Google Cloud Platform für Azure-Experten

Aktualisiert am 18. Juli 2017

Diese Übersicht soll Experten, die mit Microsoft Azure vertraut sind, die wichtigsten Konzepte für den Einstieg in die Google Cloud Platform vermitteln. Hier wird die Cloud Platform mit Azure verglichen und die Ähnlichkeiten und Unterschiede werden hervorgehoben. Zusätzlich bietet diese Übersicht eine Kurzreferenz zur Zuordnung von Azure-Produkten, -Konzepten und -Begriffen zu den entsprechenden Produkten, Konzepten und Begriffen in der Cloud Platform.

Hier wird nicht versucht, die Syntax und Semantik des SDK, der APIs oder der Befehlszeilentools, die in Azure und der Cloud Platform enthalten sind, zu vergleichen.

Vorteile der Google Cloud Platform

Seit 15 Jahren baut Google eine der weltweit schnellsten, leistungsfähigsten und hochwertigsten Cloudinfrastrukturen auf. Intern verwendet Google diese Infrastruktur für mehrere globale Dienste mit hohem Traffic, darunter Gmail, Maps, YouTube und die Google-Suche. Wegen der Größe und Skalierung dieser Dienste hat Google viel Arbeit in die Optimierung der Infrastruktur gesteckt und eine Gruppe von Tools und Diensten entwickelt, um sie effektiv zu verwalten. Die Google Cloud Platform stellt Ihnen diese Infrastruktur und diese Verwaltungsressourcen zur Verfügung.

Regionen und Zonen

Wie bei Azure werden auch die Google Cloud Platform-Produkte weltweit in Regionen bereitgestellt. Jede Region enthält eines oder mehrere Rechenzentren, die sich in räumlicher Nähe zueinander befinden. Die Cloud Platform unterteilt die Verfügbarkeit weiter in Zonen, die isolierte Orte in einer Region sind.

Außerdem replizieren einige Cloud Platform-Dienste Daten auf einer multiregionalen Stufe statt auf der stärker unterteilten regionalen oder zonalen Stufe und stellen sie auch dort bereit. Zu diesen Diensten gehören Google App Engine und Google Cloud Storage Multi-Regional. Aktuell sind die verfügbaren multiregionalen Standorte die USA, Europa und Asien.

Isolation und Verfügbarkeit

Azure kombiniert Regionen, die sich auf demselben Kontinent befinden und mindestens 480 Kilometer voneinander entfernt sind, zu paarweisen Verfügbarkeitsgruppen. Die Nutzer sollen ihre Systeme und Anwendungen um diese Paare herum erstellen, um zu Verfügbarkeits- und Isolationszwecken eine Aktiv-Aktiv-Konfiguration für die Wiederherstellung zu schaffen. Außerdem haben einige Azure-Dienste, z. B. der Blob-Dienst, Replikationsoptionen, bei denen Daten automatisch über mehrere gepaarte Regionen hinweg repliziert werden.

Google verfolgt für die Cloud Platform eine ähnliche Isolations- und Verfügbarkeitsstrategie und isoliert Regionen aus Verfügbarkeitsgründen voneinander. Die Cloud Platform hat keine bestimmten regionalen Kombinationen. Wie bei Azure müssen Sie jedoch Ihre Anwendung über mehrere Regionen hinweg erstellen, wenn Sie eine hohe Verfügbarkeit erreichen möchten. Einige Cloud Platform-Dienste wie Cloud Storage Multi-Regional weisen ebenso wie Azure eine integrierte multiregionale Synchronisierung auf.

Konten und Kontingente

Damit Sie einen Azure-Dienst nutzen können, müssen Sie sich entweder für ein Azure-Konto registrieren oder Azure Ihrem vorhandenen Microsoft-Konto hinzufügen. Wenn Sie Ihr Azure-Konto eingerichtet haben, können Sie darin ein Abo erstellen und dann Dienste in diesem Abo starten. Jedes Azure-Konto kann mehrere Abonnements unterstützen und für jedes Abonnement kann bei Bedarf ein eigenes Abrechnungskonto verwendet werden.

Das Modell der Cloud Platform ähnelt dem von Azure. Sie erhalten Zugriff auf die Cloud Platform-Dienste, wenn Sie ein Google-Konto einrichten, und die Dienste werden in Projekten gestartet, die ähnlich wie die Abos in Azure funktionieren. Bei Bedarf können Sie Ihre Projekte auch nach Organisationen gruppieren. Weitere Informationen finden Sie unter Cloud Platform-Ressourcenhierarchie.

