf der ganzen Welt befinden. Eine komplette Zuordnung der globalen Regionen und Zonen der Cloud Platform finden Sie unter Cloudstandorte.

Zudem befinden sich einige Cloud Platform-Dienste auf einer multiregionalen Stufe statt auf der stärker unterteilten regionalen oder zonalen Stufe. Diese Dienste umfassen Google App Engine und Google Cloud Storage. Aktuell sind die verfügbaren multiregionalen Standorte die USA, Europa und Asien.

Jede AWS-Region ist konzeptionell isoliert und unabhängig von anderen AWS-Regionen. Dieses Konzept stellt sicher, dass die Verfügbarkeit einer Region nicht die Verfügbarkeit anderer Regionen beeinflusst. In ähnlicher Weise sind die Regionen in der Cloud Platform aus Gründen der Verfügbarkeit voneinander isoliert. Die Cloud Platform hat jedoch eine eingebaute Funktionalität, die es Regionen ermöglicht, Daten gemäß dem Bedarf eines gegebenen Cloud Platform-Dienstes über Regionen zu synchronisieren.

Sowohl AWS als auch die Cloud Platform haben Points of Presence (POPs) an vielen weiteren Standorten auf der Welt. Diese POP-Standorte helfen, Inhalte näher am Endnutzer zu speichern. Jede Plattform nutzt die jeweiligen POP-Standorte jedoch auf andere Art:

  • AWS nutzt POPs, um einen Netzwerkdienst für Content-Übermittlung (CDN) bereitzustellen: Amazon CloudFront.
  • Die Cloud Platform nutzt POPs, um Google Cloud CDN bereitzustellen und um eingebautes Edge-Caching für Dienste wie App Engine und Cloud Storage zu bieten.

Die POPs in der Cloud Platform verbinden sich über Kabel von Google mit Rechenzentren. Diese ungehinderte Verbindung bedeutet, dass Anwendungen in der Cloud Platform schnellen, verlässlichen Zugriff auf alle Dienste in der Cloud Platform haben.

Zusammenfassend lassen sich die Standorte, Begriffe und Konzepte von AWS wie folgt mit denen von Google vergleichen:

Konzept AWS-Begriff Begriff in der Google Cloud Platform
Cluster von Rechenzentren und Diensten Region Region
Abstrahiertes Rechenzentrum Verfügbarkeitszone Zone
Edge-Caching POP (nur CloudFront) POP (mehrere Dienste)

Konten, Einschränkungen und Preise

Um einen AWS-Dienst zu nutzen, müssen Sie sich für ein AWS-Konto registrieren. Nachdem Sie diesen Vorgang abgeschlossen haben, können Sie jeden Dienst mit Ihrem Konto innerhalb der von Amazon festgelegten Einschränkungen starten und diese Dienste werden Ihrem spezifischen Konto in Rechnung gestellt. Falls nötig, können Sie Abrechnungs- und Unterkonten erstellen, die zusammengerechnet werden. Auf diese Art können Organisationen eine standardmäßige Fakturierungsstruktur emulieren.

Die Cloud Platform setzt ebenso die Einrichtung eines Google-Kontos voraus, um die Dienste verwenden zu können. Die Cloud Platform gruppiert Ihre Dienstnutzung jedoch nach Projekt, nicht nach Konto. In diesem Modell können Sie mehrere, vollkommen separate Projekte mit dem gleichen Konto erstellen. In dem Umfeld einer Organisation kann dieses Modell vorteilhaft sein, da es Ihnen erlaubt, Projektorte für separate Abteilungen oder Gruppen innerhalb Ihres Unternehmens zu erstellen. Dieses Modell kann auch für Tests nützlich sein: Nachdem Sie mit einem Projekt fertig sind, können Sie das Projekt löschen, und alle Ressourcen, die von diesem Projekt erstellt wurden, werden ebenfalls gelöscht.

AWS und die Cloud Platform haben beide standardmäßige weiche Grenzen für die Dienste für neue Konten. Diese weichen Grenzen sind nicht an technische Beschränkungen für einen gegebenen Dienst gebunden – stattdessen sollen Sie helfen, missbräuchliche Konten davon abzuhalten, exzessiv Ressourcen zu nutzen und das Risiko für neue Nutzer zu beschränken, indem sie davon abgehalten werden, mehr als geplant für die Erkundung der Plattform auszugeben. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Anwendung über diese Beschränkungen hinausgewachsen ist, bieten AWS und die Cloud Platform unkomplizierte Wege an, mit den entsprechenden internen Teams in Kontakt zu treten, um die Beschränkungen für Ihre Dienste anzuheben.

Da die Preise dazu neigen, sich schneller zu ändern als die Kernfunktionen oder Dienste, wird bei dieser Reihe von Artikeln nach Möglichkeit versucht, auf spezifische Preise zu verzichten. In jedem Artikel wird jedoch das Preismodell, das hinter jedem Dienst steht, diskutiert, wenn es hilfreich ist. Für aktuelle Preisvergleiche für Ihre Lösung stehen Ihnen der Preisrechner von Amazon und der Preisrechner für die Cloud Platform zur Verfügung. Mit diesen können Sie herausfinden, welche Konfiguration die höchste Flexibilität und Skalierbarkeit bietet und die niedrigsten Kosten verursacht.

