Minecraft-Server in Compute Engine einrichten

Diese Anleitung ist weder von Mojang noch Minecraft genehmigt oder mit diesen verbunden.

Für die Ausführung eines dedizierten Minecraft-Servers benötigen Sie einen dedizierten Server-Rechner, viel RAM und viel Bandbreite. Warum lassen Sie Google diese Anforderungen nicht für Sie übernehmen? In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie in Compute Engine einen Java Minecraft-Standardserver installieren, konfigurieren und ausführen. Dieser Server ist mit standardmäßigen Java-basierten Desktop-Minecraft-Clients kompatibel.

Die Minecraft-Serversoftware wird auf einer Compute Engine-Instanz ausgeführt. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Maschine (VM), die auf der Infrastruktur von Google ausgeführt wird. In dieser Anleitung wird der Standardmaschinentyp n1-standard-1 für Compute Engine-Instanzen verwendet. Der Maschinentyp n1-standard-1 umfasst ein 10-GB-Bootlaufwerk, eine virtuelle CPU (vCPU) und 3,75 GB RAM als Arbeitsspeicher. Auf diesem Maschinentyp wird standardmäßig Debian Linux ausgeführt.

Damit Sie auch sicher ausreichend Platz für die Weltdaten Ihres Minecraft-Servers haben, fügen Sie der Instanz zusätzlich eine leistungsstarke, persistente 50-GB-SSD-Festplatte hinzu. Durch den zusätzlichen nichtflüchtigen SSD-Speicher erfüllt Ihre Instanz die Systemvoraussetzungen für einen dedizierten Minecraft-Server und unterstützt dabei problemlos bis zu 50 Spieler.

Ziele

  • VM-Instanz von Compute Engine erstellen
  • Minecraft-Server installieren und konfigurieren
  • Automatische Sicherungen der Minecraft-Weltdaten einrichten

Kosten

In dieser Anleitung werden folgende abrechenbare Komponenten der Google Cloud Platform verwendet:

  • Compute Engine-VMs
  • Nichtflüchtige Compute Engine-Speicher
  • Cloud Storage

Mit dem Preisrechner können Sie die Kosten für Ihre voraussichtliche Nutzung schätzen lassen. Neuen Nutzern der GCP steht unter Umständen eine kostenlose Testversion zur Verfügung.

Vorbereitung

  1. Melden Sie sich in Ihrem Google-Konto an.

    Wenn Sie noch kein Konto haben, registrieren Sie sich hier für ein neues Konto.

  2. Wählen Sie ein Google Cloud Platform-Projekt aus oder erstellen Sie eines.

    Zur Seite "Ressourcen verwalten"

  3. Prüfen Sie, ob die Abrechnung für Ihr Google Cloud Platform-Projekt aktiviert ist.

    Informationen zum Aktivieren der Abrechnung

Compute Engine-Instanz erstellen und konfigurieren

Beginnen Sie mit dem Erstellen einer neuen Compute Engine-Instanz:

  1. Rufen Sie in der GCP Console die Seite VM-Instanzen auf.

    Zur Seite "VM-Instanzen"

    Es wird ein Dialogfeld mit der Aufforderung angezeigt, eine neue Compute Engine-Instanz zu erstellen:

  2. Klicken Sie auf Erstellen, um zu beginnen.

  3. Konfigurieren Sie die Instanz auf der Seite Instanz erstellen wie folgt:

    • Benennen Sie die Instanz. In dieser Anleitung wird durchweg der Instanzname mc-server verwendet.
    • Wählen Sie die Region und Zone aus, in der die Instanz gehostet werden soll. In dieser Anleitung wird durchweg die Region us-central1 (Iowa) und die Zone us-central1-f verwendet.
    • Klicken Sie im Abschnitt Bootlaufwerk auf Ändern. Das Dialogfeld Bootlaufwerk wird angezeigt.
    • Ändern Sie den Laufwerktyp in Nichtflüchtiger SSD-Speicher.
  4. Klicken Sie auf Auswählen, um die Änderung zu übernehmen und das Dialogfeld zu schließen.

