Boto-Konfigurationsdatei

Auf dieser Seite wird beschrieben, wie gsutil eine boto-Konfigurationsdatei verwendet. Außerdem finden Sie ein Beispiel für eine boto-Zusammenarbeit. Die boto-Konfigurationsdatei wird auch von boto verwendet, dem Amazon S3 SDK for Python.

Konfigurationsdatei

Der Standardspeicherort für die boto-Konfigurationsdatei ist das Basisverzeichnis des Nutzers, ~/.boto unter Linux und macOS bzw. %HOMEDRIVE%%HOMEPATH% unter Windows. Sie können den Speicherort der Konfigurationsdatei mit dem Befehl gsutil version -l abrufen.

Mit einer entsprechenden Einstellung der Umgebungsvariablen BOTO_CONFIG können Sie die Verwendung der Konfigurationsdatei überschreiben. Sie können auch einen Pfad zu boto-Konfigurationsdateien festlegen, die geladen werden sollen, indem Sie die Umgebungsvariable BOTO_PATH konfigurieren. Das kann zum Beispiel in Szenarien mit Datenfreigabe oder Zusammenarbeit nützlich sein, wie im nachstehenden Beispiel veranschaulicht.

  • Bei Installation von gsutil als Bestandteil des Google Cloud SDK:

    Es wird empfohlen, gsutil als Bestandteil des Google Cloud SDK zu installieren. In diesem Fall enthält die boto-/gsutil-Konfigurationsdatei Werte, die das Verhalten von gsutil steuern, beispielsweise welche API bevorzugt verwendet wird (mit der Variablen prefer_api). Diese Variablen können durch direkte Bearbeitung der Konfigurationsdatei geändert werden. Die Datei enthält keine Anmeldedaten und steuert nicht die Standardprojekt-ID, da diese vom Cloud SDK verwaltet werden.

  • Bei Installation von gsutil als eigenständiges Tool:

    Wenn gsutil als eigenständiges Tool installiert wurde, enthält die boto-/gsutil-Konfigurationsdatei Werte, die das Verhalten von gsutil steuern, beispielsweise welche API bevorzugt und welche Standardprojekt-ID verwendet wird (mit den Variablen prefer_api bzw. default_project_id). Diese Variablen können durch direkte Bearbeitung der Konfigurationsdatei geändert werden. Die Datei steuert außerdem Anmeldedaten und OAuth2-Einstellungen, die Sie in der Regel mit dem Befehl gsutil config erstellen.

Eine vollständige Liste der Inhalte der boto-Konfigurationsdatei finden Sie unter gsutil config.

Beispiel für das Verwenden der Konfigurationsdatei

In diesem Beispiel möchte ein kleines Unternehmen Cloud Storage als Speichersystem für seine Mitarbeiter verwenden. Als IT-Administrator erstellen Sie in der Google Cloud Console ein Projekt und erstellen Buckets für jeden Mitarbeiter. Damit Sie den Mitarbeitern die Verwendung von Cloud Storage erleichtern, legen Sie unternehmensweite Einstellungen wie beispielsweise eine Proxykonfiguration und Schwellenwerte für parallele zusammengesetzte Uploads fest und speichern Sie sie in einer zentralen Datei, auf die Mitarbeiter in ihrem BOTO-Konfigurationspfad verweisen können. Auf diese Weise müssen die Mitarbeiter die freigegebenen Teile der Konfiguration nicht manuell festlegen und Sie als Administrator können diese freigegebenen Konfigurationen bei Bedarf problemlos ändern.

Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  1. Erstellen Sie eine zentrale boto-Konfigurationsdatei, die von allen Mitarbeitern gelesen werden kann.

    Dies kann mit gcloud init erfolgen, wenn gsutil als Bestandteil des Google Cloud SDK installiert wurde.

    Die boto-Konfigurationsdatei kann zum Beispiel Folgendes enthalten:

    [Boto]
    proxy = yourproxy.com
    proxy_port = 8080
    proxy_type = http
     
    [GSUtil]
    parallel_composite_upload_threshold = 150M
    
  2. Weisen Sie die Mitarbeiter an, das Google Cloud SDK zu installieren.

    Während der Installation müssen die Mitarbeiter die vom Unternehmen verwendete Projekt-ID angeben. Außerdem müssen sie individuelle Anmeldedaten zur Authentifizierung festlegen, weil Sie Anmeldedaten nicht zentral freigeben können.

  3. Weisen Sie die Mitarbeiter an, eine BOTO_PATH-Umgebungsvariable hinzuzufügen.

    Die BOTO_PATH-Umgebungsvariable enthält den Pfad zur zentral gespeicherten Konfigurationsdatei, gefolgt von der lokalen Konfigurationsdatei des jeweiligen Mitarbeiters. Befindet sich die zentrale Konfigurationsdatei beispielsweise im Verzeichnis centralhub/, kann die BOTO_PATH-Umgebungsvariable für Nutzer jane so aussehen:

    BOTO_PATH =/centralhub/boto.cfg:home/jane/.boto

Wenn Mitarbeiter gsutil ausführen, verwenden sie automatisch die Konfiguration, die in der zentralen boto-Datei festgelegt ist. Bei Bedarf kann der Administrator die Proxyeinstellungen, den Schwellenwert für parallele zusammengesetzte Uploads und andere Einstellungen in der zentralen Konfigurationsdatei ändern. Diese Änderungen gelten dann für alle Mitarbeiter, die die zentrale Konfigurationsdatei verwenden.