Ressourcenkontingente

Compute Engine legt aus verschiedenen Gründen Kontingente für die Ressourcennutzung fest. Diese schützen unter anderem die gesamte Google Cloud-Community vor unerwarteten Auslastungsspitzen. Google Cloud bietet außerdem kostenlose Testkontingente, die einen eingeschränkten Zugriff für Projekte bieten, die zum Kennenlernen von Google Cloud im Rahmen einer kostenlosen Testversion dienen.

Es gelten nicht für alle Projekte dieselben Kontingente. Bei einer intensiveren Nutzung von Google Cloud können Ihre Kontingente entsprechend erhöht werden. Falls Sie eine deutlich stärkere Auslastung erwarten, können Sie auf der Seite Kontingente der Cloud Console eine Anpassung Ihres Kontingents anfordern.

Kontingent prüfen

Das verfügbare Kontingent für Ressourcen in Ihrem Projekt können Sie auf der Seite Kontingente in der Google Cloud Console ermitteln.

Wenn Sie dafür das gcloud-Befehlszeilentool verwenden, führen Sie den folgenden Befehl aus, um projektweite Kontingente zu prüfen. Ersetzen Sie dabei myproject durch Ihre Projekt-ID:

gcloud compute project-info describe --project myproject

In den Ergebnissen sind keine Kontingente pro Region aufgeführt. Führen Sie den folgenden Befehl aus, in dem [REGION] die Region angibt, für die Sie Kontingentinformationen auflisten möchten, um diese zu erhalten:

gcloud compute regions describe [REGION]

Ein höheres Kontingent anfordern

Auf der Seite Kontingente in der Cloud Console können Sie höhere oder niedrigere Kontingente anfordern. Es fallen keine Gebühren für die Anforderung eines höheren Kontingents an. Ihre Kosten erhöhen sich nur dann, wenn Sie mehr Ressourcen verwenden.

Berechtigungen zum Bearbeiten von Kontingenten

Sie benötigen die Berechtigung serviceusage.quotas.update, um Ihre Kontingente zu ändern. Diese ist standardmäßig in den vordefinierten Rollen Inhaber, Bearbeiter und Kontingentadministrator enthalten.

Änderung des Kontingents anfordern

  1. Rufen Sie die Seite Kontingente auf.

    Zur Seite "Kontingente"

  2. Wählen Sie auf der Seite "Kontingente" die Kontingente aus, die Sie ändern möchten.
  3. Klicken Sie oben auf der Seite auf Kontingente bearbeiten.
  4. Klicken Sie das Kästchen des Dienstes an, den Sie bearbeiten möchten.
  5. Geben Sie Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Telefonnummer ein und klicken Sie auf "Weiter".
  6. Geben Sie Ihre Anfrage zum Erhöhen des Kontingents ein und klicken Sie auf "Weiter".
  7. Senden Sie die Anfrage.
  8. Anfragen zum Verringern des Kontingents werden standardmäßig abgelehnt. Sollten Sie Ihr Kontingent verringern wollen, antworten Sie bitte auf die E-Mail des Supports und erklären Sie Ihre Anforderungen. Ein Supportmitarbeiter wird innerhalb von 48 Stunden auf Ihre Anfrage antworten.

Sie sollten zusätzliche Ressourcen einige Tage im Voraus planen und anfordern, damit genügend Zeit bleibt, um die Anfrage zu bearbeiten.

Kontingente und Ressourcenverfügbarkeit

Ressourcenkontingente legen die maximale Anzahl der Ressourcen eines bestimmten Typs fest, die Sie erstellen können, sofern diese Ressourcen verfügbar sind. Sie garantieren jedoch nicht, dass jederzeit Ressourcen zur Verfügung stehen. Wenn eine Ressource nicht verfügbar ist bzw. das Kontingent der von Ihnen gewählten Region erschöpft ist, können Sie keine neuen Ressourcen dieses Typs erstellen, selbst wenn Ihr Kontingent in der Region oder dem Projekt noch nicht erschöpft ist. Beispiel: Ihr Kontingent zum Erstellen externer IP-Adressen in us-central1 ist noch nicht aufgebraucht, aber in dieser Region sind keine IP-Adressen mehr verfügbar.

Es kann auch vorkommen, dass Sie zwar ein regionales Kontingent haben, aber in einer bestimmten Zone keine Ressource verfügbar ist. Beispiel: Sie haben in der Region us-central1 ein Kontingent zum Erstellen von VM-Instanzen, können jedoch keine VM-Instanzen in der Zone us-central1-a erstellen, wenn das Kontingent der Zone ausgeschöpft ist. Versuchen Sie in solchen Fällen, dieselbe Ressource in einer anderen Zone zu erstellen, zum Beispiel in us-central1-f. Weitere Informationen zu Ihren Optionen bei erschöpften zonalen Ressourcen finden Sie unter Allgemeine Fehlerbehebung.