Damit wäre die Grundkonfiguration erledigt. Aber erstellen Sie Ihre neue Instanz jetzt noch nicht. Es müssen noch einige erweiterte Einstellungen konfiguriert werden, damit die Anforderungen für einen dedizierten Minecraft-Server erfüllt sind.

Cloud Storage-Zugriff für die Instanz aktivieren

Weiter unten in dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie Ihre Weltdaten auf Cloud Storage sichern. Dazu benötigt die Instanz Lese- und Schreibzugriff auf Cloud Storage. So aktivieren Sie den Zugriff:

  1. Klicken Sie unter Identität und API-Zugriff auf die Drop-down-Liste Dienstkonto und wählen Sie Standardmäßiges Compute Engine-Dienstkonto aus.
  2. Stellen Sie Zugriffsbereiche auf Zugriff für jede API festlegen ein.
  3. Wählen Sie im Drop-down-Menü Storage den Eintrag Lesen/Schreiben aus.

Instanz mit Tag versehen

Markieren Sie als Nächstes Ihre Instanz mit einem Tag. Später in dieser Anleitung benötigen Sie dieses Tag für die Erstellung einer Firewallregel, die es externen Minecraft-Clients erlaubt, auf Ihren Server zuzugreifen.

  1. Klicken Sie auf Verwaltung, Sicherheit, Laufwerke, Netzwerke, einzelne Mandanten, um eine Reihe von Tabs für erweiterte Einstellungen aufzurufen.
  2. Geben Sie im Tab Netzwerk im Feld Netzwerk-Tags das Tag minecraft-server ein.

Statische IP-Adresse für Ihre Instanz einrichten

Damit eingehende Anfragen zuverlässig an Ihre Instanz weitergeleitet werden können, benötigt Ihre Instanz eine statische IP-Adresse. Diese fügen Sie so hinzu:

  1. Klicken Sie auf dem Tab Netzwerk im Abschnitt Netzwerkschnittstelle auf Standard. Das Konfigurationsmenü für die Netzwerkschnittstelle wird angezeigt.
  2. Klicken Sie auf das Drop-down-Menü Externe IP-Adresse und wählen Sie IP-Adresse erstellen. Ein Dialogfeld wird angezeigt.

    Neue statische IP-Adresse erstellen

  3. Geben Sie Ihrer IP-Adresse den Namen mcs-ip.

  4. Klicken Sie auf Reservieren, um die Adresse zu erstellen.

  5. Klicken Sie auf Fertig, um die Änderungen zu übernehmen und schließen Sie das Konfigurationsmenü für die Netzwerkschnittstelle.

Der Instanz nichtflüchtigen Speicher hinzufügen

Im nächsten Schritt fügen Sie Ihrer Instanz eine persistente Festplatte hinzu. Im Gegensatz zu Bootlaufwerken ist ein nichtflüchtiger Speicher nicht an die Lebenszeit Ihrer Compute Engine-Instanz gebunden. Wenn sich beispielsweise im Laufe der Zeit Ihre Hosting-Anforderungen ändern, können Sie das Laufwerk später auf einen besser geeigneten Maschinentyp verschieben.

Der Typ des nichtflüchtigen Speichers, den Sie in dieser Anleitung verwenden, ist der des nichtflüchtigen SSD-Speichers. Dieser Typ von nichtflüchtigem Speicher unterstützt sehr schnelle E/A-Operationen, wodurch Serververzögerungen reduziert werden können.

So fügen Sie Ihrer Instanz einen nichtflüchtigen Speicher hinzu:

  1. Klicken Sie auf dem Tab Laufwerke im Abschnitt Zusätzliche Laufwerke auf Neues Laufwerk hinzufügen. Ein Dialogfeld zur Laufwerkserstellung wird angezeigt:

    Neue Festplatte erstellen

  2. Füllen Sie das Formular im Dialogfeld so aus:

    • Name: minecraft-disk
    • Disk type (Laufwerktyp): SSD Persistent Disk (Nichtflüchtiger SSD-Speicher)
    • Source type (Quelltyp): Blank disk (Leeres Laufwerk)
    • Size (GB) (Größe (GB)): 50
  3. Klicken Sie auf Done (Fertig). Wenn Sie die Instanz erstellen, wird das Laufwerk automatisch erstellt und angehängt.

