Lokale SSDs hinzufügen

Compute Engine bietet jederzeit verschlüsselten lokalen SSD(Solid-State Drive)-Blockspeicher für VM-Instanzen. Lokale SSDs bieten 375 GB Speicher. Sie können bis zu acht lokale SSD-Geräte pro Instanz hinzufügen und erhalten so eine lokale SSD-Speicherkapazität von 3 TB. Optional können Sie in einem einzigen logischen Volume mehrere lokale SSD-Geräte formatieren und bereitstellen.

Im Gegensatz zu nichtflüchtigem Speicher sind lokale SSDs physisch mit dem Server verbunden, der Ihre VM-Instanz hostet. Diese enge Verbindung sorgt für hervorragende Leistung, eine sehr hohe Zahl an Ein-/Ausgabevorgängen pro Sekunde (IOPS) und eine sehr geringe Latenz im Vergleich zu nichtflüchtigem Speicher. Weitere Informationen finden Sie unter Leistung von nichtflüchtigen Speichern und lokalen SSDs optimieren.

Lokale SSDs eignen sich nur zur temporären Speicherung, zum Beispiel als Cache, Verarbeitungsspeicher oder für Daten von geringem Wert. Wenn Sie wichtige Daten auf einem lokalen SSD-Gerät speichern, müssen Sie diese zusätzlich auch in einem dauerhaften Speichermedium ablegen.

Instanzen mit lokalen SSDs können Sie nicht einfach anhalten und anschließend neu starten. Wenn Sie eine Instanz mit einer lokalen SSD über das Gastbetriebssystem herunterfahren, können Sie sie nicht neu starten und die Daten auf der lokalen SSD gehen verloren.

Falls lokale SSDs Ihre Anforderungen an Redundanz oder Flexibilität nicht erfüllen, verwenden Sie sie zusammen mit anderen Speicheroptionen für Instanzen.

Vorbereitung

Datenpersistenz auf lokalen SSDs

Bevor Sie eine Instanz mit einer lokalen SSD erstellen, sollten Sie wissen, welche Ereignisse dafür sorgen, dass Ihre Daten auf der lokalen SSD erhalten bleiben, und welche zur Folge haben, dass diese Daten unwiederbringlich verloren gehen.

Daten auf lokalen SSDs bleiben nur in folgenden Fällen erhalten:

  • Wenn Sie das Gastbetriebssystem neu starten.
  • Wenn Sie für Ihre Instanz die Livemigration konfigurieren und eine Hostwartung durchgeführt wird.
  • Wenn auf dem Hostsystem ein Hostfehler auftritt, versucht Compute Engine, die Daten auf der lokalen SSD zu erhalten. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die zugrunde liegende Festplatte innerhalb von 60 Minuten wiederhergestellt wird.

Bei den folgenden Ereignissen gehen die Daten auf lokalen SSDs verloren:

  • Wenn Sie die Instanz manuell beenden.
  • Wenn Sie das Gastbetriebssystem herunterfahren und so das Anhalten der Instanz erzwingen.
  • Wenn Sie die Instanz als auf Abruf konfigurieren und sie vorzeitig beendet wird.
  • Wenn Sie die Instanz so konfigurieren, dass sie bei einer Hostwartung beendet wird und eine solche Hostwartung stattfindet.
  • Wenn im Hostsystem ein Hostfehler auftritt und die zugrunde liegende Festplatte nicht innerhalb von 60 Minuten wiederhergestellt wird, versucht Compute Engine nicht, die Daten auf der lokalen SSD zu erhalten.
  • Wenn Sie die lokale SSD falsch konfigurieren und sie dadurch nicht mehr erreichbar ist.
  • Wenn Sie die Projektabrechnung deaktivieren. Die Instanz wird angehalten und Ihre Daten gehen verloren.

Instanz mit einer lokalen SSD erstellen

Da sich lokale SSDs auf der physischen Maschine befinden, auf der Ihre VM-Instanz ausgeführt wird, können sie nur zusammen mit der Instanz erstellt werden. Lokale SSDs können nicht als Bootgeräte verwendet werden.

Nachdem Sie eine lokale SSD erstellt haben, müssen Sie sie formatieren und bereitstellen. Erst dann können Sie das Speichermedium verwenden.

