Start-Checkliste für die Google Cloud Platform

Einführung

In dieser Start-Checkliste werden Best Practices für den Start kommerzieller Anwendungen auf der Google Cloud Platform hervorgehoben. Sie wurde für Unternehmensentwickler entworfen, die bereits mit der Google Cloud Platform und den angebotenen Diensten vertraut sind, und nach einer Anleitung für den Start ihrer Anwendung suchen.

Einige Google Cloud Platform-Dienste haben eine dienstspezifische Start-Checkliste, z. B. die Start-Checkliste für App Engine. Verwenden Sie die dienstspezifische Checkliste als detaillierte Anleitung und diese allgemeine Start-Checkliste der Google Cloud Platform als allgemeine Anleitung.

Wenn Sie gerade erst mit der Google Cloud Platform angefangen haben, finden Sie in Übersicht über die Google Cloud Platform oder in kostenlose Testversion ausprobieren nützliche Informationen. Um sich mit einem bestimmten Dienst vertraut zu machen, können Sie die Schnellstartanleitung zu diesem Dienst ausprobieren. Dazu stehen Ihnen beispielsweise das Tutorial zum Ausprobieren von App Engine, der Schnellstart mit Compute Engine oder der Cloud Storage-Schnellstart zur Verfügung.

Diese Start-Checkliste ist in fünf Abschnitte eingeteilt:

  • Gestaltung und Entwicklung der Architektur
  • Alphatests
  • Sanfter Start
  • Endgültiger Start
  • Nach dem Start

Die Abschnitte werden in der Reihenfolge präsentiert, in der wir Ihnen empfehlen, Ihre Anwendung zu starten. Sie sollten also mit der Checkliste zur Gestaltung und Entwicklung der Architektur beginnen, da sie Aktivitäten enthält, die Sie zu Beginn des Entwicklungszyklus Ihrer Anwendung durchführen sollten. Die Checkliste für den sanften Start wiederum beinhaltet Aktivitäten, die kurz vor dem Start der Anwendung empfohlen werden. Der genaue zeitliche Ablauf der Tätigkeiten auf der Checkliste und die Dauer hängen jedoch von dem Typ der Anwendung, die Sie starten, und den Unternehmensressourcen, die sie unterstützen, ab.

Die Start-Checkliste wurde geschaffen, um reibungslose Produktstarts und eine großartige Erfahrung für Ihre Nutzer sicherzustellen. Wir empfehlen die Verwendung dieser Checklisten für Ihre bestehenden und neuen Anwendungen, die auf der Google Cloud Platform ausgeführt werden.

Checkliste zur Gestaltung und Entwicklung der Architektur

Diese Checkliste sollten Sie am Anfang der Anwendungsentwicklung abarbeiten. Die Checkliste ist in vier Aktivitätsgruppen unterteilt:

  • Arbeiten an der Softwarearchitektur
  • Kontaktpunkte mit Google aufbauen
  • Bereitstellung
  • Startpläne und Traffic-Schätzungen erstellen

Sie können Aktivitäten aus den einzelnen Gruppen parallel ausführen. Die Aktivitäten mit Bezug zur Softwarearchitektur sollten Sie jedoch so früh wie möglich beginnen, da sie länger dauern.