Instanz erstellen

Damit ist die Instanzkonfiguration abgeschlossen. Klicken Sie auf die Schaltfläche Erstellen unten auf der Seite, um die neue Instanz zu erstellen. Dadurch gelangen Sie zurück zur Seite VM-Instanzen.

Nichtflüchtigen Speicher formatieren und bereitstellen

Ihr nichtflüchtiger Speicher wurde zwar jetzt der Instanz hinzugefügt, aber noch nicht bereitgestellt. Das ist auch gut so, denn Sie könnten nicht viel mit der Festplatte anfangen, wenn Sie sie jetzt schon bereitstellen würden. Wie jede Festplatte müssen Sie nämlich auch Ihren nichtflüchtigen Speicher zuerst mit einem Dateisystem formatieren, das Ihr Betriebssystem (hier Debian Linux) verstehen kann.

Bauen Sie zuerst eine SSH-Verbindung zu Ihrer Instanz auf. Klicken Sie in der Zeile für mc-server auf der Seite VM-Instanzen auf SSH, um ein browserbasiertes SSH-Terminal zu öffnen:

SSH-Terminal

Erstellen Sie, nachdem sich das SSH-Terminal geöffnet hat, ein neues Verzeichnis mit dem Namen minecraft im Verzeichnis home Ihrer Instanz:

user@mc-server: sudo mkdir -p /home/minecraft

Dieses Verzeichnis dient als Bereitstellungspunkt für Ihren nichtflüchtigen Speicher.

Als Nächstes formatieren Sie die Festplatte:

user@mc-server: sudo mkfs.ext4 -F -E lazy_itable_init=0,lazy_journal_init=0,discard /dev/disk/by-id/google-minecraft-disk

Stellen Sie nun den nichtflüchtigen Speicher bereit:

user@mc-server: sudo mount -o discard,defaults /dev/disk/by-id/google-minecraft-disk /home/minecraft

Minecraft-Server installieren und auf Instanz ausführen

Ihr nichtflüchtiger Speicher ist offiziell bereitgestellt. Jetzt ist es an der Zeit, das zu tun, weshalb Sie eigentlich hier gelandet sind: Ihren Minecraft-Server zu installieren und auszuführen.

Java-Laufzeitumgebung (JRE) einrichten

Der Minecraft-Server läuft auf der Java Virtual Machine (JVM) und benötigt deshalb die Java-Laufzeitumgebung (JRE), damit er ausgeführt werden kann. Da der Server ohne grafische Benutzeroberfläche auskommt, wird in dieser Anleitung die monitorlose JRE-Version verwendet. Dieser Ansatz verringert die Ressourcennutzung durch JRE auf Ihrem Rechner und trägt dazu bei, dass der Minecraft-Server genügend Platz hat, bei Bedarf seine eigene Ressourcennutzung zu erweitern.

Sie müssen die Debian-Repositories auf Ihrer Debian-Installation aktualisieren, bevor Sie die monitorlose JRE-Version herunterladen und installieren können. Führen Sie dazu den folgenden Befehl in Ihrem SSH-Terminal aus:

user@mc-server: sudo apt-get update

Nachdem die Repositories aktualisiert wurden, können Sie die monitorlose JRE-Version installieren:

user@mc-server: sudo apt-get install -y default-jre-headless

Minecraft-Server installieren

Nachdem Sie die JRE eingerichtet haben, ist es jetzt an der Zeit, den Minecraft-Server herunterzuladen und zu installieren. Wechseln Sie zuerst in Ihr Verzeichnis minecraft:

