SQL Server-Hochleistungsinstanz erstellen

In dieser Anleitung wird gezeigt, wie Sie eine leistungsoptimierte Compute Engine-VM-Instanz erstellen, auf der SQL Server ausgeführt wird. In dieser Anleitung wird beschrieben, wie Sie die Instanz erstellen und dann SQL Server für eine optimale Leistung in Google Cloud konfigurieren. Außerdem lernen Sie einige Konfigurationsoptionen kennen, mit denen Sie die Leistung des Systems anpassen können.

In dieser Anleitung wird SQL Server Standard Edition 2014 verwendet. Möglicherweise eignen sich nicht alle hier vorgestellten Konfigurationsoptionen für Ihr System und nicht alle sorgen bei jeder Arbeitslast für erkennbare Leistungssteigerungen.

Ziele

  • Compute Engine-Instanz und Speicher einrichten
  • Windows-Betriebssystem konfigurieren
  • SQL Server konfigurieren

Kosten

In dieser Anleitung werden kostenpflichtige Komponenten von Google Cloud verwendet, darunter:

  • Compute Engine-Instanz mit großem Speicher
  • Nichtflüchtiger Compute Engine-SSD-Speicher
  • Lokaler Compute Engine-SSD-Festplattenspeicher
  • Vorkonfiguriertes SQL Server Standard-Image

Der Preisrechner kann eine Kostenschätzung basierend auf der voraussichtlichen Nutzung generieren. Der bereitgestellte Link führt zur Kostenschätzung für die in dieser Anleitung verwendeten Produkte. Die Kosten können sich auf mehr als 4 $ (US) pro Stunde und mehr als 3.000 $ pro Monat belaufen. Neuen Google Cloud-Nutzern steht möglicherweise eine kostenlose Testversion zur Verfügung.

Hinweis

  1. Melden Sie sich bei Ihrem Google-Konto an.

    Wenn Sie noch kein Konto haben, melden Sie sich hier für ein neues Konto an.

  2. Wählen Sie in der Google Cloud Console auf der Seite der Projektauswahl ein Google Cloud-Projekt aus oder erstellen Sie eines.

    Zur Projektauswahl

  3. Die Abrechnung für das Cloud-Projekt muss aktiviert sein. So prüfen Sie, ob die Abrechnung für Ihr Projekt aktiviert ist.

  4. Falls Sie auf Ihrem lokalen Computer nicht Windows nutzen, installieren Sie den RDP-Client eines Drittanbieters, z. B Chrome RDP von FusionLabs.

Compute Engine-Instanz und Speicher erstellen

Erstellen Sie die Compute Engine-Instanz mit SQL Server und zwei nichtflüchtigen Speichern.

  • Eine lokale SSD bietet einen Speicherort mit hoher Leistung für tempdb und die Windows-Auslagerungsdatei.

    Bei Verwendung einer lokalen SSD müssen einige wichtige Aspekte berücksichtigt werden. Wenn Sie Ihre Instanz aus Windows herunterfahren oder sie über die API zurücksetzen, wird die lokale SSD entfernt. Dadurch kann die Instanz nicht mehr gestartet werden. Damit die Maschine wieder ausgeführt wird, müssen Sie die nichtflüchtigen Speicher von dieser trennen, eine neue Instanz damit erstellen und eine neue lokale SSD definieren. Nach dem Start müssen Sie außerdem den neuen Speicher formatieren und einen Neustart vornehmen. Daher sollten Sie wichtige Daten nicht dauerhaft auf einer lokalen SSD speichern oder die Instanz abschalten, außer Sie möchten sie neu erstellen.

  • Ein nichtflüchtiger SSD-Speicher bietet einen Hochleistungsspeicher für die Datenbankdateien.

