Was ist End User Computing (EUC)?

End User Computing (EUC) bezeichnet die Systeme und Tools, die es Mitarbeitern ermöglichen, auf die Anwendungen, Daten und Desktops zuzugreifen, die sie für ihre Arbeit benötigen. Sie umfasst alles von physischen Geräten wie Laptops und Smartphones bis hin zu Software, die diese verwaltet und schützt.

Früher mussten IT-Teams jeden einzelnen Computer manuell konfigurieren, was langsam und teuer war. Moderne EUC verlagert diese Belastung von der Verwaltung physischer Hardware hin zu sicheren, cloudbasierten Lösungen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, von überall aus zu arbeiten.

Kernkomponenten von Lösungen für Endnutzer-Computing

Um zu verstehen, was End-User-Computing im technischen Sinne ist, ist es hilfreich, die verschiedenen beteiligten Technologien aufzuschlüsseln. Diese Komponenten sorgen zusammen für eine nahtlose Erfahrung für Entwickler und allgemeine Mitarbeiter.

Infografik zu den Kernkomponenten von Lösungen für Endnutzer-Computing

Physische Endpunkte

Der sichtbarste Teil von EUC ist die Hardware. Dazu gehören Laptops, Desktop-Computer, Smartphones, Tablets und Thin Clients (abgespeckte Computer, die auf einen Server angewiesen sind, um die rechenintensiven Aufgaben zu erledigen). Seit 2024 hat sich die Vielfalt der Endpunkte verändert. Viele Beschäftigte nutzen täglich zwei oder mehr Geräte, um ihre Aufgaben zu erledigen.

Virtual Desktop Infrastructure (VDI)

VDI ist eine Technologie, bei der Desktopumgebungen auf einem zentralen Server und nicht auf dem lokalen Gerät gehostet werden. Wenn sich ein Nutzer anmeldet, wird ihm ein virtuelles Bild seines Desktops angezeigt. Die gesamte Verarbeitung findet im Rechenzentrum statt. Das sorgt für Datensicherheit, da die Daten nie auf dem Laptop des Nutzers gespeichert werden.

Desktop as a service (DaaS)

DaaS ist wie VDI, nur in der öffentlichen Cloud. Anstatt dass Ihr Unternehmen teure Server für virtuelle Desktops kauft und verwaltet, übernimmt ein Drittanbieter das Hosting für Sie. Sie zahlen eine Abogebühr und der Anbieter kümmert sich um die Hardwarewartung. So können Sie ganz einfach skalieren, wenn Sie neue Mitarbeiter einstellen.

Anwendungsvirtualisierung

Manchmal brauchen Sie keinen vollständigen Desktop, sondern nur eine bestimmte Anwendung. Bei der Anwendungsvirtualisierung wird eine einzelne App auf das Gerät des Nutzers übertragen. Das kann nützlich sein, um ältere Software auf modernen Geräten auszuführen. Mit modernen Lösungen wie Virtual App Delivery (VAD) können Sie beispielsweise eine Legacy-App direkt in einen Webbrowser streamen.

VDI im Vergleich zu DaaS im Vergleich zu cloudnativen Endpunkten

Die Wahl der richtigen Lösungen für Endnutzer-Computing hängt von Ihrem Budget und Ihren Sicherheitsanforderungen ab. In der folgenden Tabelle werden die drei gängigsten Ansätze verglichen.

Funktion

Virtual Desktop Infrastructure (VDI)

Desktop as a service (DaaS)

Cloudnativ/Browser-First

Primärer Standort

Lokales Rechenzentrum

Anbieter öffentlicher Cloud-Dienste

SaaS-Apps und Webbrowser

Kostenmodell

Investitionsausgaben (Vorabkosten für Hardware)

Betriebskosten (Abo)

Betriebskosten (niedrige Hardwarekosten)

Verwaltung

Höherer IT-Aufwand

Mittlerer IT-Aufwand

Geringerer IT-Aufwand

Optimal für

Strenge Compliance-Anforderungen

Schnelle Skalierung

Allgemeine Belegschaft und SaaS-Nutzer

Funktion

Virtual Desktop Infrastructure (VDI)

Desktop as a service (DaaS)

Cloudnativ/Browser-First

Primärer Standort

Lokales Rechenzentrum

Anbieter öffentlicher Cloud-Dienste

SaaS-Apps und Webbrowser

Kostenmodell

Investitionsausgaben (Vorabkosten für Hardware)

Betriebskosten (Abo)

Betriebskosten (niedrige Hardwarekosten)

Verwaltung

Höherer IT-Aufwand

Mittlerer IT-Aufwand

Geringerer IT-Aufwand

Optimal für

Strenge Compliance-Anforderungen

Schnelle Skalierung

Allgemeine Belegschaft und SaaS-Nutzer

Der Übergang zu browserbasiertem Computing und Anwendungs-Streaming

VDI und DaaS bieten zwar eine vollständige Desktop-Umgebung, aber moderne EUC-Strategien setzen zunehmend auf den Webbrowser als primäre Schnittstelle für die Arbeit. Dieser Ansatz entkoppelt die Anwendung vollständig vom zugrunde liegenden Betriebssystem.