user@mc-server: cd /home/minecraft

Da der von Ihnen erstellte nichtflüchtige Speicher im Verzeichnis minecraft bereitgestellt ist, benötigen Sie eine bestimmte Zugriffsebene, den sogenannten Root-Nutzerzugriff, um in diesem Verzeichnis Befehle ausführen zu können. Führen Sie den folgenden Befehl aus, um Root-Nutzer zu werden:

user@mc-server: sudo su

Laden Sie als Nächstes die aktuelle Java-Archivdatei (JAR) für den Minecraft-Server auf Ihre Instanz herunter: Rufen Sie die Minecraft-Downloadseite auf, kopieren Sie die URL der Datei aus dem Download-Link und ersetzen Sie dann die URL im folgenden Befehl durch diese URL.

root@mc-server: wget https://launcher.mojang.com/v1/objects/f1a0073671057f01aa843443fef34330281333ce/server.jar

Starten Sie den Server zum ersten Mal:

root@mc-server: java -Xms1G -Xmx3G -d64 -jar server.jar nogui

Der erste Durchlauf wirkt etwas enttäuschend: Der Server wird gestartet, meldet einige Probleme und wird wieder beendet. Wenn Sie aber den folgenden Befehl ausführen, werden Sie feststellen, dass im minecraft-Verzeichnis einige neue Dateien erstellt wurden:

root@mc-server: ls -l

Unter diesen neuen Dateien befindet sich eine Datei mit dem Namen eula.txt. Öffnen Sie diese Datei zum Bearbeiten:

root@mc-server: nano eula.txt

Diese Datei enthält eine einzelne boolesche Variable eula. Für die Verwendung des Minecraft-Servers müssen Sie die Bedingungen des Endnutzer-Lizenzvertrags (EULA) von Minecraft akzeptieren. Wenn Sie die Bedingungen des EULA akzeptieren, ändern Sie den Wert von eula von false auf true, speichern Sie und beenden Sie den Vorgang.

Minecraft-Server ausführen

Wenn Sie den Minecraft-Server jetzt noch einmal ausführen, ist er an die Lebensdauer Ihrer SSH-Sitzung gebunden. Das heißt, wenn Sie das SSH-Terminal schließen, wird auch der Server beendet. Dieses Problem können Sie umgehen, indem Sie screen verwenden. Diese Anwendung erlaubt es Ihnen, ein virtuelles Terminal zu erstellen, das "getrennt" oder "wieder hinzugefügt" werden kann und dadurch zu einem Hintergrundprozess bzw. einem Vordergrundprozess wird. Wenn ein virtuelles Terminal durch Trennen in den Hintergrund verschoben wird, läuft es unabhängig davon, ob Sie angemeldet sind oder nicht.

Führen Sie im SSH-Terminal folgenden Befehl aus, um screen zu installieren:

root@mc-server: apt-get install -y screen

Starten Sie als Nächstes den Minecraft-Server in einem virtuellen screen-Terminal. Verwenden Sie das Flag -S, um Ihrem Terminal den Namen mcs zu geben:

root@mc-server: screen -S mcs java -Xms1G -Xmx3G -d64 -jar server.jar nogui

Zur Trennung des Terminals screen drücken Sie Strg + a und geben dann d ein. Das Terminal wird weiterhin im Hintergrund ausgeführt. Um das Terminal noch einmal hinzuzufügen, führen Sie screen -r <terminal_name> wie folgt aus:

root@mc-server: screen -r mcs

Abschließend können Sie bei Bedarf das screen-Terminal wieder trennen. Geben Sie exit einmal zum Beenden des Root-Nutzermodus ein und wiederholen Sie dann die Eingabe von exit, um die SSH-Verbindung zu beenden.

Glückwunsch! Sie haben jetzt einen laufenden Minecraft-Server. Allerdings ist er noch nicht ganz bereit für die Freigabe. Bevor Sie den Server freigeben können, müssen Sie eine Firewallregel einrichten, die es den Nutzern ermöglicht, darauf zuzugreifen.