NVMe- oder SCSI-Schnittstellen auswählen

Sie können lokale SSDs über eine NVMe-Schnittstelle oder eine SCSI-Schnittstelle mit Ihren Instanzen verbinden. Die meisten öffentlichen Images enthalten NVMe- und SCSI-Treiber. Allerdings enthalten einige Images optimierte Treiber, mit denen Ihre Instanz die beste Leistung über NVMe erreichen oder Multi-Queue-SCSI verwenden kann, um die beste Leistung über die SCSI-Schnittstelle zu erzielen.

  • NVMe-optimierte öffentliche Images
    • Ubuntu 14.04 LTS-Image ubuntu-1404-trusty-v20170110 und höher oder Image-Familie ubuntu-1404-lts
    • Ubuntu 16.04 LTS-Image ubuntu-1604-xenial-v20170113 und höher oder Image-Familie ubuntu-1604-lts
    • Ubuntu 17.10-Image-Familie ubuntu-1710
    • Ubuntu 18.04 LTS-Image-Familie ubuntu-1804-lts
  • Multi-Queue-SCSI-fähige öffentliche Images:
    • Debian 9 Stretch-Images oder Image-Familie debian-9.
    • Ubuntu 14.04 LTS-Image ubuntu-1404-trusty-v20170807 und höher oder Image-Familie ubuntu-1404-lts
    • Ubuntu 16.04 LTS-Image ubuntu-1604-xenial-v20170803 und höher oder Image-Familie ubuntu-1604-lts
    • Ubuntu 17.10-Image-Familie ubuntu-1710
    • Ubuntu 18.04 LTS-Image-Familie ubuntu-1804-lts
    • Alle Windows Server-Images
    • Alle SQL Server-Images

Optional können Sie Multi-Queue-SCSI für benutzerdefinierte Images zulassen, die Sie in Ihr Projekt importieren. Mehr dazu finden Sie unter Multi-Queue-SCSI aktivieren.

Lokale SSD erstellen

Sie können Instanzen mit einer lokalen SSD über die Google Cloud Platform Console, das gcloud-Tool oder die API erstellen.

Console

  1. Rufen Sie in der GCP Console die Seite "VM-Instanzen" auf.

    Die Seite VM-Instanzen aufrufen

  2. Klicken Sie auf Instanz erstellen.
  3. Tragen Sie auf der Seite Eine neue Instanz erstellen die gewünschten Eigenschaften für Ihre Instanz ein.
  4. Erweitern Sie Verwaltung, Sicherheit, Laufwerke, Netzwerke, Einzelne Mandanten.
  5. Klicken Sie auf Laufwerke und unter Zusätzliche Laufwerke auf Neues Laufwerk hinzufügen.
  6. Geben Sie unter dem Feld Name einen Namen für das neue Laufwerk ein.
  7. Wählen Sie unter Typ die Option Lokale SSD Scratch Disk (maximal 8) aus.
  8. Klicken Sie auf Fertig.
  9. Klicken Sie auf Erstellen, um die Instanz zu erstellen.
  10. Nachdem Sie eine lokale SSD erstellt haben, müssen Sie sie formatieren und bereitstellen. Erst dann können Sie das Speichermedium verwenden.

gcloud

Folgen Sie der Anleitung zum Erstellen einer Instanz, um eine VM-Instanz mit einer lokalen SSD anzulegen. Verwenden Sie das Flag --local-ssd, um lokale SSD-Geräte zu erstellen und hinzuzufügen. Fügen Sie weitere --local-ssd-Flags hinzu, um mehrere lokale SSDs zu erstellen. Sie können auch für jedes --local-ssd-Flag Werte für die Schnittstelle und den Gerätenamen festlegen.

Genauso haben Sie die Möglichkeit, eine Instanz mit zwei lokalen SSDs einzurichten, die beide eine SCSI-Schnittstelle verwenden:

gcloud compute instances create example-instance \
    --machine-type n1-standard-8 \
    --local-ssd interface=[INTERFACE_TYPE] \
    --local-ssd interface=[INTERFACE_TYPE] \
    --image-project [IMAGE_PROJECT] \
    --image-family [IMAGE_FAMILY]

Dabei gilt Folgendes:

  • [INTERFACE_TYPE] ist die lokale SSD-Schnittstelle, die Sie für dieses Gerät verwenden möchten. Geben Sie nvme an, wenn das Bootlaufwerk-Image optimierte NVMe-Treiber hat, oder scsi für andere Images.
  • [INSTANCE_NAME] ist der Name der neuen Instanz.
  • [IMAGE_FAMILY] ist eine der verfügbaren Image-Familien.
  • [IMAGE_PROJECT] ist das Image-Projekt, zu dem die Image-Familie gehört.