Azure und die Cloud Platform haben standardmäßige weiche Grenzen für die Dienste für neue Konten. Diese sind nicht an technische Beschränkungen für einen bestimmten Dienst gebunden. Sie dienen vielmehr dazu, zu verhindern, dass betrügerische Konten übermäßig viele Ressourcen nutzen, und um das Risiko für neue Nutzer zu begrenzen, damit sie beim Entdecken der Plattform nicht mehr als beabsichtigt ausgeben. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Anwendung über diese Beschränkungen hinausgewachsen ist, bieten Azure und die Cloud Platform unkomplizierte Wege an, mit den entsprechenden internen Teams in Kontakt zu treten, um die Beschränkungen für Ihre Dienste anzuheben.

Preise

Da die Preise dazu neigen, sich schneller zu ändern als die Kernfunktionen oder Dienste, wird bei dieser Artikelreihe nach Möglichkeit versucht, auf konkrete Preisangaben zu verzichten. In jedem Artikel wird jedoch das Preismodell hinter dem jeweiligen Dienst erklärt, wenn dies hilfreich ist. Für aktuelle Preisvergleiche zu Ihrer Lösung stehen Ihnen der Preisrechner von Azure und der Preisrechner für die Cloud Platform zur Verfügung. Mit diesen können Sie herausfinden, welche Konfiguration die höchste Flexibilität und Skalierbarkeit bietet und die niedrigsten Kosten verursacht.

Rabatte

Azure und die Cloud Platform bieten jeweils Rabatte für einen Teil ihrer Dienste, verwenden zur Berechnung allerdings unterschiedliche Methoden.

Sie können Rabatte auf verschiedene Azure-Dienste über Ihr Microsoft Enterprise Agreement erhalten, wenn Sie auf allen Maschinen eine oder mehrere Microsoft Server- oder Cloud-Komponenten mit vollständiger Software Assurance-Abdeckung installieren. Falls Sie kein Microsoft Enterprise Agreement haben, können Sie möglicherweise auch über einen Reseller Rabatte erhalten.

Die Cloud Platform bietet auf der Grundlage Ihrer monatlichen Nutzung pro Dienst Rabatte für kontinuierliche Nutzung. Bei Google Compute Engine erhalten Sie beispielsweise Rabatte für kontinuierliche Nutzung basierend auf der Gesamtzahl der Stunden, die eine bestimmte virtuelle Maschine in einem Monat läuft. Wenn Ihre Ressourcennutzung stabil und vorhersehbar ist, können Sie auch über Rabatte für zugesicherte Nutzung stark ermäßigte Preise erhalten. Je nach vereinbarter Zeitspanne können Sie im Rahmen dieser Rabatte eine bestimmte Menge virtueller CPUs (vCPUs) und Speicher mit bis zu 57 % Rabatt auf die Standardpreise erwerben.

Supportpläne

Die Supportpläne von Azure und der Cloud Platform sind unterschiedlich. Azure bündelt seine Supportebenen in fünf verschiedenen Abostufen. Diese reichen von einer kostenlosen Stufe mit nutzungsbasierter Zahlung, die grundlegenden Kontosupport und Onlinehilfe-Ressourcen bietet, bis zu Premier Support, der umfassendsten Supportstufe von Azure.

Wie Azure bietet auch die Cloud Platform Basiskontosupport und Onlinehilfe-Ressourcen kostenlos an. Die kostenpflichtigen Supportleistungen der Cloud Platform werden jedoch separat erworben und nicht zusammen mit einem bestimmten Konto oder Projekt. Weitere Informationen finden Sie unter Support.

Oberflächen zur Ressourcenverwaltung

Sowohl Azure als auch die Cloud Platform bieten Befehlszeilenschnittstellen (CLIs) für die Interaktion mit Diensten und Ressourcen. Azure bietet hierfür die Azure-Befehlszeilenschnittstelle, ein plattformübergreifendes Tool, und eine Reihe von Azure-Cmdlets, die Sie über Windows PowerShell installieren und verwenden können. Die Cloud Platform stellt eine Reihe von Befehlszeilentools und PowerShell-Cmdlets über das plattformübergreifende Toolkit Cloud SDK zur Verfügung.