Clients den Zugriff auf Minecraft-Server erlauben

Damit eingehende Anfragen zuverlässig an Ihre Instanz weitergeleitet werden können, müssen Sie eine Firewallregel erstellen. So gehen Sie dabei vor:

  1. Rufen Sie in der GCP Console die Seite Firewallregeln auf.

    Zur Seite "Firewallregeln"

  2. Klicken Sie auf Firewallregel erstellen.

  3. Füllen Sie das Formular auf der Seite Firewallregel erstellen so aus:

    • Name: minecraft-rule
    • Zieltags: minecraft-server
    • Quellfilter: IP-Bereiche
    • Quell-IP-Bereiche: 0.0.0.0/0
    • Protokolle oder Ports: Wählen Sie tcp aus und geben Sie die Portnummer 25565 in das dafür vorgesehene Feld ein.
  4. Klicken Sie auf Erstellen, um die neue Firewallregel zu erstellen. Jetzt können die Nutzer von ihren lokalen Minecraft-Clients aus auf Ihren Server zugreifen.

Minecraft-Server konfigurieren

Möglicherweise möchten Sie die Standardattribute des Servers bearbeiten. So gehen Sie dabei vor:

  1. Hängen Sie das Terminal screen des Servers wieder an.

    root@mc-server: screen -r mcs
  2. Geben Sie \stop ein, um den Minecraft-Server zu beenden.

  3. Bearbeiten Sie die Datei server.properties. Informationen zu jedem Attributtyp und seinen möglichen Werten finden Sie im Minecraft-Wiki auf der Seite server.properties.

    $ nano server.properties
  4. Starten Sie den Server neu.

    root@mc-server: screen -S mcs java -Xms1G -Xmx3G -d64 -jar server.jar nogui
  5. Trennen Sie das Terminal screen.

Regelmäßige Sicherungen planen

Unabhängig davon, ob Sie einen lokalen Minecraft-Client oder einen Minecraft-Server ausführen, empfiehlt es sich, die Minecraft-Weltdaten regelmäßig zu sichern. In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie Sie mithilfe von Cloud Storage regelmäßige Sicherungen Ihrer Weltdaten einrichten.

Cloud Storage bietet verschiedene Speicherklassen, die für verschiedene Anwendungsfälle optimiert sind. In dieser Anleitung wird Regional Storage verwendet, für den bis zu 5 GB pro Monat kostenlos zur Verfügung stehen.

Sicherungsskript erstellen

Stellen Sie zuerst über die Seite VM-Instanzen in der GCP Console eine SSH-Verbindung zu Ihrer Instanz her. Nachdem sich das Terminal geöffnet hat, melden Sie sich als Root-Nutzer an.

user@mc-server: sudo su

Erstellen Sie einen neuen Cloud Storage Regional-Bucket und ersetzen Sie us-central1 durch die am nächsten gelegene Cloud Storage-Region und [PROJECT_ID] durch Ihre Projekt-ID. Sie verwenden diesen Bucket, um Ihre Sicherungen zu speichern.

root@mc-server: gsutil mb -c regional -l us-central1 gs://[PROJECT_ID]-minecraft-backup

Erstellen Sie als Nächstes eine neue Shell-Skriptdatei backup.sh im Ordner minecraft und öffnen Sie diese zur Bearbeitung:

root@mc-server: nano /home/minecraft/backup.sh

Fügen Sie das folgende Skript in die Datei ein. Ersetzen Sie [BUCKET_NAME] durch den Namen des Cloud Storage-Buckets.

#!/bin/bash
screen -r mcs -X stuff '/save-all\n/save-off\n'
/usr/bin/gsutil cp -R ${BASH_SOURCE%/*}/world gs://[BUCKET_NAME]/$(date "+%Y%m%d-%H%M%S")-world
screen -r mcs -X stuff '/save-on\n'

Dieses Skript beginnt mit dem Speichern des aktuellen Status Ihrer Weltdaten und einer Unterbrechung der automatischen Speicherfunktion Ihres Servers. Anschließend sichert das Skript das Weltdatenverzeichnis des Servers (world) und speichert den Inhalt im Cloud Storage-Bucket in ein mit einem Zeitstempel versehenes Verzeichnis ([TIMESTAMP]-world). Wenn das Skript die Sicherung der Daten beendet hat, wird die automatische Speicherung auf dem Minecraft-Server fortgesetzt.

