Was ist Datenverarbeitung?

Bei der Datenverarbeitung werden Rohdaten wie Zahlen, Texte, Bilder oder Messwerte in eine nützlichere, verständlichere und wertvollere Form umgewandelt, die oft als Information bezeichnet wird. Sie ist die zentrale Engine, die Rohdaten in verwertbare Informationen umwandelt. Damit ist sie eine wichtige Funktion für moderne Unternehmen, erweiterte Analysen und KI-Systeme.

Der Datenverarbeitungszyklus

Ob Sie nun mit einer kleinen Tabelle oder mit riesigen Datenmengen arbeiten, die Verarbeitung folgt einem standardmäßigen, wiederholbaren Prozess, dem sogenannten Datenverarbeitungszyklus.

Dies wird oft als Datenverarbeitungszyklus bezeichnet und bildet die Grundlage für gängige Datenintegrations-Frameworks wie ETL (Extract, Transform, Load). Das Verständnis dieses Zyklus ist der Schlüssel zur Entwicklung effizienter und zuverlässiger Daten-Workflows.

  1. Erhebung: Rohdaten erfassen. Hier beginnt der Zyklus. Sie erfassen Rohdaten aus verschiedenen Quellen, die von Website-Protokollen und Kundenumfragen bis hin zu Messwerten von Sensoren und Finanztransaktionen reichen können. In dieser Phase können auch spezielle Techniken wie Change Data Capture (CDC) zum Einsatz kommen, mit denen sich Änderungen effizient direkt aus den Quelldatenbanken streamen lassen.
  2. Vorbereitung/Bereinigung: Rohdaten transformieren. Dieser wichtige Schritt, der oft als Datenvorverarbeitung bezeichnet wird, umfasst das Bereinigen und Strukturieren der Rohdaten. Dazu gehören der Umgang mit fehlenden Werten, das Korrigieren von Fehlern, das Entfernen von Duplikaten und das Konvertieren der Daten in ein Format, das mit dem Prozessor kompatibel ist – der speziellen Engine, die für die Analyse des Datasets entwickelt wurde.
  3. Eingabe: Dem Prozessor werden vorbereitete Daten zugeführt. Die bereinigten und vorbereiteten Daten werden in das Verarbeitungssystem eingegeben. Dieses System repräsentiert die umfassendere Umgebung – z.​B. einen Cloud-Dienst, ein Computerprogramm oder ein KI-Modell –, die die im vorherigen Schritt definierte spezifische Prozessorlogik enthält.
  4. Verarbeitung: Algorithmen ausführen. In dieser Phase finden die eigentlichen Berechnungen, Manipulationen und Transformationen statt. Der Computer oder das System führt bestimmte Algorithmen und Regeln aus, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, z. B. Daten zu sortieren, mathematische Berechnungen durchzuführen oder verschiedene Datasets zusammenzuführen.
  5. Ausgabe/Interpretation: Ergebnisse präsentieren. Die Ergebnisse der Verarbeitung werden in einem nützlichen und lesbaren Format präsentiert. Das Ergebnis kann ein Bericht, ein Diagramm, eine aktualisierte Datenbank, eine an einen Nutzer gesendete Warnung oder das Training eines KI-Modells sein.
  6. Speicher: Verarbeitete Daten archivieren. Schließlich werden sowohl die Rohdaten als auch die verarbeiteten Informationen sicher gespeichert, um sie später verwenden, prüfen oder weiter analysieren zu können. Dies ist ein wichtiger Schritt, um Data Governance und Verlauf zu erhalten.

Vorteile moderner Datenverarbeitung

Eine effektive, moderne Datenverarbeitung kann leistungsstarke, quantifizierbare Vorteile bieten.

Durch Bereinigung und Vorbereitung werden Fehler, Redundanzen und Inkonsistenzen reduziert. So können Sie einen Datensatz mit deutlich höherer Qualität erstellen, auf den Sie sich bei der Analyse verlassen können.

Eine Einzelhandelskette kann beispielsweise Inventardaten aus Hunderten von Geschäften verarbeiten, um doppelte Einträge zu entfernen. So wird sichergestellt, dass nicht versehentlich Ware bestellt wird, die bereits in den Regalen liegt.

Durch die Verarbeitung werden Rohdaten in klare, prägnante Informationen umgewandelt, die es Führungskräften und Entscheidungsträgern ermöglichen, schneller und sicherer Entscheidungen auf der Grundlage zuverlässiger Daten zu treffen.

Nehmen wir an, der Manager eines Callcenters beobachtet die verarbeiteten Daten zu den durchschnittlichen Wartezeiten. Wenn die Daten jeden Dienstag um 14 Uhr einen Anstieg zeigen, kann der Manager für diesen Zeitraum mehr Personal einplanen.

Durch die Automatisierung von Datenverarbeitungs-Workflows mit modernen Tools können unzählige Stunden manueller Arbeit eingespart, die Zeit bis zur Erkenntnisgewinnung verkürzt und die technischen Teams entlastet werden, sodass sie sich auf Innovationen konzentrieren können.