Sie können lokale SSD-Geräte bei Bedarf mit einer Kombination aus nvme und scsi einer Instanz hinzufügen. Die Leistung der nvme-Geräte hängt vom Bootlaufwerk-Image für Ihre Instanz ab.

Nachdem Sie eine lokale SSD erstellt haben, müssen Sie sie formatieren und bereitstellen. Erst dann können Sie das Speichermedium verwenden.

API

In der API können Sie eine lokale SSD gemeinsam mit der VM-Instanz über das Attribut initializeParams erstellen. Außerdem müssen Sie folgende Attribute angeben:

  • diskType: auf "local SSD" gesetzt
  • autoDelete: auf "true" gesetzt
  • type: auf SCRATCH gesetzt

Die folgenden Attribute können für Instanzen mit lokalen SSDs nicht festgelegt werden:

  • diskName
  • sourceImage
  • diskSizeGb

Hier sehen Sie eine Beispielanfrage zum Erstellen einer Instanz mit einem Bootlaufwerk und einem lokalen SSD-Gerät:

{
   "machineType":"zones/us-central1-f/machineTypes/n1-standard-8",
   "name":"local-ssd-instance",
   "disks":[
      {
         "type":"PERSISTENT",
         "initializeParams":{
            "sourceImage":"projects/ubuntu-os-cloud/global/images/family/ubuntu-1604-lts"
         },
         "boot":true
      },
      {
         "type":"SCRATCH",
         "initializeParams":{
            "diskType":"zones/us-central1-f/diskTypes/local-ssd"
         },
         "autoDelete":true,
         "interface": "NVME"
      }
   ],
   "networkInterfaces":[
      {
         "network":"global/networks/default"
      }
   ]
 }

Nachdem Sie eine lokale SSD erstellt haben, müssen Sie sie formatieren und bereitstellen. Erst dann können Sie das Speichermedium verwenden.

Weitere Informationen zum Erstellen einer Instanz in der API finden Sie in der API-Referenz.

Lokales SSD-Gerät formatieren und bereitstellen

Einzelne lokale SSD-Geräte formatieren und bereitstellen

Am einfachsten verbinden Sie lokale SSDs mit Ihrer Instanz, indem Sie jedes Gerät mit einer einzelnen Partition formatieren und bereitstellen. Alternativ können Sie mehrere Geräte zu einem logischen Volume kombinieren.

Linux-Instanzen

Formatieren Sie die neue lokale SSD und stellen Sie sie auf Ihrer Linux-Instanz bereit. Dazu können Sie jedes Partitionsformat und eine beliebige Konfiguration verwenden. Erstellen Sie für dieses Beispiel eine einzelne ext4-Partition.

  1. Gehen Sie zur Seite "VM-Instanzen".

    Zur Seite "VM-Instanzen"

  2. Klicken Sie auf die Schaltfläche SSH neben der Instanz mit der neu angehängten lokalen SSD. Der Browser öffnet eine Terminalverbindung zur Instanz.

  3. Verwenden Sie im Terminal den Befehl lsblk, um die lokale SSD zu identifizieren, die Sie bereitstellen möchten. Lokale SSDs im SCSI-Modus haben Standard-IDs wie sdb. Lokale SSDs im NVMe-Modus haben IDs wie nvme0n1.

    $ lsblk
    
    NAME    MAJ:MIN RM  SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
    sda       8:0    0   10G  0 disk
    └─sda1    8:1    0   10G  0 part /
    nvme0n1 259:0    0  375G  0 disk
    
  4. Formatieren Sie die lokale SSD mit einem ext4-Dateisystem. Durch diesen Befehl werden alle vorhandenen Daten von der lokalen SSD gelöscht.

    $ sudo mkfs.ext4 -F /dev/[SSD_ID]
    

    Dabei ist [SSD_ID] die ID der lokalen SSD, die Sie formatieren möchten.