Anstatt virtuelle Desktops zu verwalten, können Unternehmen jetzt Software per Anwendungsstreaming bereitstellen. Bei diesem Modell wird die Anwendung auf einem sicheren Server ausgeführt, die visuelle Oberfläche wird jedoch als Pixel in einem Browsertab auf dem Gerät des Nutzers gestreamt. Das bietet einen deutlichen technischen Vorteil: Die bei herkömmlichen VDI-Lösungen häufig auftretende „Double-Hop“-Latenz wird vermieden und Nutzer müssen nicht erst eine sekundäre Windows-Desktopoberfläche aufrufen, um auf ein Tool zuzugreifen. So können ältere Anwendungen parallel zu modernen SaaS-Tools ausgeführt werden. Das Ergebnis ist ein einheitlicher, browserbasierter Arbeitsbereich, der sicher, einfach zu verwalten und ressourcenschonend ist.

Anwendungsfälle für EUC

End User Computing unterstützt eine Vielzahl von Geschäftsszenarien. So werden diese Tools in verschiedenen Branchen in der Praxis eingesetzt.

Wenn Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, benötigen sie Zugriff auf interne Dateiserver und Intranetseiten. EUC-Lösungen wie DaaS bieten einen sicheren „Tunnel“ zu diesen Ressourcen. So kann ein Entwickler im Homeoffice sicher auf die Codebasis zugreifen, ohne Dateien auf ein unsicheres persönliches Laufwerk kopieren zu müssen.

Callcenter haben oft eine hohe Fluktuation und Schichtarbeit. Anstatt für jeden Mitarbeiter einen eigenen Computer zu kaufen, können Unternehmen Thin Clients verwenden. Mehrere Kundenservicemitarbeiter können während verschiedener Schichten denselben physischen Arbeitsplatz nutzen. Wenn sich Agent A abmeldet und Agent B anmeldet, sieht Agent B sofort seinen eigenen Desktop und seine Einstellungen.

Einem Auftragnehmer einen vollständig bereitgestellten Firmenlaptop zu geben, ist teuer und logistisch schwierig. Mit EUC können Sie einem Auftragnehmer sicheren Zugriff auf einen virtuellen Desktop gewähren, der nur die Tools enthält, die er benötigt. Auch wenn das Unternehmen möglicherweise weiterhin ein physisches Gerät für den Zugriff auf diese Umgebung bereitstellen muss, kann es sich dabei um einen einfachen Thin Client handeln, auf dem keine sensiblen Daten lokal gespeichert werden. Nach Ablauf des Vertrags deaktivieren Sie einfach die Anmeldedaten, sodass keine Unternehmensdaten auf dem physischen Gerät verbleiben.

Die Zusammenführung zweier Unternehmen erfordert in der Regel eine jahrelange IT-Integration. VDI und DaaS können diesen Prozess beschleunigen. Das übernehmende Unternehmen kann den neuen Mitarbeitern sofort virtuelle Desktops zur Verfügung stellen. So können sie schon am ersten Tag auf die E‑Mail- und HR-Systeme der Muttergesellschaft zugreifen, lange bevor die IT vollständig integriert ist.

Warum ist eine EUC-Strategie für moderne Unternehmen so wichtig?

Eine effektive EUC-Strategie ist mehr als nur eine Frage der Bequemlichkeit – sie kann für Unternehmen eine Notwendigkeit sein. Mit einer effektiven EUC können Unternehmen die Sicherheit verbessern und die Produktivität ihrer Mitarbeiter unabhängig von ihrem Standort aufrechterhalten.

Sicherheit und Compliance

Die traditionelle Sicherheit beruhte darauf, eine „Firewall“ um das Büro zu errichten. Da Nutzer heute von überall aus arbeiten, gibt es diesen Perimeter nicht mehr. EUC zentralisiert Daten, sodass sie in der Cloud oder im Rechenzentrum verbleiben und nicht auf einem Laptop gespeichert werden, der im Zug verloren gehen könnte. Dies entspricht den Sicherheitsgrundsätzen von Zero Trust, bei denen der Zugriff auf der Identität und nicht nur auf dem Standort basiert.


Hybrid- und Remote-Arbeit

Die moderne Arbeitswelt ist dezentral. Studien zufolge waren im Jahr 2023 fast 28% aller Arbeitstage bezahlte Homeoffice-Tage. EUC ermöglicht dies, indem es sicherstellt, dass ein Mitarbeiter im Homeoffice in London denselben sicheren Zugriff auf Dateien und Anwendungen hat wie ein Mitarbeiter in der Zentrale in New York.


