Funktionen

Google Cloud Shell ist eine interaktive Shellumgebung für die Google Cloud Platform, in der Sie Ihre Projekte und Ressourcen auf einfache Weise und ohne Installation von Google Cloud SDK oder anderen Tools verwalten können. Das gcloud-Befehlszeilentool des Cloud SDK und andere häufig benötigte Dienstprogramme sind damit jederzeit verfügbar.

Cloud Shell-Sitzung

Cloud Shell bietet Folgendes:

VM-Instanzen

Wenn Sie Cloud Shell starten, wird eine virtuelle g1-small Google Compute Engine-Maschine bereitgestellt, auf der ein Debian-basiertes Linux-Betriebssystem ausgeführt wird. Cloud Shell-Instanzen werden pro Nutzer und Sitzung bereitgestellt. Die Instanzen bleiben über die gesamte Dauer der aktiven Cloud Shell-Sitzung bestehen und werden nach einer Stunde Inaktivität beendet.

Befehlszeilenzugriff

Der Befehlszeilenzugriff auf VM-Instanzen erfolgt in einem Terminalfenster, das in der Google Cloud Platform Console geöffnet wird. Sie können mehrere Shellverbindungen zur gleichen Instanz öffnen. Die Instanz bleibt sitzungsübergreifend erhalten. Zusätzlich zum Zugriff auf das gcloud-Befehlszeilentool des Cloud SDK und auf andere Dienstprogramme über die Befehlszeile können Sie mit dem Befehl cloudshell auch Anleitungen starten, den Codeeditor öffnen und Dateien herunterladen. Weitere Informationen erhalten Sie mit dem Befehl cloudshell help.

Codeeditor

Die Betaversion des Cloud Shell-Codeeditors für Theia steht jetzt zur Verfügung.

Mit dem Codeeditor können Sie Dateiverzeichnisse durchsuchen sowie Dateien ansehen und bearbeiten. Sie haben dabei weiterhin Zugriff auf die Cloud Shell. Der Codeeditor ist standardmäßig bei allen Cloud Shell-Instanzen verfügbar.

Sie können den Codeeditor über die Symbolleiste aufrufen, indem Sie auf das Bleistiftsymbol klicken.

Cloud Shell und Editor-Sitzung

Alternativ dazu können Sie eine vorhandene Datei (z. B. README-cloudshell.txt aus der oben angegebenen Umgebung) im Codeeditor öffnen, indem Sie den Befehl cloudshell in Ihrer Cloud Console wie folgt ausführen:

cloudshell edit README-cloudshell.txt

Nicht flüchtiger Festplattenspeicher

Cloud Shell bietet 5 GB kostenlosen nichtflüchtigen Speicher, der im Verzeichnis $HOME der VM-Instanz bereitgestellt wird. Dieser Speicherplatz wird pro Nutzer bereitgestellt und ist projektübergreifend verfügbar. Anders als bei der Instanz selbst kommt es nicht zur Zeitüberschreitung durch Inaktivität. Alle Dateien, die Sie in Ihrem Basisverzeichnis speichern, z. B. installierte Software, Skripte und Konfigurationsdateien wie .bashrc und .vimrc, bleiben auch nach der Sitzung erhalten. Ihr $HOME-Verzeichnis ist privat und kann nicht von anderen Benutzern aufgerufen werden.

Verfügbare Tools

Die folgenden Tools sind in der VM-Instanz von Cloud Shell vorinstalliert:

Typ Tool
Linux Shell-Interpreter bash
sh
Linux-Dienstprogramme Debian-basierte Standard-Systemdienstprogramme
Google SDKs und Tools Google App Engine SDK
Google Cloud SDK mit dem gcloud-Befehlszeilentool
gsutil für Cloud Storage
Texteditoren Emacs
Vim
Nano
Build-Tools und Tools für Pakete Gradle
Make
Maven
Bazel
npm
nvm
pip
Composer
Tools zur Versionsverwaltung Git
Mercurial
Weitere Tools Docker
iPython
MySQL-Client
gRPC-Compiler
TensorFlow

Sie können weitere Softwarepakete auf der VM-Instanz installieren. Nach Beendigung der Instanz bleibt die Installation jedoch nicht erhalten, es sei denn, Sie installieren die Software in Ihrem $HOME-Verzeichnis.