  5. Erstellen Sie mit dem Befehl mkdir ein Verzeichnis, in dem Sie das Gerät bereitstellen können.

    $ sudo mkdir -p /mnt/disks/[MNT_DIR]
    

    Dabei ist [MNT_DIR] das Verzeichnis, in dem die lokale SSD bereitgestellt wird.

  6. Stellen Sie die lokale SSD für die Instanz bereit: Optional können Sie das Leeren des Schreib-Caches deaktivieren, um die Schreibleistung zu verbessern, aber gleichzeitig reduzierte Lebensdauer zu riskieren. Dies gilt für bis zu zwei Sekunden zwischengespeicherter Daten.

    $ sudo mount /dev/[SSD_ID] /mnt/disks/[MNT_DIR]
    

    Dabei gilt Folgendes:

    • [SSD_ID] ist die ID der lokalen SSD, die Sie bereitstellen möchten.
    • [MNT_DIR] ist das Verzeichnis, in dem Sie Ihre lokale SSD bereitstellen möchten.
  7. Konfigurieren Sie den Lese-/Schreibzugriff auf das Gerät. In diesem Beispiel wird allen Nutzern Schreibzugriff gewährt:

    $ sudo chmod a+w /mnt/disks/[MNT_DIR]
    

    Dabei ist [MNT_DIR] das Verzeichnis, in dem die lokale SSD bereitgestellt wurde.

Sie können die lokale SSD auch zur Datei /etc/fstab hinzufügen, damit das Gerät beim Neustart der Instanz automatisch wieder bereitgestellt wird. Dadurch bleiben die Daten auf der lokalen SSD beim Anhalten oder Beenden der Instanz aber nicht erhalten. Unter Datenpersistenz auf lokalen SSDs finden Sie dazu weitere Informationen.

Achten Sie bei Ihrem Eintrag in die Datei /etc/fstab darauf, die Option nofail aufzunehmen, damit die Instanz auch ohne die lokale SSD gestartet werden kann. So setzt die Instanz den Startvorgang problemlos fort, wenn Sie einen Snapshot des Bootlaufwerks machen und eine neue Instanz ohne lokale SSDs erstellen. Für Instanzen, auf denen Ubuntu 12.04 oder Ubuntu 14.04 ausgeführt wird, wählen Sie die Option nobootwait anstelle von nofail.

  1. Erstellen Sie den Eintrag in /etc/fstab. Verwenden Sie den Befehl blkid, um die UUID für das Dateisystem auf dem Gerät zu finden, und bearbeiten Sie die Datei /etc/fstab, sodass die UUID in den Bereitstellungsoptionen enthalten ist. Sie können diesen Schritt mit einem einzigen Befehl ausführen. Beispiel:

    $ echo UUID=`sudo blkid -s UUID -o value /dev/disk/by-id/google-local-ssd-0` /mnt/disks/[MNT_DIR] ext4 discard,defaults,[NOFAIL_OPTION] 0 2 | sudo tee -a /etc/fstab
    

    Dabei gilt Folgendes:

    • [MNT_DIR] ist das Verzeichnis, in dem die lokale SSD bereitgestellt wurde.
    • [NOFAIL_OPTION]: Diese Option legt die Vorgehensweise des Systems fest, wenn die lokale SSD nicht bereitgestellt werden kann. Für die meisten Distributionen können Sie hier nofail angeben. Für Instanzen, auf denen Ubuntu 12.04 oder Ubuntu 14.04 ausgeführt wird, wählen Sie die Option nobootwait.
  2. Mit dem Befehl cat überprüfen Sie, ob Ihre Einträge unter /etc/fstab richtig sind:

    $ cat /etc/fstab
    

Wenn Sie einen Snapshot des Bootlaufwerks dieser Instanz machen, um eine separate Instanz ohne lokale SSDs zu erstellen, entfernen Sie den Eintrag für die lokale SSD aus der Datei /etc/fstab. Auch wenn Sie die Option nofail oder nobootwait angegeben haben, sollten Sie die Datei /etc/fstab immer mit den Geräten synchronisieren, die mit Ihrer Instanz verbunden sind, und diese Einträge entfernen, bevor Sie den Bootlaufwerk-Snapshot erstellen.