Speichern Sie das Skript, beenden Sie den Vorgang und führen Sie folgenden Befehl aus, um das Skript ausführbar zu machen:

root@mc-server: chmod 755 /home/minecraft/backup.sh

Testen Sie das Skript:

root@mc-server: /home/minecraft/backup.sh

Nachdem das Skript beendet ist, rufen Sie den Storage-Browser in der GCP Console auf und klicken Sie auf Ihren Bucket. Nun sollte eine Sicherung Ihres world-Verzeichnisses mit Zeitstempel angezeigt werden.

Cronjob einplanen

Sofern Sie es nicht vorziehen, jede Sicherung manuell anzustoßen, möchten Sie sicher, dass Ihr Skript in voraussehbaren Abständen automatisch ausgeführt wird. Um dies zu erreichen, müssen Sie einen neuen Cronjob planen.

Zum Planen eines Cronjobs öffnen Sie zuerst die Cron-Tabelle zur Bearbeitung:

root@mc-server: crontab -e

Scrollen Sie zum Ende der Datei und fügen Sie die folgende Zeile ein, die festlegt, dass backup.sh alle vier Stunden ausgeführt wird:

0 */4 * * * /home/minecraft/backup.sh

Speichern Sie die Datei und beenden Sie den Vorgang.

Geschafft! Ihre Compute Engine-Instanz sichert jetzt alle vier Stunden automatisch Ihre Weltdaten in einem Cloud Storage-Bucket.

Alte Sicherungen automatisch entfernen

Wenn Sie Ihre Weltdaten alle vier Stunden sichern, entspricht dies sechs Sicherungen pro Tag, 72 Sicherungen pro Woche und rund 300 Sicherungen pro Monat. Sie können alte Sicherungen automatisch entfernen, indem Sie die Funktion Verwaltung des Objektlebenszyklus von Cloud Storage verwenden. Mit dieser können Sie Ihren Cloud Storage-Bucket so konfigurieren, dass alte Sicherungen nach einer bestimmten Zeit, oder wenn neuere verfügbar sind, automatisch archiviert oder gelöscht werden.

So richten Sie Ihren Cloud Storage-Bucket zum automatischen Entfernen von Sicherungen ein:

  1. Öffnen Sie in der GCP Console den Cloud Storage-Browser:

    Zum Cloud Storage-Browser

  2. Suchen Sie in der Bucket-Liste nach Ihrem Minecraft-Sicherungs-Bucket.

  3. Klicken Sie in der Spalte Lebenszyklus des Buckets auf Keiner. Die Seite Objektlebenszyklus-Regeln ansehen wird angezeigt.

  4. Klicken Sie auf Regel hinzufügen.

  5. Wählen Sie im Abschnitt Objektbedingungen auswählen die Option Alter aus. Legen Sie das Alter auf 7 Tage fest und klicken Sie auf Weiter.

  6. Wählen Sie im Abschnitt Aktion auswählen die Option Löschen aus und klicken Sie auf Weiter.

  7. Klicken Sie auf Speichern, um die Einstellungen zu speichern. Sie werden zur Seite Objektlebenszyklus-Regeln ansehen zurückgeleitet.

Jede Sicherung wird nun eine Woche nach dem Senden des Sicherungsskripts an Cloud Storage gelöscht.