Arbeiten an der Softwarearchitektur

Aktivität
❑  
Zusammenfassung zur Architektur erstellen. Dazu gehören ein Gesamtaufbaudiagramm, eine Zusammenfassung der Prozessabläufe und eine detaillierte Beschreibung der Dienstinteraktionspunkte. Führen Sie jeden Dienst in der Google Cloud Platform auf und beschreiben Sie, wie er verwendet wird. Nennen Sie auch die verwendeten experimentellen Google APIs und Google APIs, die nicht zur Cloud Platform gehören, sowie APIs von Drittanbietern.
❑  
Build- und Versionierungs-, Konfigurations- und Sicherheitsprozesse dokumentieren. Dies sollte möglichst automatisiert werden.
❑  
Prozesse zur Routine-Datensicherung, planmäßigen Wartung und Notfallwiederherstellung dokumentieren. Test des Wiederherstellungsprozesses mit echten Daten. Stellen Sie fest, wie viel Zeit für eine volle Wiederherstellung benötigt wird, und berücksichtigen Sie dies bei den Prozessen zur Notfallwiederherstellung.
❑  
DevOps-Prozesse dokumentieren; vor allem, wenn Sie Ihr Supportsystem auf das von Google abstimmen müssen. Definieren und dokumentieren Sie Ihre Prozesse zur Systemüberwachung und zur Benachrichtigung. Sorgen Sie dafür, dass DevOps mit der Google Cloud Platform Console vertraut und an Tests beteiligt ist. Überwachen Sie das Cloud Status Dashboard.

Kontaktpunkte mit Google aufbauen

Aktivität
❑  
Notfallkontakte bei Google festlegen und testen. Dazu sollten Sie mindestens Google Cloud Support der Stufe "Silber" erwerben. Sehen Sie sich an, wie Probleme gemeldet werden (wie man beispielsweise Probleme mit der App Engine meldet), und üben Sie dies, unabhängig von der Stufe des Supports.
❑  
Ihr Team mit dem Google Cloud Support Center vertraut machen – sowohl mit Web- bzw. E-Mail-Diensten als auch, je nach erworbener Servicestufe, mit den Abläufen im Telefonsupport. Testen Sie es am Wochenende. Testen Sie es spät in der Nacht. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Team weiß, wie Google zu erreichen ist.
❑  
Prozesse vorbereiten, damit Sie schnell reagieren können, wenn Mitarbeiter des Supports Rückfragen zu Ihren Tickets bei Cloud Support haben. Dies ist besonders für P1-Tickets wichtig. So können Ihre Probleme schnell behoben und die Ausfallzeiten für Ihren Dienst möglichst kurz gehalten werden. Unsere Analyse zeigt, dass die Zeit, in der auf Informationen des Kunden gewartet wird, fast 30 % der Gesamtzeit für die Problemlösung beträgt.

Bereitstellung

Aktivität
❑  
Google Cloud Platform-Projekte für jede Ihrer Entwicklungsumgebungen bereitstellen, z. B. Dev, Test oder Prod.
❑  
Die Google Cloud Platform-Abrechnung aktivieren und Ihre Kosten modellieren. Weitere Informationen finden Sie im Preisrechner.
❑  
Domains und Zertifikate bereitstellen. Zertifikate mit der Admin-Konsole von Google Apps installieren. Weitere Informationen finden Sie unter SSL für eine benutzerdefinierte Domain und SSL-Zertifikate für benutzerdefinierte Domains konfigurieren.
❑  
Weitere benötigte Dienste von Google und Drittanbietern bereitstellen. Diese Dienste sollten in die Aktivitäten dieses Startvorganges aufgenommen werden.

Startpläne und Traffic-Prognosen erstellen

Aktivität
❑  
Traffic-Prognosen für die gesamte Lösung und alle Unterkomponenten berechnen.
❑  
Einen Startplan erstellen und dafür sorgen, dass dieser beim Start zur Bestätigung herangezogen wird. Er sollte jeden anderen erforderlichen Prozess und jedes andere erforderliche Dokument umfassen.
❑  
Einen Testplan erstellen. Darin sollten immer Tests enthalten sein, in denen Code für Produktionsdienste und von solchen abhängiger Code bereitgestellt wird. Testen und wieder testen. Viele möglichst realistische Tests durchführen und möglichst viele Menschen und Prozesse einbeziehen.
❑  
Einen Lasttestplan erstellen. Planen Sie jedes Mal das "Zurücksetzen" der Google Cloud Platform-Projekte ein, z. B. das Löschen von Cloud Datastore-Entitäten oder Cloud Storage-Buckets und Objekten. Führen Sie für internationale Starts auch internationale Tests durch.
❑  
Eine Kontingentanalyse durchführen. Informieren Sie sich über Kontingente, überwachen Sie Kontingentdetails und legen Sie Supporttickets über das Google Cloud Support Center an, um eine Kontingentanpassung anzufordern.