Windows-Instanzen

Mit dem Datenträgerverwaltungstool von Windows können Sie eine lokale SSD auf einer Windows-Instanz formatieren und bereitstellen.

  1. Stellen Sie eine Verbindung zur Instanz über RDP her. Öffnen Sie für dieses Beispiel die Seite VM-Instanzen und klicken Sie neben der Instanz mit den lokalen SSDs auf RDP. Nachdem Sie Nutzername und Passwort eingegeben haben, wird ein Fenster mit der Desktop-Oberfläche Ihres Servers angezeigt.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Windows-Startmenü und wählen Sie Datenträgerverwaltung.

    Windows-Tool "Datenträgerverwaltung" über das Kontextmenü der Windows-Schaltfläche "Start" auswählen.

  3. Falls Sie die lokale SSD noch nicht initialisiert haben, werden Sie nun aufgefordert, ein Partitionierungsschema für die neuen Geräte festzulegen. Wählen Sie GPT aus und klicken Sie auf OK.

    Partitionsschema im Datenträgerinitialisierungsfenster auswählen.

  4. Klicken Sie nach dem Initialisieren der lokalen SSD mit der rechten Maustaste auf den nicht zugewiesenen Speicherplatz und wählen Sie Neues einfaches Volume aus.

    Ein neues einfaches Volume aus der hinzugefügten Festplatte erstellen

  5. Befolgen Sie die Anleitung im Assistenten zum Erstellen neuer einfacher Volumes, um das neue Volume zu konfigurieren. Sie können jedes beliebige Format für die Partitionierung verwenden. Wählen Sie in diesem Beispiel NTFS aus. Klicken Sie außerdem das Kästchen Perform a quick format (Schnellformatierung durchführen) an, um den Formatierungsvorgang zu beschleunigen.

    Den Partitionsformattyp im Assistenten zum Erstellen neuer einfacher Volumes auswählen

  6. Prüfen Sie nach Abschluss des Assistenten und der Formatierung des Volumes, ob die neue lokale SSD den Status Healthy hat.

    Liste der von Windows erkannten Laufwerke ansehen und prüfen, ob die lokale SSD den Status "Healthy" hat

Geschafft! Jetzt können Sie Dateien auf der lokalen SSD speichern.

Mehrere lokale SSD-Geräte in einem logischen Volume formatieren und bereitstellen

Im Gegensatz zu persistenten SSDs haben lokale SSDs eine feste Kapazität von 375 GB für jedes mit der Instanz verbundene Gerät. Wenn Sie mehrere lokale SSDs zu einem logischen Volume kombinieren möchten, müssen Sie die geräteübergreifende Volumeverwaltung selbst definieren.

Linux-Instanzen

Verwenden Sie mdadm, um ein RAID-0-Array zu erstellen. In diesem Beispiel wird das Array mit einem einzigen ext4-Dateisystem formatiert. Sie können jedoch jedes beliebige Dateisystem anwenden.

  1. Gehen Sie zur Seite "VM-Instanzen".

    Zur Seite "VM-Instanzen"

  2. Klicken Sie auf die Schaltfläche SSH neben der Instanz mit der neu angehängten lokalen SSD. Der Browser öffnet eine Terminalverbindung zur Instanz.

  3. Installieren Sie im Terminal das Tool mdadm: Der Installationsprozess für mdadm enthält eine Benutzeraufforderung, die Skripts anhält. Führen Sie diesen Prozess daher manuell aus.

    Debian und Ubuntu:

    $ sudo apt-get update && sudo apt-get install mdadm --no-install-recommends
    

    CentOS und RHEL:

    $ sudo yum install mdadm -y
    

    SLES und openSUSE:

    $ sudo zypper install -y mdadm
    

  4. Verwenden Sie den Befehl lsblk, um alle lokalen SSDs zu identifizieren, die Sie zusammen bereitstellen möchten. In diesem Beispiel sind der Instanz acht lokale SSD-Geräte im NVMe-Modus zugeordnet:

    $ lsblk
    
    NAME    MAJ:MIN RM  SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
    sda       8:0    0   10G  0 disk
    └─sda1    8:1    0   10G  0 part /
    nvme0n1 259:0    0  375G  0 disk
    nvme0n2 259:1    0  375G  0 disk
    nvme0n3 259:2    0  375G  0 disk
    nvme0n4 259:3    0  375G  0 disk
    nvme0n5 259:4    0  375G  0 disk
    nvme0n6 259:5    0  375G  0 disk
    nvme0n7 259:6    0  375G  0 disk
    nvme0n8 259:7    0  375G  0 disk
    
    

    Lokale SSDs im SCSI-Modus haben Standard-IDs wie sdb. Lokale SSDs im NVMe-Modus haben IDs wie nvme0n1.