    Die Leistung nichtflüchtiger SSD-Speicher lässt sich anhand der Zahl der CPUs und der Größe des Laufwerks berechnen. Mit 32 vCPUs und 1 TB Speicherkapazität beträgt die Höchstleistung 40.000 Lesevorgänge pro Sekunde und 30.000 Schreibvorgänge pro Sekunde. Der gesamte kontinuierliche Durchsatz für Lese- und Schreibvorgänge beträgt 800 MB/s bzw. 400 MB/s. Diese Messwerte repräsentieren alle an die Maschine angeschlossenen nichtflüchtigen Speicher, einschließlich des Laufwerks C:\. Daher sollten Sie eine lokale SSD erstellen, um die IOPS für die Auslagerungsdatei, tempdb, Staging-Daten und Sicherungen zu übertragen.

Weitere Informationen zur Festplattenleistung finden Sie unter Leistung von Blockspeicher.

Compute Engine-Instanz erstellen

Erstellen Sie eine VM, auf der SQL Server 2014 Standard unter Windows Server 2012 vorinstalliert ist.

  1. Öffnen Sie in der Google Cloud Console die Seite VM-Instanzen.

    Zu „VM-Instanzen“

  2. Klicken Sie auf Instanz erstellen.

  3. Nennen Sie die Instanz "ms-sql-server".

  4. Legen Sie die Maschinenkonfiguration auf 16 vCPUs, 104 GB, n1-highmem-16 fest.

  5. Klicken Sie im Abschnitt Bootlaufwerk auf Ändern, um mit der Konfiguration des Bootlaufwerks zu beginnen.

  6. Wählen Sie auf dem Tab Öffentliche Images die Option SQL Server 2014 Standard unter Windows Server 2012 R2 aus.

  7. Wählen Sie im Bereich Bootlaufwerkstyp die Option Nichtflüchtiger Standardspeicher aus.

  8. Legen Sie im Bereich Größe (GB) die Größe des Bootlaufwerks auf 50 GB fest.

  9. Klicken Sie auf Speichern, um die Konfiguration des Bootlaufwerks zu speichern.

  10. Klicken Sie auf Verwaltung, Sicherheit, Laufwerke, Netzwerke, einzelne Mandanten.

  11. Klicken Sie auf Laufwerke.

  12. Klicken Sie unter Zusätzliche Laufwerke auf Neues Laufwerk hinzufügen, um ein neues zusätzliches Laufwerk zu erstellen.

  13. Lassen Sie das Feld Name unverändert.

  14. Wählen Sie unter Typ die Option Lokale SSD-Scratch-Disk (maximal 8) aus.

  15. Klicken Sie auf Fertig, um die Erstellung dieses Laufwerks abzuschließen.

  16. Klicken Sie unter Zusätzliche Laufwerke noch einmal auf Neues Laufwerk hinzufügen, um ein zweites zusätzliches Laufwerk zu erstellen.

  17. Lassen Sie das Feld Name unverändert.

  18. Wählen Sie unter Typ die Option Nichtflüchtiger SSD-Speicher aus.

  19. Wählen Sie unter Quelltyp die Option Leeres Laufwerk aus.

  20. Klicken Sie auf Fertig, um die Erstellung des zweiten Laufwerks abzuschließen.

  21. Klicken Sie auf Erstellen, um die Instanz zu erstellen.

Windows konfigurieren

Nachdem Sie nun eine funktionierende Instanz haben, auf der SQL Server ausgeführt wird, können Sie eine Verbindung zur Instanz herstellen und das Windows-Betriebssystem konfigurieren. In einem weiteren Abschnitt lernen Sie dann, wie Sie SQL Server konfigurieren.

Mit Instanz verbinden

  1. Öffnen Sie in der Google Cloud Console die Seite VM-Instanzen.