Sprachunterstützung

Auf der VM-Instanz von Cloud Shell ist die Unterstützung der folgenden Sprachen vorinstalliert:

Sprache Version
Java JRE/JDK 1.8 und 1.11
Go 1.11
Python 2.7.13
Node.js v10.14.2
Ruby 2.6.0
PHP 7.0.33
.NET Core SDKs 2.0.0 und 2.1.502
Core-Laufzeitumgebung 2.0.0 und 2.1.6

Die Standardversion der Java-Umgebung ist Version 1.8. Wenn Sie die aktuelle Cloud Shell-Sitzung auf JRE und JDK der Version 1.11 umstellen möchten, geben Sie an der Cloud Shell-Eingabeaufforderung den folgenden Befehl ein:

sudo update-java-alternatives -s java-1.11.0-openjdk-amd64 && export JAVA_HOME=/usr/lib/jvm/java-11-openjdk-amd64

So wechseln Sie zurück zu Version 1.8.0:

sudo update-java-alternatives -s java-1.8.0-openjdk-amd64 && export JAVA_HOME=/usr/lib/jvm/java-8-openjdk-amd64/jre

Ignorieren Sie eventuelle Fehlermeldungen, die besagen, dass der Wechsel zu einer anderen Version der Binärdateien nicht möglich ist. Der Versionswechsel bleibt so lange gültig, bis die Cloud Shell-VM-Instanz beendet wird. Wenn Sie dauerhaft zu Java 1.11 wechseln möchten, fügen Sie den ersten oben genannten Befehl in Ihre .bashrc-Datei ein.

Webvorschau

Cloud Shell bietet eine Funktion zur Webvorschau, mit der Sie Webanwendungen auf der VM-Instanz ausführen und eine Vorschau über die GCP Console anzeigen lassen können. Die Webanwendungen warten an den zulässigen Ports (Bereich zwischen 2000 und 65000) auf HTTP-Anfragen. Die Ports sind nur für den sicheren Cloud Shell-Proxydienst verfügbar, der den Zugriff über HTTPS auf Ihr Nutzerkonto beschränkt.

Wenn Sie eine Verbindung zu einer Webanwendung herstellen möchten, die auf einer Instanz ausgeführt wird, klicken Sie in der GCP Console oberhalb des Cloud Shell-Terminalfensters auf Webvorschau Schaltfläche für Webvorschau. Wählen Sie anschließend aus dem Menü die Portnummer aus. Daraufhin wird im Cloud Shell-Proxydienst in einem neuen Browserfenster eine Vorschau-URL geöffnet.

Boost-Modus

Der Boost-Modus erhöht vorübergehend die Leistung der Cloud Shell-VM vom Standardmaschinentyp "g1-small" auf eine VM-Instanz vom Typ "n1-standard-1". Dies ist hilfreich, wenn Sie weiterhin mit Cloud Shell arbeiten möchten und für relativ kurze Zeit mehr CPU- oder Speicherressourcen benötigen.

Um den Boost-Modus zu aktivieren, wählen Sie die Option "Boost-Modus aktivieren" im Menü "Mehr" (das Symbol mit drei Punkten oben rechts in Cloud Shell). Dieser Vorgang betrifft alle Sitzungen und gilt für 24 Stunden, sobald der Modus aktiviert wurde. Wenn Sie den Boost-Modus aktivieren, wird Cloud Shell neu gestartet und Ihre Sitzung wird sofort beendet. Eine neue VM wird dann für Sie bereitgestellt. Dies kann einige Minuten dauern. Die Daten in Ihrem Basisverzeichnis bleiben bestehen, aber alle laufenden Prozesse gehen verloren.

Der Boost-Modus unterliegt den üblichen Nutzungsbegrenzungen. Diese Funktion befindet sich momentan in einer experimentellen Phase. Es ist möglich, dass zusätzliche Einschränkungen eingeführt werden.

Autorisierung

Cloud Shell verfügt über eine integrierte Autorisierung, um auf Projekte und Ressourcen auf der Google Cloud Platform zugreifen zu können. Sie müssen keine weiteren Autorisierungsschritte ausführen, um mit dem Befehlszeilentool gcloud des Cloud SDK auf Plattformressourcen zuzugreifen.

tmux-Unterstützung

Durch die standardmäßige Verwendung von tmux in Cloud Shell ist eine bessere Persistenz der Daten zwischen den Browsertabsitzungen gewährleistet. Wenn Sie beispielsweise die GCP Console in einem Tab aktualisieren oder eine Verbindung zu Cloud Shell von einem anderen Computer aus herstellen, geht der Sitzungsstatus nicht verloren.

Cloud Shell unterstützt die standardmäßigen tmux-Tastenkombinationen. Wenn Sie zum Beispiel Strg + B und anschließend % drücken, wird das aktuelle Sitzungsfenster durch tmux in einen linken und einen rechten Bereich aufgeteilt. Dies kann für die Fehlerbehebung hilfreich sein.