Ein Finanzteam könnte beispielsweise den Abgleich von Ausgaben am Ende des Monats automatisieren. So würde aus einer manuellen Tabellenkalkulationsaufgabe, die eine Woche dauert, ein Prozess, der in wenigen Minuten abgeschlossen ist.

Gut strukturierte und verarbeitete Daten sind die wesentliche Grundlage für den Betrieb komplexer Modelle, einschließlich Deep Learning und Large Language Models, die Anwendungen generativer KI ermöglichen.

Ein Logistikunternehmen könnte historische Versanddaten verwenden, um ein Machine-Learning-Modell zu trainieren, das Lieferverzögerungen aufgrund von Wetterbedingungen vorhersagt. So könnten Lkw proaktiv umgeleitet werden.

Vier Arten der Datenverarbeitung

Je nach geschäftlichen Anforderungen müssen Daten unterschiedlich verarbeitet werden. Die Methode, die Sie wählen, hängt stark davon ab, wie schnell Sie die Ergebnisse benötigen.

Datenverarbeitung in Echtzeit

Dabei werden Daten unmittelbar nach ihrer Erzeugung verarbeitet, oft innerhalb von Millisekunden. Die Datenverarbeitung in Echtzeit ist für Aufgaben unerlässlich, die sofortige Reaktionen erfordern, wie z. B. Börsenhandel, Betrugserkennung und Aktualisierung von Live-Dashboards.

Batchdatenverarbeitung

Bei dieser Methode werden Daten über einen Zeitraum hinweg gesammelt und dann auf einmal in großen Gruppen, sogenannten Batches, verarbeitet. Es eignet sich für nicht dringende Aufgaben wie die Berechnung vonGehaltsabrechnungen, die Erstellung von Finanzberichten zum Tagesende oder die Erstellung monatlicher Stromrechnungen.

Streamdatenverarbeitung

Ähnlich wie bei der Echtzeitverarbeitung wird bei der Datenstromverarbeitung ein kontinuierlicher Datenfluss verarbeitet, sobald die Daten generiert werden. Dabei wird eine Abfolge von Ereignissen analysiert und darauf reagiert, anstatt dass nur ein einzelner Datenpunkt betrachtet wird. Oft werden Open-Source-Plattformen wie Apache Kafka als zugrunde liegende Engine verwendet. Dies wird häufig für IoT-Sensordaten oder die Überwachung von Website-Clickstreams verwendet.

Interaktive Datenverarbeitung

Diese Art der Verarbeitung findet statt, wenn ein Nutzer direkt mit den Daten oder dem System interagiert. Wenn ein Nutzer beispielsweise auf einer Website sucht oder eine App auf seinem Smartphone ausführt, löst er ein interaktives Datenverarbeitungsereignis aus, das sofort ein Ergebnis liefert.

Die Zukunft der Datenverarbeitung

Die Art und Weise, wie wir Daten verarbeiten, entwickelt sich ständig weiter, wobei wir immer mehr Geschwindigkeit, Umfang und Automatisierung benötigen.

Mehrere konkurrierende Ansätze und ereignisgesteuerte Architektur

Die moderne Datenverarbeitung führt zu einem deutlichen Wandel weg von monolithischen Anwendungen hin zu agileren, modularen Architekturen. Dabei kommen oft Container zum Einsatz, die Anwendungen und ihre Abhängigkeiten zur Portabilität verpacken, sowie Mikrodienste, die komplexe Anwendungen in kleinere, unabhängige Funktionen aufteilen.

Diese Technologien werden häufig zusammen mit serverlosem Computing eingesetzt, bei dem Cloud-Anbieter die Infrastruktur vollständig verwalten. Zusammen ermöglichen sie ereignisgesteuerte Architekturen. Bei diesem Modell laufen die Verarbeitungsjobs nicht ständig, sondern werden nur ausgelöst, wenn ein bestimmtes „Ereignis“ eintritt, z. B. wenn neue Daten in einem Speicher-Bucket ankommen. Dieser Ansatz trägt dazu bei, Kosten zu senken, und ermöglicht es Systemen, sich automatisch zu skalieren, um beliebige Nachfragemengen zu erfüllen.

KI-gestützte Datenqualität und Automatisierung

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden direkt in die Verarbeitungspipeline eingebunden, um Datenqualitätsprüfungen zu automatisieren und Anomalien zu erkennen. Diese KI-gestützte Automatisierung kann die Vorbereitungsphase optimieren, die traditionell am zeitaufwendigsten ist.

Edge-Computing und lokale Verarbeitung

Mit der Zunahme von IoT-Geräten und der massiven Datengenerierung an der Quelle verlagert Edge Computing die Datenverarbeitung näher an den Ort, an dem die Daten entstehen (die „Edge“). So können kritische Daten wie die von Überwachungssystemen in einer Fabrik sofort und lokalisiert verarbeitet werden. Das reduziert die Latenz und die Kosten für die Übertragung aller Rohdaten zurück in eine zentrale Cloud.

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