Grundlegendes zu Kontingenten für VM-Instanzen, CPUs und IP-Adressen

Bei der Planung der Anforderungen von VM-Instanzen gibt es eine Reihe von Kontingenten, die sich darauf auswirken, wie viele VM-Instanzen Sie erstellen können, und berücksichtigt werden müssen.

Regionale und globale Kontingente

VM-Kontingente werden auf regionaler Ebene verwaltet. Die Kontingente für VM-Instanzen, Instanzgruppen, CPUs und Festplatten können unabhängig von der Zone von jeder beliebigen VM in der Region genutzt werden. Das CPU-Kontingent ist beispielsweise ein regionales Kontingent, deshalb gilt für jede Region ein anderes Limit und eine andere Nutzungsanzahl. Um eine Instanz vom Typ n1-standard-16 in einer beliebigen Zone der Region us-central1 zu starten, benötigen Sie ein Kontingent für mindestens 16 CPUs in us-central1.

Netzwerk- und Load-Balancing-Kontingente werden benötigt, um Firewalls, Load-Balancer, Netzwerke und VPNs zu erstellen. Dies sind globale Kontingente, die nicht von einer Region abhängig sind. Ein globales Kontingent kann von jeder Region genutzt werden. Beispielsweise verbrauchen genutzte und statische externe IP-Adressen, die Load-Balancern und HTTP(S)-Proxys zugewiesen sind, globale Kontingente.

CPUs

Das CPU-Kontingent bezieht sich auf die Gesamtzahl der virtuellen CPUs in Ihren VM-Instanzen in einer Region. CPU-Kontingente gelten für ausgeführte und reservierte Instanzen. Sowohl normale Instanzen als auch Instanzen auf Abruf nutzen dieses Kontingent.

Zum Schutz der Compute Engine-Systeme und anderer Nutzer haben einige neue Konten und Projekte auch ein globales CPUs (All Regions)-Kontingent. Dieses gilt regionenübergreifend und betrifft die Gesamtzahl Ihrer vCPUs in allen Regionen.

Wenn Sie beispielsweise in einer Region (z. B. us-central1) noch 48 vCPUs aber für das Kontingent CPUs (All Regions) nur 32 vCPUs haben, können Sie in der Region trotz des verbleibenden Kontingents nur 32 vCPUs starten. Das liegt daran, dass das Kontingent CPU (All Regions) ausgeschöpft wurde. Sie müssen vorhandene Instanzen löschen, um neue Instanzen starten zu können.

GPUs

Wie das CPU-Kontingent bezieht sich auch das GPU-Kontingent auf die Gesamtzahl der virtuellen GPUs in allen VM-Instanzen in einer Region. Prüfen Sie auf der Seite Kontingente, ob in Ihrem Projekt ausreichend GPUs zur Verfügung stehen, und fordern Sie ggf. ein höheres Kontingent an. Neue Konten und Projekte haben außerdem ein globales GPU-Kontingent, das für alle Regionen gilt.

Wenn Sie ein GPU-Kontingent anfordern, müssen Sie ein Kontingent für die GPU-Modelle, die Sie in den einzelnen Regionen erstellen möchten, sowie ein zusätzliches globales Kontingent für die Gesamtzahl der GPUs aller Typen in allen Zonen anfordern.

VM-Instanzen

Das Kontingent für VM-Instanzen ist ein regionales Kontingent, mit dem die Anzahl der vorhandenen VM-Instanzen in einer bestimmten Region unabhängig davon eingeschränkt wird, ob die VM ausgeführt wird oder nicht. Dieses Kontingent ist in der Google Cloud Console nicht sichtbar, wird jedoch von Compute Engine automatisch auf das 10-fache Ihres regulären CPU-Kontingents gesetzt. Sie brauchen dieses Kontingent nicht anzufordern. Wenn Sie ein Kontingent für weitere VM-Instanzen benötigen, sollten Sie weitere CPUs anfordern, da sich dadurch das Kontingent erhöht. Das Kontingent wird auf ausgeführte und nicht ausgeführte sowie auf normale Instanzen und Instanzen auf Abruf angerechnet.

Kontingente für Ressourcen auf Abruf

Um CPUs auf Abruf oder an VM-Instanzen auf Abruf angehängte GPUs bzw. lokale SSDs zu verwenden, müssen Sie in Ihrem Projekt für die jeweilige Ressource ein Kontingent haben.

Sie können für Preemptible CPUs, Preemptible GPUs oder Preemptible Local SSDs (GB) spezielle Kontingente auf Abruf anfordern. Wenn für Ihr Projekt kein Kontingent auf Abruf vorhanden ist, können Sie Ressourcen auf Abruf aber weiterhin im Rahmen des regulären Kontingents starten.