  5. Kombinieren Sie mit mdadm mehrere lokale SSD-Geräte zu einem Array mit dem Namen /dev/md0. In diesem Beispiel werden acht lokale SSD-Geräte im NVMe-Modus zusammengeführt. Geben Sie für lokale SSD-Geräte im SCSI-Modus die IDs an, die Sie mit dem Befehl lsblk abgerufen haben:

    $ sudo mdadm --create /dev/md0 --level=0 --raid-devices=8 \
    /dev/nvme0n1 /dev/nvme0n2 /dev/nvme0n3 /dev/nvme0n4 \
    /dev/nvme0n5 /dev/nvme0n6 /dev/nvme0n7 /dev/nvme0n8
    
    mdadm: Defaulting to version 1.2 metadata
    mdadm: array /dev/md0 started.
    
    
  6. Formatieren Sie das vollständige /dev/md0-Array mit einem ext4-Dateisystem. Durch diesen Befehl werden alle vorhandenen Daten von den lokalen SSDs gelöscht.

    $ sudo mkfs.ext4 -F /dev/md0
    
  7. Erstellen Sie ein Verzeichnis, in dem Sie /dev/md0 bereitstellen können. In diesem Beispiel heißt es /mnt/disks/ssd-array:

    $ sudo mkdir -p /mnt/disks/[MNT_DIR]
    

    Dabei ist [MNT_DIR] das Verzeichnis, in dem das lokale SSD-Array bereitgestellt werden soll.

  8. Stellen Sie das Array /dev/md0 im Verzeichnis /mnt/disks/ssd-array bereit: Optional können Sie das Leeren des Schreib-Caches deaktivieren, um die Schreibleistung zu verbessern, aber gleichzeitig reduzierte Lebensdauer zu riskieren. Dies gilt für bis zu zwei Sekunden zwischengespeicherter Daten.

    $ sudo mount /dev/md0 /mnt/disks/[MNT_DIR]
    

    Dabei ist [MNT_DIR] das Verzeichnis, in dem das lokale SSD-Array bereitgestellt werden soll.

  9. Konfigurieren Sie den Lese-/Schreibzugriff auf das Gerät. In diesem Beispiel wird allen Nutzern Schreibzugriff gewährt:

    $ sudo chmod a+w /mnt/disks/[MNT_DIR]
    

    Dabei ist [MNT_DIR] das Verzeichnis, in dem das lokale SSD-Array bereitgestellt wurde.

Sie können die lokale SSD auch zur Datei /etc/fstab hinzufügen, damit das Gerät beim Neustart der Instanz automatisch wieder bereitgestellt wird. Dadurch bleiben die Daten auf der lokalen SSD beim Beenden der Instanz aber nicht erhalten. Unter Datenpersistenz auf lokalen SSDs finden Sie dazu weitere Informationen.

Achten Sie bei Ihrem Eintrag in die Datei /etc/fstab darauf, die Option nofail aufzunehmen, damit die Instanz auch ohne die lokale SSD gestartet werden kann. So setzt die Instanz den Startvorgang problemlos fort, wenn Sie einen Snapshot des Bootlaufwerks machen und eine neue Instanz ohne lokale SSDs erstellen. Für Instanzen, auf denen Ubuntu 12.04 oder Ubuntu 14.04 ausgeführt wird, wählen Sie die Option nobootwait anstelle von nofail.