    Zu „VM-Instanzen“

  2. Klicken Sie in der Spalte Name auf den Namen der Instanz, ms-sql-server.

  3. Klicken Sie oben in der Detailansicht der Instanz auf die Schaltfläche Windows-Passwort festlegen.

  4. Geben Sie einen Nutzernamen an.

  5. Klicken Sie auf Festlegen, um ein neues Passwort für die Windows-Instanz zu erzeugen.

  6. Notieren Sie sich den Nutzernamen und das Passwort, um sich bei der Instanz anmelden zu können.

  7. Bauen Sie über RDP die Verbindung zu Ihrer Instanz auf:

    • Wenn Sie Chrome RDP von FusionLabs installiert haben, klicken Sie oben in der Detailseite der Instanz auf die Schaltfläche RDP.
    • Wenn Sie einen anderen RDP-Client verwenden (z. B. Windows-Remotedesktopverbindung), klicken Sie auf das Dreipunkt-Menü der Schaltfläche RDP und laden Sie die RDP-Datei herunter. Öffnen Sie die RDP-Datei im Client.

Datenträgervolumes einrichten

Erstellen und formatieren Sie die Volumes:

  1. Suchen Sie im Startmenü nach "Server-Manager" und öffnen Sie ihn.
  2. Wählen Sie Datei- und Speicherdienste und dann Datenträger aus.

    Die lokale SSD heißt Google EphemeralDisk. Sowohl für die lokale SSD als auch für die nichtflüchtige SSD ist unter "Partition" Unknown angegeben:

    Google "EphemeralDisk"-Eintrag finden

  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die lokale SSD namens "Google Ephemeral Disk" mit 375 GB und wählen Sie Neues Volume aus.

  4. Belassen Sie die Standardwerte und wählen Sie als Datenträgerbezeichnung P:, da dies der Datenträger für die Auslagerungsdatei ist.

  5. Im Schritt "Dateisystemeinstellungen auswählen" ändern Sie die Größe der Zuordnungseinheit in 8192 und geben als Volumebezeichnung "Auslagerungsdatei" ein.

    Assistent für neue Volumes

  6. Wiederholen Sie die obigen Schritte für den zweiten nichtflüchtigen SSD-Speicher. Berücksichtigen Sie aber die folgenden drei Änderungen:

  • Wählen Sie als Laufwerksbuchstabe D: aus.
  • Legen Sie als Größe der Zuordnungseinheit 32k fest.

    Microsoft empfiehlt die Formatierung der SQL Server-Daten- und Protokolldatenträger mit 64k, aber die von der GCP verwendete nichtflüchtige Speichertechnologie funktioniert mit 32k besser. Das Ändern der Blockgröße in 32k von der Standardeinstellung 8k reduziert außerdem die Anzahl der Laufwerkvorgänge, sodass das E/A-Limit für nichtflüchtige Speicher nicht so schnell erreicht wird.

  • Geben Sie als Volumebezeichnung sqldata ein.

Beheben des Fehlers Failed to mount path - Invalid Parameter

Falls dieser Fehler auftritt, beheben Sie ihn so:

  1. Klicken Sie auf Schließen.
  2. Klicken Sie oben rechts auf das Symbol zum Aktualisieren der Datenträger.
  3. Klicken Sie in der Liste auf den nichtflüchtigen Speicher mit 500 GB.
  4. Klicken Sie im Bereich Volumes mit der rechten Maustaste auf das Volume und wählen Sie Laufwerksbuchstaben und Zugriffspfade verwalten.

    Laufwerksbuchstaben und Zugriffspfade verwalten

  5. Wählen Sie als Laufwerksbuchstabe D: aus.

  6. Klicken Sie auf OK.

Die Windows-Auslagerungsdatei verschieben

Nachdem Sie die neuen Volumes erstellt und bereitgestellt haben, können Sie die Windows-Auslagerungsdatei auf die lokale SSD verschieben. Dadurch stehen mehr IOPS auf dem nichtflüchtigen Speicher für andere Aufgaben zur Verfügung und der Zugriff auf den virtuellen Speicher erfolgt schneller.