Checkliste für Alphatests

Verwenden Sie die Checkliste für Alphatests, wenn der Code fast fertig ist und Sie erste Messwerte zu Ihrer Anwendung erhalten möchten.

Aktivität
❑  
Traffic-Schätzungen überarbeiten.
❑  
Startplan anhand der aktuellen Anwendungslogs überarbeiten.
❑  
Die Kontingentanalyse anhand der Traffic-Prognosen überarbeiten und Support-Tickets im Google Cloud Support Center erstellen, um Anpassungen der Kontingente anzufordern.
❑  
Mindestens eine weitere Runde an Lasttests durchführen, da sich sowohl Ihre Lösung als auch die Google Cloud Platform fast kontinuierlich weiterentwickeln.
❑  
Ein Schritt-für-Schritt-Bereitstellungsskript und einen entsprechenden Test erstellen. Das Ziel besteht darin, eine dokumentierte Anleitung für Build- und Release-Prozesse zu haben, die prüfbar, wiederholbar und umfassend ist.
❑  
Überprüfen, ob Ihre Systemüberwachung und -benachrichtigungen ausreichend und effektiv sind.
❑  
Schwere Ausfälle simulieren und Ihre Notfallwiederherstellungsprozesse testen. Beziehen Sie dabei möglichst viele Ihrer Mitarbeiter und Prozesse in die Tests ein.
❑  
Rechenzentrumsausfälle, Dienstausfälle, Datenfehler und andere unwahrscheinliche Ereignisse simulieren. Auf unerwartete Ereignisse mit größerem Ausmaß vorbereitet sein.
❑  
Build- und Release-Fehler simulieren. Können Sie einen Rollback effizient durchführen? Ist der Prozess dokumentiert?
❑  
Fehler in der Konfigurationsverwaltung simulieren. Warum waren diese möglich? Wie werden Lücken geschlossen? Wie kann man Lücken schneller erkennen und schließen?
❑  
Alles mehrfach testen. Ziehen Sie in Betracht, Aufzeichnungen über die an den Tests beteiligten Leute und Maschinen zu machen, um zu erkennen, wo Fehler und undokumentierte Aktivitäten auftreten.

Checkliste für den sanften Start

Vor dem kommerziellen Start Ihrer Anwendung sollten Sie anhand der Checkliste für den sanften Start testen, ob alles für die Einführung bereit ist.

Aktivität
❑  
Ihre Bereitstellungsskripts durchspielen. Fehler und Lücken, die auftreten, korrigieren. Alle nötigen Schritte für die Bereitstellung aufzeichnen.
❑  
Lasttest für das 1,5- bis 2,0-Fache der Traffic-Prognose durchführen.
❑  
Jedes auftretende Problem erkennen und lösen. Ihr Kostenmodell anhand tatsächlicher Kosten überprüfen. Bestätigen, dass sich die Betriebskosten innerhalb des Budgets bewegen. Ihr Kostenmodell bei Bedarf überarbeiten.
❑  
Möglichkeiten zur Kostenreduzierung ermitteln und überprüfen.

Checkliste für den endgültigen Start

Gehen Sie die Checkliste für den endgültigen Start kurz vor dem Start und während des Starts durch.

Aktivität
❑  
Ihre Bereitstellungsskripts durchspielen. Auftretende Probleme dokumentieren und beheben.
❑  
Alle Ihre Teammitglieder für das Erkennen und Lösen aufkommender Probleme in Bereitschaft versetzen.

Checkliste nach dem Start

Aktivität
❑  
Gewonnene Erkenntnisse festhalten und alle relevanten Dokumente aktualisieren.
❑  
Ein Dokument mit einer Projekt-Retrospektive erstellen.
Hat Ihnen diese Seite weitergeholfen? Teilen Sie uns Ihr Feedback mit:

Feedback geben zu...