Bei der Datenverarbeitung werden Rohdaten wie Zahlen, Texte, Bilder oder Messwerte in eine nützlichere, verständlichere und wertvollere Form umgewandelt, die oft als Information bezeichnet wird. Sie ist die zentrale Engine, die Rohdaten in verwertbare Informationen umwandelt. Damit ist sie eine wichtige Funktion für moderne Unternehmen, erweiterte Analysen und KI-Systeme.
Ob Sie nun mit einer kleinen Tabelle oder mit riesigen Datenmengen arbeiten, die Verarbeitung folgt einem standardmäßigen, wiederholbaren Prozess, dem sogenannten Datenverarbeitungszyklus.
Dies wird oft als Datenverarbeitungszyklus bezeichnet und bildet die Grundlage für gängige Datenintegrations-Frameworks wie ETL (Extract, Transform, Load). Das Verständnis dieses Zyklus ist der Schlüssel zur Entwicklung effizienter und zuverlässiger Daten-Workflows.
Eine effektive, moderne Datenverarbeitung kann leistungsstarke, quantifizierbare Vorteile bieten.
Durch Bereinigung und Vorbereitung werden Fehler, Redundanzen und Inkonsistenzen reduziert. So können Sie einen Datensatz mit deutlich höherer Qualität erstellen, auf den Sie sich bei der Analyse verlassen können.
Eine Einzelhandelskette kann beispielsweise Inventardaten aus Hunderten von Geschäften verarbeiten, um doppelte Einträge zu entfernen. So wird sichergestellt, dass nicht versehentlich Ware bestellt wird, die bereits in den Regalen liegt.
Durch die Verarbeitung werden Rohdaten in klare, prägnante Informationen umgewandelt, die es Führungskräften und Entscheidungsträgern ermöglichen, schneller und sicherer Entscheidungen auf der Grundlage zuverlässiger Daten zu treffen.
Nehmen wir an, der Manager eines Callcenters beobachtet die verarbeiteten Daten zu den durchschnittlichen Wartezeiten. Wenn die Daten jeden Dienstag um 14 Uhr einen Anstieg zeigen, kann der Manager für diesen Zeitraum mehr Personal einplanen.
Durch die Automatisierung von Datenverarbeitungs-Workflows mit modernen Tools können unzählige Stunden manueller Arbeit eingespart, die Zeit bis zur Erkenntnisgewinnung verkürzt und die technischen Teams entlastet werden, sodass sie sich auf Innovationen konzentrieren können.
Ein Finanzteam könnte beispielsweise den Abgleich von Ausgaben am Ende des Monats automatisieren. So würde aus einer manuellen Tabellenkalkulationsaufgabe, die eine Woche dauert, ein Prozess, der in wenigen Minuten abgeschlossen ist.
Gut strukturierte und verarbeitete Daten sind die wesentliche Grundlage für den Betrieb komplexer Modelle, einschließlich Deep Learning und Large Language Models, die Anwendungen generativer KI ermöglichen.
Ein Logistikunternehmen könnte historische Versanddaten verwenden, um ein Machine-Learning-Modell zu trainieren, das Lieferverzögerungen aufgrund von Wetterbedingungen vorhersagt. So könnten Lkw proaktiv umgeleitet werden.
Je nach geschäftlichen Anforderungen müssen Daten unterschiedlich verarbeitet werden. Die Methode, die Sie wählen, hängt stark davon ab, wie schnell Sie die Ergebnisse benötigen.
Datenverarbeitung in Echtzeit
Dabei werden Daten unmittelbar nach ihrer Erzeugung verarbeitet, oft innerhalb von Millisekunden. Die Datenverarbeitung in Echtzeit ist für Aufgaben unerlässlich, die sofortige Reaktionen erfordern, wie z. B. Börsenhandel, Betrugserkennung und Aktualisierung von Live-Dashboards.
Batchdatenverarbeitung
Bei dieser Methode werden Daten über einen Zeitraum hinweg gesammelt und dann auf einmal in großen Gruppen, sogenannten Batches, verarbeitet. Es eignet sich für nicht dringende Aufgaben wie die Berechnung vonGehaltsabrechnungen, die Erstellung von Finanzberichten zum Tagesende oder die Erstellung monatlicher Stromrechnungen.
Streamdatenverarbeitung
Ähnlich wie bei der Echtzeitverarbeitung wird bei der Datenstromverarbeitung ein kontinuierlicher Datenfluss verarbeitet, sobald die Daten generiert werden. Dabei wird eine Abfolge von Ereignissen analysiert und darauf reagiert, anstatt dass nur ein einzelner Datenpunkt betrachtet wird. Oft werden Open-Source-Plattformen wie Apache Kafka als zugrunde liegende Engine verwendet. Dies wird häufig für IoT-Sensordaten oder die Überwachung von Website-Clickstreams verwendet.
Interaktive Datenverarbeitung
Diese Art der Verarbeitung findet statt, wenn ein Nutzer direkt mit den Daten oder dem System interagiert. Wenn ein Nutzer beispielsweise auf einer Website sucht oder eine App auf seinem Smartphone ausführt, löst er ein interaktives Datenverarbeitungsereignis aus, das sofort ein Ergebnis liefert.
Die Art und Weise, wie wir Daten verarbeiten, entwickelt sich ständig weiter, wobei wir immer mehr Geschwindigkeit, Umfang und Automatisierung benötigen.
Die moderne Datenverarbeitung führt zu einem deutlichen Wandel weg von monolithischen Anwendungen hin zu agileren, modularen Architekturen. Dabei kommen oft Container zum Einsatz, die Anwendungen und ihre Abhängigkeiten zur Portabilität verpacken, sowie Mikrodienste, die komplexe Anwendungen in kleinere, unabhängige Funktionen aufteilen.
Diese Technologien werden häufig zusammen mit serverlosem Computing eingesetzt, bei dem Cloud-Anbieter die Infrastruktur vollständig verwalten. Zusammen ermöglichen sie ereignisgesteuerte Architekturen. Bei diesem Modell laufen die Verarbeitungsjobs nicht ständig, sondern werden nur ausgelöst, wenn ein bestimmtes „Ereignis“ eintritt, z. B. wenn neue Daten in einem Speicher-Bucket ankommen. Dieser Ansatz trägt dazu bei, Kosten zu senken, und ermöglicht es Systemen, sich automatisch zu skalieren, um beliebige Nachfragemengen zu erfüllen.
Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden direkt in die Verarbeitungspipeline eingebunden, um Datenqualitätsprüfungen zu automatisieren und Anomalien zu erkennen. Diese KI-gestützte Automatisierung kann die Vorbereitungsphase optimieren, die traditionell am zeitaufwendigsten ist.
Mit der Zunahme von IoT-Geräten und der massiven Datengenerierung an der Quelle verlagert Edge Computing die Datenverarbeitung näher an den Ort, an dem die Daten entstehen (die „Edge“). So können kritische Daten wie die von Überwachungssystemen in einer Fabrik sofort und lokalisiert verarbeitet werden. Das reduziert die Latenz und die Kosten für die Übertragung aller Rohdaten zurück in eine zentrale Cloud.
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