  1. Suchen Sie im Startmenü nach Erweiterte Systemeinstellungen anzeigen und öffnen Sie das Dialogfeld.
  2. Klicken Sie auf den Tab Erweitert und anschließend im Bereich Systemleistung auf Einstellungen.
  3. Klicken Sie im Bereich Virtueller Arbeitsspeicher auf Ändern.
  4. Entfernen Sie das Häkchen bei Auslagerungsdateigröße für alle Laufwerke automatisch verwalten. Das System hat die Auslagerungsdatei im Laufwerk C:\ eingerichtet. Von dort müssen Sie sie verschieben.
  5. Klicken Sie auf C: und dann auf das Optionsfeld Keine Auslagerungsdatei.
  6. Klicken Sie auf Festlegen.
  7. Klicken Sie auf das Laufwerk P: und dann auf das Optionsfeld Größe wird vom System verwaltet, um die neue Auslagerungsdatei zu erstellen.
  8. Klicken Sie auf Festlegen.
  9. Klicken Sie dreimal auf OK, um die erweiterten Systemeinstellungen zu verlassen.

    Der Microsoft-Support hat Tipps zum Ändern der Größe des virtuellen Arbeitsspeichers veröffentlicht.

Energieprofil einrichten

Legen Sie für das Energieprofil die Einstellung High-Performance anstelle von Balanced fest.

  1. Suchen Sie im Startmenü nach "Energiesparplan auswählen" und öffnen Sie die Energieoptionen.
  2. Klicken Sie auf das Optionsfeld Hohe Leistung.
  3. Schließen Sie das Dialogfeld.

SQL Server konfigurieren

Die meisten Verwaltungsaufgaben erledigen Sie mit SQL Server Management Studio. Bei den vorkonfigurierten Images für SQL Server 2014 ist Management Studio bereits installiert. Wenn Sie jedoch das SQL Server 2016-Image verwenden, müssen Sie das Programm herunterladen und manuell installieren. Starten Sie anschließend Management Studio und klicken Sie auf Verbinden, um eine Verbindung zur Standarddatenbank herzustellen.

Daten- und Logdateien verschieben

Im vorkonfigurierten Image für SQL Server ist alles auf Laufwerk C:\ installiert, auch die Systemdatenbanken. Zum Optimieren der Einrichtung verschieben Sie diese Dateien auf das neu erstellte Laufwerk D:\. Auch sämtliche neuen Datenbanken sollen auf Laufwerk D:\ erstellt werden. Da Sie einen nichtflüchtigen SSD-Speicher nutzen, müssen Sie die Daten- und Logdateien nicht auf separaten Laufwerkpartitionen speichern.

Sie können die Installation entweder mit dem Installationsprogramm oder durch manuelles Verschieben der Dateien auf das zweite Laufwerk übertragen.

Mit dem Installationsprogramm

Wenn Sie das Installationsprogramm verwenden möchten, führen Sie c:\setup.exe aus und wählen Sie auf dem sekundären Laufwerk einen neuen Installationspfad aus.

Dateien manuell verschieben

Verschieben Sie die Systemdatenbanken und konfigurieren Sie SQL Server so, dass die Daten- und Protokolldateien auf demselben Volume gespeichert werden:

  1. Erstellen Sie einen neuen Ordner mit dem Namen D:\SQLData.
  2. Öffnen Sie ein Befehlsfenster.
  3. Geben Sie den folgenden Befehl ein, um vollständigen Zugriff auf NT Service\MSSQLSERVER zu gewähren:

    icacls D:\SQLData /Grant "NT Service\MSSQLServer":(OI)(CI)F
    
  4. Verwenden Sie die Anleitung zum Verschieben von Systemdatenbanken und zum Ändern der Standardspeicherorte für neue Datenbanken mit Management Studio.

  5. Wenn Sie die Berichtsserver-Features nutzen möchten, verschieben Sie auch die Dateien ReportServer und ReportServerTempDB.