Oberflächen zur Ressourcenverwaltung

AWS und die Cloud Platform bieten jeweils eine Befehlszeilenoberfläche (CLI) zur Interaktion mit den Diensten und Ressourcen. Bei AWS ist dies die Amazon CLI und bei der Cloud Platform das Cloud SDK. Beide sind umfassende Befehlszeilenschnittstellen für alle Dienste. Sie sind plattformübergreifend und enthalten Binärprogramme für Windows, Linux und Mac OS X. Außerdem können Sie in der Cloud Platform das Cloud SDK im Webbrowser nutzen. Verwenden Sie dazu Google Cloud Shell.

AWS und die Google Cloud Platform bieten auch webbasierte Konsolen. Jede Konsole erlaubt es Nutzern, ihre Ressourcen zu erstellen, verwalten und zu überwachen. Die Konsole für die Google Cloud Platform finden Sie unter https://console.cloud.google.com/.

Diensttypen

Allgemein bieten Cloudplattformen eine Reihe von Basisdiensten für Computing, Speicher, Netzwerke und Datenbanken. Zu den grundlegenden Diensten von AWS gehören:

  • Computing: Amazon Elastic Compute Cloud (EC2)
  • Speicher: Amazon Simple Storage Service (S3) und Amazon Elastic Block Store (EBS)
  • Netzwerk: Amazon Virtual Private Cloud (VPC)
  • Datenbanken: Amazon Relational Database Service (RDS) und Amazon DynamoDB

Zu den grundlegenden Diensten der Cloud Platform gehören:

  • Computing: Google Compute Engine und Google App Engine
  • Speicher: Google Cloud Storage
  • Netzwerk: Google Cloud DNS und Google Cloud Interconnect
  • Datenbanken: Google Cloud SQL, Google Cloud Datastore und Google Cloud Bigtable

Bei beiden Plattformen gibt es andere höherstufige Dienste, die auf diesen Diensten aufbauen. Diese höherstufigen Dienste können in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Anwendungsdienste: Dienste für die Optimierung von Anwendungen in der Cloud. Beispiele hierfür sind Amazon SNS und Google Cloud Pub/Sub.
  • Big Data- und Analysedienste: Dienste zur Verarbeitung von großen Datenmengen wie Amazon Kinesis und Google Cloud Dataflow.
  • Verwaltungsdienste: Dienste zur Überwachung der Leistung einer Anwendung. Beispiele hierfür sind CloudWatch von Amazon und Stackdriver Monitoring von Google.

Dienste im Vergleich

In der folgenden Tabelle werden die verschiedenen verfügbaren Dienste in AWS und der Cloud Platform miteinander verglichen.

Dienstkategorie Dienst AWS Google Cloud Platform
Computing IaaS Amazon Elastic Compute Cloud Compute Engine
PaaS AWS Elastic Beanstalk App Engine
Container Amazon Elastic Compute Cloud Container Service Kubernetes Engine
Serverlose Funktionen AWS Lambda Cloud Functions
Netzwerk Lastenausgleichsmodul Elastic Load Balancer Cloud Load Balancing
Peering Direct Connect Google Cloud Interconnect
DNS Amazon Route 53 Cloud DNS
Speicher Objektspeicher Amazon Simple Storage Service Cloud Storage
Blockspeicher Amazon Elastic Block Store Nichtflüchtiger Speicher
Kalter Datenspeicher Amazon Glacier Cloud Storage Nearline
Dateispeicher Amazon Elastic File System Cloud Filestore (Betaversion)
Datenbank RDBMS Amazon Relational Database Service Cloud SQL, Cloud Spanner
NoSQL: Schlüsselwert Amazon DynamoDB Cloud Datastore, Cloud Bigtable
NoSQL: Indexiert Amazon SimpleDB Cloud Datastore
Big Data und Analyse Batch-Datenverarbeitung Amazon Elastic MapReduce Cloud Dataproc, Cloud Dataflow
Stream-Datenverarbeitung Amazon Kinesis Cloud Dataflow
Stream-Datenaufnahme Amazon Kinesis Cloud Pub/Sub
Analyse Amazon Redshift BigQuery
Anwendungsdienste Benachrichtigungen Amazon Simple Notification Service, Amazon Simple Queueing Service Cloud Pub/Sub
Verwaltungsdienste Überwachung Amazon CloudWatch Stackdriver Monitoring
Bereitstellung AWS CloudFormation Deployment Manager

Weitere Informationen

Lesen Sie die Artikel zur Google Cloud Platform für AWS-Experten für die einzelnen Diensttypen:

Hat Ihnen diese Seite weitergeholfen? Teilen Sie uns Ihr Feedback mit:

Feedback geben zu...

Google Cloud Platform für AWS-Experten