Außerdem haben Azure und die Google Cloud Platform auch webbasierte Konsolen. Damit können die Nutzer Ressourcen erstellen, verwalten und überwachen. Die Konsole für die Google Cloud Platform befindet sich unter https://console.cloud.google.com/. Sie können mithilfe von Google Cloud Shell auch das Cloud SDK in Ihrem Webbrowser verwenden.

Diensttypen

Allgemein bieten Cloudplattformen eine Reihe von Basisdiensten für Computing, Speicherung, Netzwerke und Datenbanken. Zu den Basisdiensten von Azure gehören:

  • Computing: Azure Virtual Machines, Azure App Service
  • Speicherung: Azure Blob-Dienst, virtuelle Azure-Festplatten (VHDs)
  • Netzwerk: Azure Virtual Network (VNet)
  • Datenbanken: Azure Cloud SQL-Datenbank, Azure SQL Data Warehouse, Azure-Tabellenspeicher, CosmosDB

Die grundlegenden Dienste der Cloud Platform umfassen:

  • Computing: Google Compute Engine, Google App Engine
  • Speicherung: Google Cloud Storage, nichtflüchtiger Speicher in Compute Engine
  • Netzwerk: Virtual Private Cloud (VPC)-Netzwerk
  • Datenbanken: Google Cloud SQL, Google Cloud Datastore, Google Cloud Bigtable

Bei beiden Plattformen gibt es andere höherstufige Dienste, die auf diesen Diensten aufbauen. Diese höherstufigen Dienste können in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Anwendungsdienste: Dienste für die Optimierung von Anwendungen in der Cloud. Beispiele hierfür sind Azure Service Bus und Google Cloud Pub/Sub.
  • Big Data- und Analysedienste: Dienste zur Verarbeitung und Interpretation großer Datenmengen wie Azure HDInsight und Google Cloud Dataflow.
  • Verwaltungsdienste: Dienste zur Verwaltung Ihrer Anwendung und Überwachung der Anwendungsleistung. Beispiele hierfür sind Azure Application Insights und Google Stackdriver Monitoring.

Dienste im Vergleich

In der folgenden Tabelle werden die verschiedenen verfügbaren Dienste in Azure und der Cloud Platform verglichen.

Dienstkategorie Dienst Azure Google Cloud Platform
Computing IaaS Virtuelle Maschinen Compute Engine
PaaS App Service, Clouddienste App Engine
Container Azure Container Service, Azure Service Fabric Google Kubernetes Engine
Serverlose Funktionen Functions Cloud Functions
Netzwerk Virtuelle Netzwerke Virtuelle Azure-Netzwerke Virtual Private Cloud
Lastenausgleichsmodul Azure-Lastenausgleichsmodul, Anwendungsgateway Cloud Load Balancing
Dedicated Interconnect ExpressRoute Cloud Interconnect
DNS Azure DNS Cloud DNS
CDN Azure CDN Cloud CDN
Speicher Objektspeicher Azure Blob Storage Cloud Storage
Blockspeicher Festplattenspeicher Persistent Disk
Dateispeicher Azure File Storage Cloud Filestore (Beta)
Speicher mit geringer Verfügbarkeit Azure Cool Blob Storage Cloud Storage Nearline
Archivspeicher Azure Archive Blob Storage Cloud Storage Coldline
Datenbank RDBMS SQL-Datenbank Cloud SQL, Cloud Spanner
NoSQL: Schlüsselwert Tabellenspeicher Cloud Datastore, Cloud Bigtable
NoSQL: Indexiert Cosmos DB Cloud Datastore
Big Data und Analyse Batch-Datenverarbeitung HDInsight, Batch Cloud Dataproc, Cloud Dataflow
Stream-Datenverarbeitung Stream Analytics Cloud Dataflow
Stream-Datenaufnahme Event Hubs, Service Bus Cloud Pub/Sub
Analyse Data Lake Analytics, Data Lake Store BigQuery
Anwendungsdienste Messaging Service Bus Cloud Pub/Sub
Verwaltungsdienste Überwachung Anwendungsstatistiken Stackdriver Monitoring
Logging Anwendungsstatistiken Stackdriver Logging
Bereitstellung Azure Resource Manager Cloud Deployment Manager

Weitere Informationen

Computing

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