Nachdem Sie die primären Konfigurationsdateien verschoben und das System neu gestartet haben, müssen Sie es so konfigurieren, dass es auf den neuen Speicherort für die Modell- und MSDB-Datenbanken verweist. Dazu können Sie folgendes Hilfsskript in Management Studio ausführen:

ALTER DATABASE model MODIFY FILE ( NAME = modeldev , FILENAME = 'D:\SQLData\model.mdf' )
ALTER DATABASE model MODIFY FILE ( NAME = modellog , FILENAME = 'D:\SQLData\modellog.ldf' )
ALTER DATABASE msdb MODIFY FILE ( NAME = MSDBData , FILENAME = 'D:\SQLData\MSDBData.mdf' )
ALTER DATABASE msdb MODIFY FILE ( NAME = MSDBlog , FILENAME = 'D:\SQLData\MSDBLog.ldf' )

Führen Sie anschließend folgende Schritte aus:

  1. Beenden Sie mit dem Snap-In services.msc den SQL Server-Datenbankdienst.
  2. Verschieben Sie im Windows Explorer die physischen Dateien von Laufwerk C:\, auf dem sich die Master-Datenbank befand, in das Verzeichnis D:\SQLData.
  3. Starten Sie den SQL Server-Datenbankdienst.

Systemberechtigungen einrichten

Nachdem Sie die Systemdatenbanken verschoben haben, müssen Sie einige weitere Einstellungen anpassen. Beginnen Sie mit den Berechtigungen für das Windows-Nutzerkonto mit dem Namen NT Service\MSSQLSERVER, das für das Ausführen des SQL Server-Prozesses erstellt wurde.

Erteilen der Berechtigung Lock Pages in Memory

Die Berechtigung Lock Pages in Memory der Gruppenrichtlinie hindert Windows daran, Seiten aus dem physischen in einen virtuellen Speicher zu verschieben. Damit Platz im physischen Speicher gespart und er sinnvoll organisiert wird, versucht Windows, alte, selten geänderte Seiten in die Auslagerungsdatei des virtuellen Speichers auf der Festplatte zu verschieben.

SQL Server legt wichtige Daten wie Tabellenstrukturen, Ausführungspläne und zwischengespeicherte Abfragen im Arbeitsspeicher ab. Da sich einige dieser Daten selten ändern, würden sie normalerweise in die Auslagerungsdatei verschoben. Wenn dies geschieht, kann die Leistung von SQL Server sinken. Durch das Gewähren der Berechtigung Lock Pages in Memory der Gruppenrichtlinie für das SQL Server-Dienstkonto wird das Verschieben der Daten verhindert.

Gehen Sie so vor:

  1. Klicken Sie auf Start und suchen Sie nach Gruppenrichtlinie bearbeiten, um die Konsole zu öffnen.
  2. Blenden Sie Richtlinie für lokalen Computer > Computerkonfiguration > Windows-Einstellungen > Lokale Richtlinien > Zuweisen von Benutzerrechten ein.
  3. Suchen Sie nach Lock Pages in Memory (Sperren von Seiten im Speicher) und doppelklicken Sie darauf.
  4. Klicken Sie auf Nutzer oder Gruppe hinzufügen.
  5. Suchen Sie nach "NT Service\MSSQLSERVER".
  6. Wenn Ihnen mehrere Namen angezeigt werden, doppelklicken Sie auf den Namen MSSQLSERVER.
  7. Klicken Sie zweimal auf OK.
  8. Lassen Sie die Konsole des Gruppenrichtlinien-Editors geöffnet.

Seiten sperren

Erteilen der Berechtigung Perform volume maintenance tasks

Wenn eine Anwendung von Windows Speicherplatz anfordert, sucht das Betriebssystem einen ausreichend großen Speicherplatzbereich und überschreibt den gesamten Bereich mit Nullen, ehe es ihn der Anwendung überlässt. Da SQL Server stetig wachsende Dateien anlegt und viel Speicherplatz belegt, ist dieses Verhalten nicht optimal.

Für das Zuweisen von Speicherplatz an eine Anwendung gibt es eine eigene API, die oft als sofortige Dateiinitialisierung bezeichnet wird. Diese Einstellung funktioniert zwar nur für Datendateien, aber einer der folgenden Abschnitte enthält auch Informationen zu wachsenden Protokolldateien. Für die sofortige Dateiinitialisierung benötigt das Dienstkonto, über das der SQL Server-Prozess ausgeführt wird, eine weitere Berechtigung der Gruppenrichtlinie namens Perform volume maintenance tasks.