BYOD (Bring your own device)

Viele Mitarbeiter bevorzugen es, ihre eigenen Geräte zu verwenden. Eine solide EUC-Richtlinie ermöglicht dies, indem sie Unternehmensdaten von privaten Daten trennt. So kann ein Entwickler beispielsweise eine containerisierte App auf seinem privaten Smartphone verwenden, um Code-Reviews zu prüfen, ohne dass das Unternehmen Zugriff auf seine privaten Fotos oder Nachrichten erhält.

Wie Google Cloud das Computing für Endnutzer*innen verändert

Google Cloud geht das Thema Endnutzer-Computing anders an. Anstatt einfach alte Desktop-Computer in die Cloud zu verlagern, konzentriert sich Google Cloud auf die Bereitstellung eines sicheren Zugriffs über moderne, cloudbasierte Tools. Der Fokus verschiebt sich von der Verwaltung schwerfälliger Betriebssysteme hin zu sofortiger Produktivität.

Der „Browser-First“-Endpunkt (ChromeOS)

ChromeOS-Geräte (Chromebooks) sind von Grund auf sicher. Sie booten in Sekundenschnelle und sind resistent gegen herkömmliche Ransomware-Angriffe. Mit Chrome Enterprise können IT-Teams Tausende von Geräten über eine einzige Cloud-Konsole verwalten und Sicherheitsrichtlinien ohne VPN durchsetzen.

Virtual App Delivery

Manchmal brauchen Sie aber doch eine bestimmte Anwendung. Durch die Übernahme von Cameyo durch Google können Unternehmen diese Legacy-Anwendungen nahtlos bereitstellen. Anstatt eines langsamen, teuren virtuellen Desktops streamt Cameyo die jeweilige App in einen Chrome-Browser-Tab. Das ist ideal für Unternehmen, die in die Cloud wechseln möchten, aber durch ein kritisches Legacy-ERP-System daran gehindert werden.

Partnerlösungen (VDI mit „schweren“ Workloads)

Für Poweruser, die die vollen Windows-Funktionen benötigen – wie etwa Ingenieure, die CAD-Software verwenden – arbeitet Google Cloud mit Branchenführern zusammen. Sie können Citrix oder VMware (über die Google Cloud VMware Engine) direkt in der globalen Infrastruktur von Google Cloud ausführen. So können Sie die vertrauten traditionellen Tools mit der Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit des Glasfasernetzes von Google Cloud nutzen.

Produktivität und Zusammenarbeit

Google Workspace vervollständigt das Bild, indem die eigentliche Arbeit in die Cloud verlagert wird. Wenn Sie installierte Office-Software durch cloudnative Tools wie Docs, Sheets und Drive ersetzen, müssen Dateien nicht mehr auf einer lokalen Festplatte gespeichert werden. So lässt sich das Risiko von Datenverlusten verringern und die Zusammenarbeit in Echtzeit ermöglichen.

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Cloud-Infrastruktur für Ihren Code

Für Entwickler geht es beim Endnutzer-Computing nicht nur darum, Mitarbeitern einen Laptop zu geben, sondern auch darum, die Entwicklungsumgebung zu definieren. Wenn Sie Ihre Entwicklungsumgebung von einer lokalen physischen Maschine in die Cloud verlagern, können Sie die Leistung und Flexibilität verbessern, die ein Standard-Laptop nicht bieten kann.

Leistungsstarke Remote-Entwicklung

Komplexe Builds, Datenverarbeitungsaufgaben und Container-Orchestrierung können einen lokalen Laptop an seine Grenzen bringen. Wenn Sie Ihre Entwicklungsumgebung in die Cloud verlagern, können Sie auf leistungsstarke virtuelle Maschinen (VMs) mit enormen CPU-, Beschleuniger- und RAM-Kapazitäten zugreifen. Sie können auf einem leichten Chromebook oder Tablet programmieren, während eine leistungsstarke Google Cloud Compute Engine-Instanz die rechenintensiven Aufgaben im Hintergrund übernimmt.

Betriebssysteme standardisieren

Inkonsistente Umgebungen sind für Entwicklungsteams ein großes Problem. Mit cloudbasierter Entwicklung können Sie das Betriebssystem, die Bibliotheken und die Tools für das gesamte Team standardisieren. Mit Google Cloud Workstations können Sie verwaltete Entwicklungsumgebungen erstellen, die sicherstellen, dass alle Entwickler mit genau derselben Konfiguration arbeiten. Dadurch verkürzt sich die Onboarding-Zeit von Tagen auf Minuten und Fehler, die durch lokale Konfigurationsabweichungen verursacht werden, werden vermieden.

Sicherer Zugriff auf Produktionsdaten

Entwickler müssen oft auf sensible Daten zugreifen, um Fehler zu beheben oder Tests durchzuführen. Das Herunterladen dieser Daten auf einen lokalen Laptop ist ein Sicherheitsrisiko. Mit einem sicheren, cloudgehosteten Desktop oder einer Workstation können Sie mit den Daten dort arbeiten, wo sie sich befinden, ohne dass sie das sichere Cloud-Netzwerk verlassen.

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