Minecraft-Server herunterfahren

Wenn Ihr Minecraft-Server nicht ausgeführt werden muss, sollten Sie ihn herunterfahren, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Stellen Sie zuerst über die Seite VM-Instanzen in der GCP Console eine SSH-Verbindung zu Ihrer Instanz her. Beenden Sie nach dem Öffnen des Terminals den Minecraft-Server, indem Sie den Befehl \stop an das screen-Terminal übergeben, in dem er ausgeführt wird:

user@mc-server: sudo screen -r -X stuff '/stop\n'

Da der Minecraft-Server jetzt beendet wurde, können Sie Ihre Instanz sicher herunterfahren. Klicken Sie auf der Seite VM-Instanzen auf den Namen Ihrer Instanz und dann auf die Schaltfläche Beenden oben auf der Seite. Sie werden von Ihrer SSH-Sitzung abgemeldet.

Um Ihre Instanz noch einmal zu starten, gehen Sie auf die Seite Ihrer Instanz und klicken Sie dann auf die Schaltfläche Starten oben auf der Seite. Zum nochmaligen Start des Minecraft-Servers können Sie eine SSH-Verbindung zur Instanz herstellen, den nichtflüchtigen Speicher noch einmal bereitstellen und den Minecraft-Server in einem neuen screen-Terminal starten, wie im Abschnitt Minecraft-Server ausführen beschrieben.

Hoch- und Herunterfahren automatisieren

Wenn Sie vorhaben, Ihren Server regelmäßig herunterzufahren, kann es sich anbieten, dass Sie Ihrer Instanz Start- und Shutdown-Skripts hinzufügen, um das allgemeine Starten und Herunterfahren zu automatisieren. Den Startvorgang können Sie wie folgt automatisieren:

  1. Wechseln Sie in der GCP Console zur Seite "VM-Instanzen":

    Zur Seite "VM-Instanzen"

  2. Klicken Sie auf den Namen Ihrer Instanz.

  3. Klicken Sie auf Bearbeiten.

  4. Fügen Sie im Abschnitt Benutzerdefinierte Metadaten einen neuen Schlüssel mit dem Namen startup-script hinzu und kopieren Sie das folgende Skript in das Feld Wert:

    #!/bin/bash
    mount /dev/disk/by-id/google-minecraft-disk /home/minecraft
    (crontab -l | grep -v -F "/home/minecraft/backup.sh" ; echo "0 */4 * * * /home/minecraft/backup.sh")| crontab -
    cd /home/minecraft
    screen -d -m -S mcs java -Xms1G -Xmx3G -d64 -jar server.jar nogui
    

Wenn Sie Ihre Instanz noch einmal starten, stellt dieses Skript Ihr Minecraft-Laufwerk automatisch mit Zugriff auf das entsprechende Verzeichnis bereit, installiert den Cronjob noch einmal, startet den Minecraft-Server in einer screen-Sitzung und trennt die Sitzung.

Sie können das Herunterfahren auch automatisieren. Dazu fügen Sie einen weiteren Schlüssel mit dem Namen shutdown-script hinzu und kopieren Folgendes in das Feld Wert:

#!/bin/bash
/home/minecraft/backup.sh
sudo screen -r mcs -X stuff '/stop\n'

Klicken Sie unten auf der Seite auf Speichern, um die Änderungen zu übernehmen. Wenn Sie Ihre Instanz beenden, erstellt dieses Skript eine Sicherung der neuesten Spieldaten und fährt Ihren Minecraft-Server herunter, bevor die Instanz heruntergefahren wird.

Weitere Informationen

Minecraft-Wiki besuchen

Das Minecraft-Wiki bietet sowohl für Minecraft-Spieler als auch für Minecraft-Serveradministratoren eine Fülle von nützlichen Ressourcen.

Alternativen Minecraft-Server ausprobieren

Der simple Minecraft-Server, den Sie in dieser Anleitung installiert haben, ist nur einer von vielen verfügbaren Minecraft-Servern. Auf der Seite Benutzerdefinierte Server im Minecraft-Wiki finden Sie eine Liste alternativer Server, die im Hinblick auf Spieltypen optimiert wurden, eine Liste mit den Systemanforderungen, Möglichkeiten für einfache Änderungen und vieles mehr.

Weitere Anleitungen ausprobieren

Weitere Google Cloud Platform-Funktionen testen: Anleitungen ansehen

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