  1. Erstellen Sie den Eintrag in /etc/fstab. Verwenden Sie den Befehl blkid, um die UUID für das Dateisystem auf dem Gerät zu finden, und bearbeiten Sie die Datei /etc/fstab, sodass die UUID in den Bereitstellungsoptionen enthalten ist. Sie können diesen Schritt mit einem einzigen Befehl ausführen. Beispiel:

    $ echo UUID=`sudo blkid -s UUID -o value /dev/md0` /mnt/disks/[MNT_DIR] ext4 discard,defaults,[NOFAIL_OPTION] 0 2 | sudo tee -a /etc/fstab
    

    Dabei gilt Folgendes:

    • [MNT_DIR] ist das Verzeichnis, in dem das lokale SSD-Array bereitgestellt wurde.
    • [NOFAIL_OPTION]: Diese Option legt die Vorgehensweise des Systems fest, wenn die lokale SSD nicht bereitgestellt werden kann. Für die meisten Distributionen können Sie hier nofail angeben. Für Instanzen, auf denen Ubuntu 12.04 oder Ubuntu 14.04 ausgeführt wird, wählen Sie die Option nobootwait.
  2. Mit dem Befehl cat überprüfen Sie, ob Ihre Einträge unter /etc/fstab richtig sind:

    $ cat /etc/fstab
    

Wenn Sie einen Snapshot des Bootlaufwerks dieser Instanz machen, um eine separate Instanz ohne lokale SSDs zu erstellen, entfernen Sie den Eintrag für das lokale SSD-Array aus der Datei /etc/fstab. Auch wenn Sie die Option nofail oder nobootwait angegeben haben, sollten Sie die Datei /etc/fstab immer mit den Geräten synchronisieren, die mit Ihrer Instanz verbunden sind, und diese Einträge entfernen, bevor Sie den Bootlaufwerk-Snapshot erstellen.

Windows-Instanzen

Mit dem Datenträgerverwaltungstool von Windows können Sie ein Array lokaler SSDs auf einer Windows-Instanz formatieren und bereitstellen.

  1. Stellen Sie eine Verbindung zur Instanz über RDP her. Öffnen Sie für dieses Beispiel die Seite VM-Instanzen und klicken Sie neben der Instanz mit den lokalen SSDs auf RDP. Nachdem Sie Nutzername und Passwort eingegeben haben, wird ein Fenster mit der Desktop-Oberfläche Ihres Servers angezeigt.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Windows-Startmenü und wählen Sie Datenträgerverwaltung.

    Windows-Tool "Datenträgerverwaltung" über das Kontextmenü der Windows-Schaltfläche "Start" auswählen.

  3. Falls Sie die lokalen SSDs noch nicht initialisiert haben, werden Sie nun aufgefordert, ein Partitionierungsschema für die neuen Geräte festzulegen. Wählen Sie GPT aus und klicken Sie auf OK.

    Ein Partitionierungsschema im Datenträgerinitialisierungsfenster auswählen

  4. Klicken Sie nach der Initialisierung der lokalen SSD mit der rechten Maustaste auf den nicht zugewiesenen Speicherplatz und wählen Sie Neues Stripesetvolume aus.

    Ein neues Stripesetvolume aus der hinzugefügten Festplatte erstellen

  5. Wählen Sie die lokalen SSD-Geräte aus, die zu dem Stripesetarray gehören sollen. In diesem Beispiel sollen alle Geräte zu einem lokalen SSD-Gerät kombiniert werden.

    Die lokalen SSD-Geräte für das Array auswählen

  6. Befolgen Sie die Anleitung im Assistenten zum Erstellen neuer Stripesetvolumes, um das neue Volume zu konfigurieren. Sie können jedes beliebige Format für die Partitionierung verwenden. Wählen Sie in diesem Beispiel NTFS aus. Klicken Sie außerdem das Kästchen Perform a quick format (Schnellformatierung durchführen) an, um den Formatierungsvorgang zu beschleunigen.

    Den Partitionsformattyp im Assistenten zum Erstellen neuer Stripesetvolumes auswählen

  7. Prüfen Sie nach Abschluss des Assistenten und der Formatierung des Volumes, ob die neue lokale SSD den Status Healthy hat.

    Liste der von Windows erkannten Laufwerke ansehen und prüfen, ob die lokale SSD den Status "Healthy" (Fehlerfrei) hat

Geschafft! Jetzt können Sie Dateien auf der lokalen SSD speichern.

Hat Ihnen diese Seite weitergeholfen? Teilen Sie uns Ihr Feedback mit:

Feedback geben zu...

Compute Engine-Dokumentation