Start-Checkliste für Compute Engine

Einführung

Diese Start-Checkliste für Compute Engine enthält empfohlene Aktivitäten, die Sie vor dem Start einer kommerziellen Anwendung, die Google Compute Engine nutzt, ausführen sollten. Sie umfasst nur auf Compute Engine bezogene Aktivitäten. In der allgemeinen Start-Checkliste für Google Cloud Platform finden Sie Aktivitäten, die für alle Dienste ausgeführt werden sollten.

Die Start-Checkliste für Compute Engine richtet sich an Entwickler, die sich gut mit Compute Engine auskennen. Anfänger dagegen finden unter Kurzanleitung: Instanz erstellen und Apache starten Anleitungen zur Verwendung von Compute Engine.

Die Checkliste ist in fünf Abschnitte unterteilt:

  • Architekturgestaltung und Entwicklung
  • Alphatests
  • Sanfter Start
  • Endgültiger Start
  • Nach dem Start

Die Abschnitte werden in der Reihenfolge vorgestellt, in der Sie damit den Start Ihrer Anwendung vorbereiten sollen. Sie sollten also mit der Checkliste Architekturgestaltung und Entwicklung beginnen, da sie Aktivitäten enthält, die Sie zu Beginn des Entwicklungszyklus Ihrer App durchführen sollten. Die Checkliste für den sanften Start wiederum beinhaltet Aktivitäten, die kurz vor dem Start der App empfohlen werden. Der genaue zeitliche Ablauf der Checklistenaktivitäten und die Dauer hängen jedoch von Ihrem Zeitrahmen für die App-Entwicklung ab.

Checkliste Architekturgestaltung und Entwicklung

Diese Checkliste sollten Sie am Anfang der Anwendungsentwicklung abarbeiten. Sie können Aktivitäten aus den einzelnen Gruppen parallel ausführen. Die Aktivitäten mit Bezug zur Softwarearchitektur sollten Sie jedoch so früh wie möglich beginnen, da sie länger dauern.

Aktivitäten
Community/Gruppen/Foren
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Holen Sie sich auf Stack Overflow Unterstützung bei der Google Compute Engine-Community. Hier finden Sie viele hilfreiche Informationen und praktische Tipps.
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Abonnieren Sie die Gruppe Google Compute Engine Operations, um wichtige dienstbezogene Ankündigungen wie Benachrichtigungen über Ausfälle und Dienststörungen zu erhalten.
Traffic-Schätzung
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Berechnen Sie den geschätzten Traffic, am besten mit einer Tabelle, damit Sie Ihre Annahmen und Funktionen prüfen können. Beginnen Sie mit verfügbaren Datenpunkten und entwickeln Sie Ihre Schätzungen dann weiter. Anhand der Trafficschätzungen können Sie die erforderlichen Kerne und Laufwerke sowie den benötigten Netzwerkdurchsatz ermitteln.
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Berechnen Sie den geschätzten Durchsatz (MB/s, GB/s usw.). Achten Sie auch auf einen gewissen DoS-Schutz auf Anwendungs-/VM-Ebene wie IP-Drosselung.
Traffic-Schätzung
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Falls Sie Ihre Anwendung regionenübergreifend bereitstellen, vergewissern Sie sich, dass die Netzwerklatenz aufgrund der regionenübergreifenden Kommunikation akzeptabel ist (wenn z. B. virtuelle Maschinen in Europa eine Verbindung zu Redis in Nordamerika herstellen).
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Falls Ihre Anwendung externe Verbindungen zu Ihrer lokalen Infrastruktur erfordert, sollten Sie überlegen, ob Google Cloud Interconnect etwas für Sie wäre.
Kontingentverwaltung
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Falls Sie Unternehmenskunde sind, sprechen Sie über das Google for Work-Supportcenter (GWSC) mit dem Support über Ihren Ressourcen-/CPU-/Festplattenbedarf. Wenn Sie kein Unternehmenskunde sind, stellen Sie auf der Seite Kontingente in der GCP Console eine Anfrage zur Erhöhung Ihres Kontingents.
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Beachten Sie, dass die API zum Aufrufen von Compute Engine-Operationen auch Raten- und Tageskontingente hat. Weitere Informationen finden Sie unter API-Ratenlimits.
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Prüfen Sie die Verfügbarkeit der Compute Engine-Ressourcenkontingente. Stellen Sie sicher, dass Compute Engine-Kerne, persistente Festplatten und öffentliche IP-Adressen in der primären Region/Zone und in der Region/Zone für die Notfallwiederherstellung verfügbar sind. Wenn Sie Autoscaling verwenden, vergewissern Sie sich, dass auch der erwartete Anstieg der Spitzenlast berücksichtigt ist.
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Reservieren Sie eine statische externe IP-Adresse oder weisen Sie Instanzen, die Zugang zum Internet benötigen, externe IP-Adressen zu. Bei Instanzen, die keine externe IP-Adresse brauchen, müssen Sie keine angeben.
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Schätzen Sie die Anforderungen der persistenten Festplatten. Ihre Leistung hängt von der Größe ab. Schätzen Sie die erforderlichen IOPS für verschiedene Dienste (z. B. E/A-intensive Datenbank im Vergleich zu reinen Speicherdiensten). Die Preis-Leistungs-Merkmale können Sie anhand der Informationen unter Compute Engine-Datenträger: Preis, Leistung und Persistenz ermitteln.
DevOps/Betrieb
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Entwerfen Sie eine Sicherungsstrategie und einen Notfallwiederherstellungsplan, der schrittweise Verfahren zum Neustart von Diensten in einer anderen Region oder Zone vorsieht. Wenn Ihre Anwendung zonale Dienste hat, berücksichtigen Sie in Ihrem Plan den Ausfall einer einzelnen Zone. Testen Sie die Migration von einer Region/Zone zur anderen und zurück.
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Vergewissern Sie sich, dass in den Notfallwiederherstellungsplänen zonen- oder regionenspezifische Ressourcen berücksichtigt sind. Die Pläne für die Notfallvorsorge können das Einrichten einer Datenreplikation auf bestimmten Ressourcen vorsehen. Persistente Festplatten sind beispielsweise zonenspezifisch, daher sollten die Daten auf einer persistenten Festplatte in einer Zone in einer anderen Zone repliziert werden.
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Prüfen Sie, ob die TCP-/Betriebssystemeinstellungen individueller virtueller Maschinen (z. B. /etc/sysctl.conf, ulimit) in den Start- und Bereitstellungsskripts enthalten sind.
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Vergewissern Sie sich, dass keine eingestellten Zonen verwendet werden.
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Richten Sie ein Monitoring-/Benachrichtigungssystem ein. Sie können das Monitoringsystem entweder programmatisch mit Cloud Monitoring einrichten oder Benachrichtigungen über Google Stackdriver einbinden.
Tests
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Erstellen Sie einen Testplan mit Tests, die Startskripts, die Instanzerstellung, die Authentifizierung zwischen Projekten, die Leistung persistenter Festplatten, Instanzausfälle, die Instanzmigration, Firewallregeln, Paketverluste, externe Netzwerkprobleme usw. prüfen.