  1. Suchen Sie im Gruppenrichtlinien-Editor nach "Durchführen von Volumewartungsaufgaben".
  2. Fügen Sie wie im vorherigen Abschnitt das Konto "NT Service\MSSQLSERVER" hinzu.
  3. Starten Sie den SQL Server-Prozess neu, um beide Einstellungen zu aktivieren.

TempDB einrichten

Früher wurde empfohlen, die CPU-Auslastung unter SQL Server durch Erstellen einer TempDB-Datei pro CPU zu optimieren. Da die Zahl der CPUs jedoch immer weiter gestiegen ist, führt eine solche Vorgehensweise heute zu Leistungseinbußen. Verwenden Sie daher zuerst vier TempDB-Dateien. Beobachten Sie die Leistung Ihres Systems. In seltenen Fällen kann es notwendig sein, die Zahl der TempDB-Dateien schrittweise auf bis zu acht zu erhöhen.

Sie können ein T-SQL-Skript (Transact-SQL) in SQL Server Management Studio ausführen, um die TempDB-Dateien in einen Ordner auf dem Laufwerk „p:“ zu verschieben.

  1. Erstellen Sie das Verzeichnis p:\tempdb.
  2. Gewähren Sie dem Nutzerkonto "NT Service\MSSQLSERVER" vollständigen Sicherheitszugriff:

    icacls p:\tempdb /Grant "NT Service\MSSQLServer":(OI)(CI)F
    
  3. Führen Sie in SQL Server Management Studio das folgende Skript aus, um die TempDB-Daten- und die Logdatei zu verschieben:

    USE Master
    GO
    ALTER DATABASE [tempdb] MODIFY FILE (NAME = tempdev, FILENAME = 'p:\tempdb\tempdb.mdf')
    GO
    ALTER DATABASE [tempdb] MODIFY FILE (NAME = templog, FILENAME = 'p:\tempdb\templog.ldf')
    GO
    
  4. Starten Sie SQL Server neu.

  5. Führen Sie das folgende Skript aus, um die Dateigrößen zu ändern und drei weitere Datendateien für die neue TempDB zu erstellen:

    ALTER DATABASE [tempdb] MODIFY FILE (NAME = tempdev, FILENAME = 'p:\tempdb\tempdb.mdf', SIZE=8GB)
    ALTER DATABASE [tempdb] MODIFY FILE (NAME = templog, FILENAME = 'p:\tempdb\templog.ldf' , SIZE = 2GB)
    ALTER DATABASE [tempdb] ADD FILE (NAME = 'tempdev1', FILENAME = 'p:\tempdb\tempdev1.ndf' , SIZE = 8GB, FILEGROWTH = 0);
    ALTER DATABASE [tempdb] ADD FILE (NAME = 'tempdev2', FILENAME = 'p:\tempdb\tempdev2.ndf' , SIZE = 8GB, FILEGROWTH = 0);
    ALTER DATABASE [tempdb] ADD FILE (NAME = 'tempdev3', FILENAME = 'p:\tempdb\tempdev3.ndf' , SIZE = 8GB, FILEGROWTH = 0);
    GO
    

    Wenn Sie SQL Server 2016 verwenden, müssen Sie nach den vorherigen Schritten drei zusätzliche TempDB-Dateien entfernen:

    ALTER DATABASE [tempdb] REMOVE FILE temp2;
    ALTER DATABASE [tempdb] REMOVE FILE temp3;
    ALTER DATABASE [tempdb] REMOVE FILE temp4;
    
  6. Starten Sie SQL Server noch einmal neu.

  7. Löschen Sie die model-, MSDB-, master- und tempdb-Dateien aus dem ursprünglichen Speicherort auf dem Laufwerk C:\.

Sie haben die TempDB-Dateien erfolgreich auf die lokale SSD-Partition verschoben. Wie zuvor erwähnt birgt dies gewisse Risiken, aber falls die Dateien aus irgendeinem Grund verloren gehen sollten, erstellt SQL Server die TempDB-Dateien neu. Durch das Verschieben der TempDB-Dateien profitieren Sie von der höheren Leistung der lokalen SSD und benötigen weniger IOPS auf den nichtflüchtigen Speichern.

