Größenempfehlungen für verwaltete Instanzgruppen anwenden

Compute Engine gibt Empfehlungen für Maschinentypen, mit denen Sie die Ressourcen in Ihren verwalteten Instanzgruppen effizienter nutzen können. Der Google Stackdriver Monitoring-Dienst generiert diese Empfehlungen anhand der von ihm erfassten Systemmesswerte. Entscheiden Sie anhand dieser Empfehlungen, ob der Maschinentyp Ihrer Instanzen durch Hinzufügen oder Entfernen von vCPU- und Arbeitsspeicherressourcen skaliert werden sollte.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Größenoptionen für VM-Instanzen finden Sie unter Maschinentypen.

Größenempfehlungen werden auch als Rightsizing Recommendations bezeichnet.

Vorbereitung

Beschränkungen

Empfehlungen stehen für verwaltete Instanzgruppen zur Verfügung, die sich in einer einzelnen Zone befinden und weder Autoscaling noch Lastenausgleich haben.

Preise

In der Betaphase stehen die Größenempfehlungen kostenlos zur Verfügung. Google wird dieses Feature in zukünftigen Versionen möglicherweise in Rechnung stellen.

Messwerte für Größenempfehlungen

Compute Engine überwacht die CPU- und Arbeitsspeichernutzung von laufenden virtuellen Maschinen (VMs) und gibt Empfehlungen anhand der Daten der letzten acht Tage. Um für alle Instanzen in einer verwalteten Instanzgruppe einen einzigen optimalen Maschinentyp zu empfehlen, generiert Compute Engine eine Standardgrößenempfehlung für jede Instanz und wählt nach der Ausreißerbereinigung einen Maschinentyp aus, der keine einzige VM-Instanz unterdimensioniert. Instanzen, die nicht ausgeführt werden, weil sie beispielsweise beendet wurden oder gerade neu gestartet werden, fließen nicht in die Berechnung ein.

Compute Engine kann beispielsweise folgende Empfehlungen ausgeben:

  • Wenn die CPUs der Instanzgruppe die meiste Zeit gering ausgelastet sind, empfiehlt Compute Engine einen Maschinentyp mit weniger virtuellen CPUs.
  • Wenn die CPUs der Instanzgruppe die meiste Zeit stark ausgelastet sind, empfiehlt Compute Engine einen Maschinentyp mit mehr virtuellen CPUs.
  • Wenn die Instanzgruppe nur einen geringen Teil ihres Arbeitsspeichers nutzt, empfiehlt Compute Engine einen Maschinentyp mit weniger Arbeitsspeicher.
  • Wenn die Instanzgruppe einen großen Teil ihres Arbeitsspeichers die meiste Zeit aktiv nutzt, empfiehlt Compute Engine einen Maschinentyp mit mehr Arbeitsspeicher.

Compute Engine kann auch Empfehlungen dazu abgeben, ob ein standardmäßiger oder benutzerdefinierter Maschinentyp verwendet werden sollte. Beachten Sie, dass es einige Einschränkungen in der Verfügbarkeit von Speicherkapazität und vCPU auf einer Maschine gibt. Wenn also eine Ressource erhöht werden muss, muss die andere gegebenenfalls ebenfalls erhöht werden, um den Spezifikationen eines gültigen Maschinentyps zu entsprechen. Außerdem empfiehlt Compute Engine nur Maschinentypen, die in der Zone verfügbar sind, in der die Instanz ausgeführt wird.

Weitere Informationen finden Sie in den Spezifikationen für benutzerdefinierte Maschinentypen.

Wenn die Arbeitslast für die verwaltete Instanzgruppe unter den einzelnen Instanzen sehr unterschiedlich ist, sind einige Instanzen unter Umständen überdimensioniert, damit die voll ausgelasteten Instanzen entsprechend der Empfehlung genügend Ressourcen haben. Compute Engine kann beispielsweise die folgende Empfehlung zur Unterstützung der Arbeitslast von Instanz 4 geben, obwohl die Instanzen 1, 2, 3 und 5 überdimensioniert und nicht ausgelastet sind:

Empfehlungen für eine verwaltete Instanzgruppe

Aus diesem Grund erhalten Sie die besten Empfehlungen für eine verwaltete Instanzgruppe, wenn die Arbeitslast relativ gleichmäßig auf die Instanzen verteilt ist.

Zur Schätzung der Kostendifferenz werden die Kosten einer Instanz anhand der Nutzung der Vorwoche (vor Rabattabzug für kontinuierliche Nutzung) berechnet und auf 30 Tage hochgerechnet. Diese wird dann mit den monatlichen Kosten des empfohlenen Maschinentyps (vor Rabattabzug für kontinuierliche Nutzung) verglichen. Informationen zur genauen Preisgestaltung und weitere Details finden Sie in der Preisdokumentation.

