Wie funktioniert die Volltextsuche?

Die Volltextsuche umfasst zwei Hauptphasen: die Indizierung, die mit der Erstellung eines Bibliothekskatalogs vergleichbar ist, und die Suche, bei der die angeforderten Informationen aus diesem Katalog abgerufen werden.

Indexierung

In der Indexierungsphase analysiert das System den Textinhalt von Dokumenten und speichert die Daten in einem strukturierten Format. Dazu gehören in der Regel folgende Schritte:

  • Tokenisierung: Text wird in einzelne Wörter oder Einheiten aufgeschlüsselt, sogenannte Tokens. Das ist so, als würde man einen Satz in einzelne Wörter zerlegen.
  • Wortstämme: Wörter auf ihre Stammform reduzieren, z. B. von „Laufen“ zu „Laufen“. So werden Varianten desselben Wortes bei der Suche als ein einziger Begriff behandelt.
  • Entfernen von Wörtern stoppen: Herausfinden, welche Wörter in der Suche nicht besonders aussagekräftig sind, z. B. „der“, „ein“ oder „ist“. Dadurch wird die Indexgröße reduziert und die Suchgeschwindigkeit erhöht.
  • Index erstellen: Eine Datenstruktur erstellen, die Schlüsselwörter ihren Positionen in Dokumenten zuordnet. Dieser Index dient als Wegweiser, sodass die Suchmaschine relevante Dokumente schnell finden kann.

Der Indexierungsprozess ist entscheidend für die Leistung eines Volltextsuchsystems. Ein gut strukturierter Index ermöglicht das schnelle und effiziente Abrufen relevanter Dokumente, selbst in riesigen Datasets.

Suchen

Nachdem der Index erstellt wurde, können Nutzer in der Suchphase Anfragen senden und relevante Ergebnisse abrufen. Das System analysiert die Suchanfrage und verwendet den Index, um Dokumente zu identifizieren, die die relevanten Keywords enthalten.

Bei einer Suche wird nicht nur nach exakten Keyword-Übereinstimmungen gesucht. Außerdem kann es verschiedene Techniken einsetzen, um die Relevanz der Ergebnisse zu verbessern. Beispielsweise kann die Nähe von Keywords in einem Dokument oder die Relevanz des Inhalts in Bezug auf die Abfrage berücksichtigt werden.

Methoden der Volltextsuche

Es gibt verschiedene Ansätze für die Volltextsuche, die jeweils eigene Funktionen haben, die sie für unterschiedliche Anforderungen besser geeignet machen. Einige häufig genutzte Methoden werden nachfolgend aufgeführt:

Einfache Suche

Bei dieser einfachen Suchmethode werden Keywords im Dokument unabhängig von ihrer Reihenfolge oder Nähe zueinander abgeglichen. Wenn Sie beispielsweise nach „Katze“ und „Hund“ suchen, werden Dokumente zurückgegeben, die eines der beiden Wörter enthalten.

Die einfache Suche ist unkompliziert, eignet sich für einfache Suchszenarien und erfordert in der Regel weniger Rechenleistung. Sie kann jedoch manchmal eine große Anzahl irrelevanter Ergebnisse zurückgeben, insbesondere wenn die Keywords häufig vorkommen.

Fuzzy-Suche

Die Fuzzy-Suche ist eine flexiblere Methode, die Abweichungen wie Schreib- und Tippfehler zulässt. Dabei werden Faktoren wie die Ähnlichkeit von Wörtern berücksichtigt und Nutzer können Dokumente finden, die Wörter mit leichten Variationen enthalten, z. B. „Katze“ oder „Katzen“.

Stellen Sie sich ein Forum vor, in dem Nutzer Tipps zum Thema Programmieren austauschen. Eine Standard-Suche nach „Programmierung“ würde aufgrund dieser Art von Tipp- oder Rechtschreibfehler möglicherweise Forumsinhalte verpassen. Die Fuzzy-Suche erkennt „programing“ jedoch als ähnliche Variante und sorgt dafür, dass solche relevanten Inhalte in die Ergebnisse aufgenommen werden.

Entfernungssuche

Mit der Näherungssuche können Nutzer den Platz zwischen Keywords angeben. Wenn Sie beispielsweise nach „Katze NAHE Hund“ suchen, werden Dokumente zurückgegeben, in denen die Wörter „Katze“ und „Hund“ nahe beieinander stehen.

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten mit einem historischen Archiv von Daten und Inhalten. Mit der Näherungsmethode in der Volltextsuche können Anwendungen so konfiguriert werden, dass Forschende schneller Dokumente zu bestimmten Beziehungen finden. Eine Suche nach „Abraham Lincoln /3 Mary Todd“ würde dann Dokumente priorisieren, in denen „Abraham Lincoln“ in der Nähe von „Mary Todd“ vorkommt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die zurückgegebenen Ergebnisse Informationen über ihre Beziehung enthalten, anstatt separate Dokumente anzuzeigen, in denen jede Person einzeln erwähnt wird.

Diese Methode ist besonders nützlich, um Dokumente zu finden, bei denen die Beziehung zwischen den Suchbegriffen wichtig ist.

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