Einstellen von max degree of parallelism

Es empfiehlt sich, die Anzahl der Server-CPUs als Standardeinstellung für max degree of parallelism zu verwenden. Ab einem gewissen Punkt dauert es jedoch wesentlich länger, eine Abfrage in 16 oder 32 parallelen Blöcken auszuführen und dann die Ergebnisse zusammenzuführen, als diese Anfrage in einem einzelnen Prozess auszuführen. Wenn Sie eine Instanz mit 16 oder 32 Kernen verwenden, können Sie den Wert für max degree of parallelism mit dem folgenden T-SQL-Skript auf 8 festlegen:

USE Master
GO
EXEC sp_configure 'show advanced options', 1
GO
RECONFIGURE WITH OVERRIDE
GO
EXEC sp_configure 'max degree of parallelism', 8
GO
RECONFIGURE WITH OVERRIDE
GO

Einstellen von max server memory

Diese Einstellung ist standardmäßig sehr hoch. Sie sollten dafür stattdessen die Anzahl der Megabyte des verfügbaren physischen RAM-Speichers festlegen, abzüglich einiger Gigabyte für das Betriebssystem und Overhead. Mit dem folgenden T-SQL-Beispielskript wird der Wert max server memory auf 100 GB geändert. Passen Sie den Wert im Skript einfach an die Speicherkapazität Ihrer Instanz an. Weitere Informationen finden Sie im Dokument Server Memory Configuration Options (Konfigurationsoptionen für Serverspeicher).

EXEC sp_configure 'show advanced options', 1
GO
RECONFIGURE WITH OVERRIDE
GO
exec sp_configure 'max server memory', 100000
GO
RECONFIGURE WITH OVERRIDE
GO

Fertigstellen

Starten Sie die Instanz noch einmal neu, um sicherzugehen, dass alle neuen Einstellungen übernommen wurden. Damit ist Ihr SQL Server-System fertig konfiguriert und Sie können eigene Datenbanken erstellen sowie konkrete Arbeitslasten testen. Unter Best Practices für SQL Server-Instanzen finden Sie weitere Informationen zu sinnvollen Vorgehensweisen, zur Leistung sowie zu Funktionen der Enterprise Edition.

Bereinigen

Nachdem Sie die SQL Server-Anleitung abgeschlossen haben, können Sie die auf Google Cloud erstellten Ressourcen bereinigen, damit sie keine kostenpflichtigen Kontingente verbrauchen. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie Sie diese Ressourcen löschen oder deaktivieren.

Projekt löschen

Am einfachsten vermeiden Sie weitere Kosten, wenn Sie das zum Ausführen der Anleitung erstellte Projekt löschen.

So löschen Sie das Projekt:

  1. Wechseln Sie in der Cloud Console zur Seite Ressourcen verwalten.

    Zur Seite „Ressourcen verwalten“

  2. Wählen Sie in der Projektliste das Projekt aus, das Sie löschen möchten, und klicken Sie dann auf Löschen.
  3. Geben Sie im Dialogfeld die Projekt-ID ein und klicken Sie auf Shut down (Beenden), um das Projekt zu löschen.

Instanzen löschen

So löschen Sie eine Compute Engine-Instanz:

  1. Öffnen Sie in der Cloud Console die Seite VM-Instanzen.

    Zu „VM-Instanzen“

  2. Klicken Sie auf das Kästchen für die Instanz, die Sie löschen möchten.
  3. Klicken Sie auf  Löschen, um die Instanz zu löschen.

Nichtflüchtige Speicher löschen

So löschen Sie nichtflüchtige Speicher:

  1. Rufen Sie in der Cloud Console die Seite Laufwerke auf.

    Zur Seite „Laufwerke“

  2. Wählen Sie das Kästchen neben dem zu löschenden Laufwerk aus.

  3. Klicken Sie oben auf der Seite auf Löschen.

Weitere Informationen