Arbeitslasten für Größenempfehlungen

Sie können die Größenempfehlungen nutzen, wenn Sie die folgenden Arbeitslasten haben:

  • Arbeitslasten mit periodischen Zu- und Abnahmen im Traffic, z. B. saisonabhängige Arbeitslasten.
  • Arbeitslasten, die CPU und RAM nicht auslasten, da sie durch andere Limits wie den Lese-/Schreibdurchsatz beschränkt sind.
  • Arbeitslasten, die Software ausführen, für die individuelle Lizenzen erforderlich sind und das Hinzufügen weiterer Instanzen zu kostspielig wäre. In diesem Fall können Sie die Ressourcen anhand von Größenempfehlungen skalieren und gleichzeitig die Anzahl der VM-Instanzen konstant halten.
  • Arbeitslasten, die sich nicht dynamisch an eine wechselnde Anzahl von Instanzen anpassen lassen, beispielsweise Arbeitslasten, die sich nicht für Autoscaling eignen.

Für bestimmte Arbeitslasten sind Größenempfehlungen mitunter wenig hilfreich. Dies gilt zum Beispiel für Arbeitslasten mit sehr kurzen Spitzen, für die nicht schnell genug nützliche Empfehlungen generiert werden können. Auch für verwaltete Instanzgruppen, deren einzelne Instanzen extrem unterschiedliche Arbeitslasten bewältigen, würden Empfehlungen nicht funktionieren, da sie zur Überdimensionierung der meisten VM-Instanzen in der Gruppe führen würden.

Größenempfehlungen ansehen

Compute Engine gibt Empfehlungen über die Google Cloud Platform Console. Die Empfehlungen sind standardmäßig aktiviert. Wenn Sie jedoch die Empfehlungen ein- oder ausschalten möchten, folgen Sie dieser Anleitung.

  1. Rufen Sie die Seite Instanzgruppen auf.

    Zur Seite "Instanzgruppen"

  2. Wählen Sie Ihr Projekt aus und klicken Sie auf Weiter.
  3. Sehen Sie sich in der Spalte Recommendation (Empfehlung) die Empfehlungen für einzelne verwaltete Instanzgruppen an. Sie können die Spalte auch nach den geschätzten Einsparungen sortieren. Wenn neben einer Instanzgruppe keine Empfehlung angegeben ist, gibt es dafür keine Empfehlung von Compute Engine.

    Spalte Empfehlungen

  4. Wenn die Instanzgruppe zwei Instanzenvorlagen hat, bietet Compute Engine Empfehlungen für jede der beiden Instanzvorlagen. Klicken Sie auf eine Empfehlung, um sich Empfehlungen für die jeweilige Instanzvorlage anzusehen.

    Empfehlungen für mehrere Vorlagen

Wenn Sie eine neue verwaltete Instanzgruppe erstellen, werden Empfehlungen für die neue Gruppe 24 Stunden nach der Erstellung der Instanz angezeigt.

Anschließend werden die Empfehlungen den ganzen Tag hindurch in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Empfehlungen auf Instanzgruppen anwenden

Wenn Sie die Empfehlungen von Compute Engine anwenden, können Sie die Größe der Instanzen direkt auf dem Bildschirm mit den Empfehlungen ändern.

Bei Anwendung einer Empfehlung auf eine verwaltete Instanzgruppe geht Compute Engine so vor:

  1. Die von der verwalteten Instanzgruppe verwendeten Instanzvorlagen werden geklont.
  2. Die geklonten Instanzvorlagen werden anhand der Empfehlungen und der von Ihnen vorgenommenen Änderungen angepasst.
  3. Die neue Vorlage wird mit dem Managed Instance Group Updater angewendet. Wenn die Instanzgruppe zwei Instanzvorlagen hat, gilt Folgendes:

    1. Sie können Empfehlungen nur für jeweils eine Instanzvorlage anwenden.
    2. Eine verwaltete Instanzgruppe kann maximal zwei Instanzvorlagen gleichzeitig unterstützen, sodass es nicht möglich ist, eine Empfehlung umzusetzen, während noch zwei weitere Instanzvorlagen in Gebrauch sind. Allerdings könnten Sie eine Empfehlung testen, wenn Ihre Instanzgruppe nur eine einzige Instanzvorlage hat.

So wenden Sie eine Empfehlung an:

  1. Klicken Sie auf der Seite Instanzgruppen auf den Empfehlungstext für die zu aktualisierende Instanzgruppe.

    Auswahl einer Empfehlungsspalte

  2. In einem Pop-up werden weitere Details und die Schaltflächen Abbrechen, Empfehlung verwerfen und Weiter eingeblendet. Klicken Sie auf Weiter, um die Empfehlung zu prüfen und anzuwenden.

  3. Auf dem nächsten Bildschirm wird die Empfehlung detailliert beschrieben. Wenn Sie mit der Empfehlung fortfahren, erstellt Compute Engine eine Instanzvorlage und aktualisiert alle Instanzen in der Instanzgruppe mit der neuen Vorlage.