Nachdem Ihnen von Compute Engine ein Kontingent auf Abruf in einer Region zugeteilt wurde, werden alle Instanzen auf Abruf automatisch auf das Auf-Abruf-Kontingent angerechnet.

Laufwerkskontingente

Die folgenden Kontingente für nichtflüchtigen Speicher und lokale SSDs gelten je Region:

  • Local SSD (GB): Kombinierte Gesamtgröße der lokalen SSD-Partitionen, die in einer Region an VMs angehängt werden können. Eine lokale SSD ist ein schnelles, ephemerisches Laufwerk, das für Scratch-Jobs, den lokalen Cache oder Verarbeitungsjobs mit einer hohen Fehlertoleranz genutzt werden kann, da der Inhalt dieses Laufwerks nach dem Neustart einer VM-Instanz nicht mehr verfügbar ist. Lokale SSD-Partitionen werden in Schritten von 375 GB verkauft. Es können bis zu acht lokale SSD-Partitionen an eine VM angehängt werden. Im gcloud-Tool und in der API wird die Gesamtgröße als LOCAL_SSD_TOTAL_GB angegeben.

  • Persistent disk standard (GB): Gesamtgröße der nichtflüchtigen Standardspeicher, die in einer Region erstellt werden können. Wie unter Leistung von nichtflüchtigen Speichern und lokalen SSDs optimieren beschrieben, bieten nichtflüchtige Standardspeicher weniger IOPS und Durchsatz als nichtflüchtige SSD-Speicher oder lokale SSDs. Sie können jedoch kostengünstig als große langlebige Laufwerke für Speicher, als Bootlaufwerke und für serielle Schreibvorgänge wie Logs eingesetzt werden. Nichtflüchtige Standardspeicher sind langlebig und können in unbegrenzter Zahl an eine VM in derselben Zone angehängt werden. Im gcloud-Tool und in der API wird die Gesamtgröße als DISKS_TOTAL_GB angegeben. Dieses Kontingent gilt auch für regionale nichtflüchtige Standardspeicher. Regionale Laufwerke verbrauchen jedoch pro GB doppelt so viel vom Kontingent, weil sie innerhalb einer Region in zwei Zonen repliziert werden.

  • Persistent disk SSD (GB): Kombinierte Gesamtgröße der Partitionen nichtflüchtiger SSD-Speicher, die in einer Region erstellt werden können. Nichtflüchtige SSD-Speicher umfassen mehrere Replikate und bieten mehr IOPS und einen höheren Durchsatz als nichtflüchtige Standardspeicher, wie unter Leistung von nichtflüchtigen Speichern und lokalen SSDs optimieren beschrieben. Nichtflüchtige SSD-Speicher bieten kostengünstigen langlebigen Speicher für hohe E/A-Anforderungen. Sie stehen in unbegrenzter Zahl zum Anhängen an eine VM innerhalb derselben Zone zur Verfügung. Im gcloud-Tool und in der API wird die Gesamtgröße als SSD_TOTAL_GB angegeben. Dieses Kontingent ist vom lokalen SSD-Kontingent getrennt. Dieses Kontingent gilt auch für regionale nichtflüchtige SSD-Speicher. Regionale Laufwerke verbrauchen jedoch pro GB doppelt so viel vom Kontingent, weil sie innerhalb einer Region in zwei Zonen repliziert werden.

IP-Adressen

Sie benötigen eine ausreichende Anzahl von IP-Adressen für jede VM, die über das öffentliche Internet erreichbar sein muss. Das regionale IP-Kontingent gilt für die Zuweisung von IPv4-Adressen an VMs in der Region und das globale IP-Kontingent für die Zuweisung von IPv4-Adressen an globale Netzwerkressourcen wie HTTP-Proxys und Load-Balancer. Google Cloud bietet passend zu Ihren Anforderungen verschiedene Arten von IP-Adressen an. Weitere Informationen zu Preisen finden Sie unter Preise für externe IP-Adressen.

  • IP-Adressen in Verwendung: Umfassen sitzungsspezifische und statische IP-Adressen, die aktuell von einer Ressource verwendet werden.
  • Statische externe IP-Adressen: Externe IP-Adressen, die für Ihre Ressourcen reserviert wurden und auch nach dem Neustart einer Maschine beibehalten werden. Sie können diese Adressen bei DNS- und Domainanbietern registrieren, um eine nutzerfreundliche Adresse zu erhalten, beispielsweise www.example-site.com.
  • Statische interne IP-Adressen: Statische interne IP-Adressen bieten die Möglichkeit, interne IP-Adressen aus dem in Ihrem Subnetz konfigurierten privaten IP-Bereich gemäß RFC 1918 zu reservieren. Diesen reservierten internen Adressen können Sie nach Bedarf Ressourcen zuordnen.