Klicken Sie zum Deaktivieren von tmux in Cloud Shell auf Einstellungen Schaltfläche "Einstellungen". Wählen Sie Tmux-Einstellungen aus und deaktivieren Sie die Option Tmux-Integration aktivieren.

Statistiken zur Terminalnutzung

Cloud Shell erfasst anonymisierte Nutzungsstatistiken zu Befehlen, die innerhalb des Cloud Shell-Terminals ausgeführt werden. Dabei werden nur Nutzungsstatistiken zu Befehlen erstellt, die in Cloud Shell vorinstalliert sind. Es werden keine Messwerte zu personenbezogenen Daten gesammelt, z. B. zu Argumenten, die an diese Befehle übergeben wurden. Diese Messwerte können nicht Ihrem Konto zugeordnet werden. Wenn Sie die Erfassung statistischer Daten deaktivieren möchten, wählen Sie im Menü mit drei Punkten Einstellungen die Option Nutzungsstatistiken aus.

Hinweis: Dies hat keine Auswirkungen auf die gcloud-Nutzungsstatistiken, die in Cloud Shell standardmäßig aktiviert sind.

Sicherer Modus

Cloud Shell wird nach der Herstellung einer Verbindung automatisch geschlossen, wenn es ein Problem in Ihren .bashrc- oder .tmux.conf-Dateien gibt. Um dieses Problem zu umgehen, können Sie Cloud Shell in einem sicheren Modus starten. Fügen Sie zu diesem Zweck cloudshellsafemode=true an die URL an. Cloud Shell wird neu gestartet und Sie werden als Root angemeldet, sodass Sie Probleme in den Dateien beheben können.

Tastatur

Mit Cloud Shell können Sie die Tasten ändern, die an das Terminal gesendet werden. Wählen Sie im Menü Terminaleinstellungen die Option Terminaleinstellungen > Tastatur zur Anzeige folgender Optionen aus:

  • Alt ist Meta: Legen Sie fest, ob die Alt-Taste als Meta-Taste oder als eigene Alt-Taste fungieren soll
  • "Alt Gr"-Modus: Wählen Sie eine AltGr-Erkennungsheuristik aus

Benutzerdefinierte Cloud Shell-Umgebung

Ihre Cloud Shell-Umgebung ist ein Docker-Container. Mit der Funktion der benutzerdefinierten Umgebung – derzeit als Alphaversion – können Sie diesen Container über das Dockerfile bearbeiten. So haben Sie die Möglichkeit, in Ihrer Cloud Shell-Umgebung benutzerdefinierte Tools zu installieren, die zwischen den Sitzungen bestehen bleiben. Die Konfigurationsseite für die Umgebung finden Sie hier.

Wenn Sie im Konfigurationsbildschirm auf "Benutzerdefiniertes Image erstellen" klicken, wird eine Anleitung gestartet. Diese führt Sie durch die Erstellung eines benutzerdefinierten Docker-Images, das sich als Cloud Shell-Umgebung verwenden lässt. Sie können dann die Cloud Shell-Umgebung bearbeiten, um auf dieses neu erstellte Image zu verweisen.

In dieser Anleitung werden automatisch vier Ressourcen erstellt:

  • Ein Cloud Source Repositories-Repository, das das Dockerfile enthält
  • Zwei Build-Trigger für Cloud Build: Ein Trigger, der die Erstellung bei jeder Aktualisierung des Cloud Source Repositories-Repositorys auslöst, und ein Trigger, der die Erstellung auslöst, wenn sich das Cloud Shell-Basisimage ändert
  • Das erstellte Docker-Image, das in Google Container Registry gehostet wird

Wenn Sie nach der Anleitung eine Bereinigung ausführen möchten, müssen Sie diese Ressourcen aus Cloud Source Repositories, Cloud Build und Container Registry löschen.

Umgebungsvariablen verwenden

  • Das benutzerdefinierte Image muss auf dem Standard-Cloud-Shell-Image basieren: gcr.io/cloudshell-images/cloudshell.
  • Von ENV in Ihrer Docker-Datei angegebene Variablen werden nicht an die SSH-Sitzung weitergegeben. Legen Sie diese Variablen in der Datei /etc/environment fest, um sie an die SSH-Sitzung weiterzugeben: RUN echo "$MY_VAR=$DESIRED_VALUE" >> /etc/environment.
  • Sie können den Dockerfile ENTRYPOINT nicht überschreiben.
  • Legen Sie die Skripts, die Sie beim Sitzungsstart ausführen möchten, unter /google/devshell/bashrc.google.d/ ab. Ein Skript, das am Ende der Sitzung ausgeführt werden soll, kann unter /google/devshell/bash_exit.google.d/ abgelegt werden.

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