  4. (Erweitert) Wenn Sie die Bereitstellung der neuen Vorlage für Ihre Instanzen ändern möchten, klicken Sie auf Deployment anpassen. Ein neuer Bildschirm wird angezeigt.

    1. Unter Vorlage können Sie festlegen, ob die neue Vorlage auf alle Instanzen in der Instanzgruppe oder nur einen Teil davon angewendet werden soll.
    2. Unter Updatemodus können Sie mit der Option Proaktiv festlegen, dass Compute Engine Instanzen mithilfe der neuen Instanzvorlage aktiv löscht und neue erstellt. Bei Auswahl der Option Opportunistisch wendet Compute Engine die Aktualisierung nur an, wenn die Instanz auf andere Weise erstellt wird, beispielsweise durch eine Größenänderung oder die Aufnahme einer neuen Instanz in die Gruppe.
    3. Unter Maximal zu viel können Sie festlegen, wie viele temporäre zusätzliche Instanzen oberhalb der Zielgröße der verwalteten Instanzgruppe erstellt werden können. Je mehr Instanzen Sie zulassen, desto schneller wird Ihre Aktualisierung, allerdings auf Kosten zusätzlicher Instanzen. Der Standardwert ist eine zusätzliche Instanz.
    4. Unter Maximum unavailable (Maximal nicht verfügbar) können Sie festlegen, wie viele Instanzen während dieser Aktualisierung jeweils offline sein dürfen. Die Zahl beinhaltet auch Instanzen, die aus anderen Gründen nicht verfügbar sind. Wenn beispielsweise die Instanzgruppe gerade vergrößert wird, sind Instanzen, die sich in Erstellung befinden, unter Umständen nicht verfügbar. Diese Instanzen werden zu dieser Zahl hinzugezählt. Standardmäßig darf jeweils eine Instanz nicht verfügbar sein.
    5. Unter Mindestwartezeit können Sie festlegen, wie viele Sekunden gewartet werden soll, bevor eine neu erstellte Instanz als aktualisiert markiert wird. Die Zeit läuft ab einer erfolgreichen Systemdiagnose. Mit dieser Funktion steuern Sie die Rate, mit der die Instanzvorlage angewendet wird.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche Speichern, um die Änderungen anzuwenden.

  6. Wenn Sie fertig sind, klicken Sie auf Bereitstellen, um die Änderungen bereitzustellen.

Empfehlungen verwerfen

Wenn Sie eine Empfehlung nicht mehr benötigen, können Sie sie verwerfen. Eine verworfene Empfehlung wird nicht mehr in den geschätzten Gesamteinsparungen berücksichtigt und in der Ansicht ausgegraut.

Geschätzte Einsparung
Geschätzte Gesamtersparnis

So verwerfen Sie eine einzelne Empfehlung:

  1. Klicken Sie auf der Seite Instanzgruppen auf den Empfehlungstext, den Sie verwerfen möchten.

    Zur Seite "Instanzgruppen"

  2. In einem Pop-up werden weitere Details und die Schaltfläche Empfehlung verwerfen eingeblendet.
  3. Klicken Sie auf Empfehlung verwerfen.

Wenn Sie alle Empfehlungen verwerfen möchten, klicken Sie auf der Seite Instanzgruppen auf die Schaltfläche Dismiss all (Alle verwerfen).

Empfehlungen verwerfen

Wiederherstellung einer Empfehlung:

  1. Klicken Sie auf der Seite Instanzgruppen auf die ausgegraute Empfehlung, die Sie wiederherstellen möchten.

    Verworfene Empfehlung

  2. In einem Pop-up werden weitere Details und die Schaltfläche Empfehlung wiederherstellen eingeblendet.

  3. Klicken Sie auf Empfehlung wiederherstellen.

Monitoring-Agent für genauere Empfehlungen nutzen

Stackdriver bietet einen Monitoring-Agent, der zusätzliche Messwerte Ihrer VM-Instanz zu Laufwerk, CPU, Netzwerk und Prozessen erfasst. Sie können den Monitoring-Agent auf den VM-Instanzen installieren, damit dieser zur Datenerfassung auf die Systemressourcen und Anwendungsdienste zugreifen kann.

Wenn der Monitoring-Agent installiert ist und in einer VM-Instanz ausgeführt wird, werden die vom Agent gesammelten CPU- und Arbeitsspeichermesswerte automatisch zur Berechnung der Größenempfehlungen verwendet. Die vom Monitoring-Agent zur Verfügung gestellten Agent-Messwerte geben einen besseren Einblick in die Ressourcennutzung der Instanz als die Standardmesswerte von Compute Engine. Dadurch kann das Empfehlungssystem die Ressourcenanforderungen besser abschätzen und präzisere Empfehlungen geben.

Informationen zur Installation des Agents finden Sie unter Monitoring-Agent installieren.

Feedback

In der Betaphase können Sie Ihr Feedback per E-Mail an die Diskussionsgruppe für Größenempfehlungen senden.

Weitere Informationen

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