Checkliste Alphatests

Verwenden Sie die Checkliste für Alphatests, wenn der Code fast fertig ist und Sie erste Messwerte zu Ihrer Anwendung erhalten möchten.

Aktivitäten
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Entwerfen Sie schrittweise Migrationsverfahren und prüfen Sie Abhängigkeiten wie VPNs, Firewalls, DNS, Compute Engine-Kontingente, Cloud Storage-Buckets und BigQuery-Datasets.
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Prüfen Sie das Migrationsverfahren ggf. anhand der Test- und Entwicklungsumgebungen.
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Führen Sie mindestens noch eine weitere Runde an Funktions- und Lasttests durch.
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Prüfen Sie das Kontingent eine Woche vor dem Start noch einmal (d. h. erstellen Sie Instanzen und lassen Sie sie laufen). Das Compute Engine-Kontingent hängt von der Region ab und gibt eine Kapazitätsgrenze an, keine Garantie.

Checkliste für den sanften Start

Vor dem kommerziellen Start Ihrer Anwendung sollten Sie anhand der Checkliste für den sanften Start testen, ob alles für die Einführung bereit ist.

Aktivität
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Führen Sie das Produktionsmigrationsverfahren durch, um die virtuellen Maschinen zu starten und die Netzwerke, Firewalls, Anwendungsserver und Datenbanken zu konfigurieren.

Checkliste für den endgültigen Start

Arbeiten Sie die Checkliste für den endgültigen Start kurz vor dem Start bzw. während des Starts ab.

Aktivität
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Falls Sie eine Supportvereinbarung haben, informieren Sie den Unternehmenssupport über das Datum/den zeitlichen Ablauf des Starts.
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Schließen Sie die Migrationsverfahren ab.

Checkliste nach dem Start

Aktivität
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Erstellen Sie regelmäßig Sicherungen/Snapshots von Konfigurationsdateien und VM-Laufzeiten (z. B. Snapshots persistenter Festplatten). Laden Sie mit gcloud compute die Konfigurationseinstellungen herunter.
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