Eigene Lizenz verwenden (Bring your own license, BYOL)

Diese Seite bietet eine Übersicht über die Verwendung eigener Lizenzen (Bring your own License, BYOL) in Compute Engine mithilfe von Knoten für einzelne Mandanten und mit dem Feature für direkte Neustarts. Überprüfen Sie vorab Ihre Lizenzbedingungen, um festzustellen, ob die Lizenzanforderungen für das Verwenden Ihrer eigenen Lizenz in Compute Engine erfüllt sind. In der Anleitung wird Schritt für Schritt gezeigt, wie Sie Ihre eigene Lizenz verwenden können.

Wenn Betriebssystemlizenzen vorhanden sind, können Sie diese mithilfe von Knoten für einzelne Mandanten zu Compute Engine übertragen und gleichzeitig die Nutzung des physischen Kerns mit dem Feature für den direkten Neustart minimieren. Die Knoten für einzelne Mandanten sind physische Compute Engine-Server, auf denen VM-Instanzen ausschließlich für Ihr Projekt gehostet werden. Wenn Sie den direkten Neustart auf Knoten für einzelne Mandanten aktivieren, minimiert Compute Engine die Anzahl der physischen Server, auf denen Ihre VM ausgeführt wird. Die VM wird dazu nach Möglichkeit immer auf demselben Server neu gestartet. Wenn ein Neustart von VMs auf demselben physischen Server nicht möglich ist, z. B. weil auf dem physischen Server ein kritischer Hardwarefehler aufgetreten ist, werden Ihre VMs auf einen anderen Server migriert. Compute Engine weist dann eine neue ID für den physischen Server zu und übergibt diese. Die alte Server-ID wird dauerhaft verworfen.

Dies ist besonders bei Hostwartungsereignissen hilfreich. Anstatt live auf einen neuen physischen Server zu migrieren, wird die VM von Compute Engine beendet und auf demselben Server neu gestartet. Beachten Sie, dass VMs für die Wartung offline geschaltet werden und dann nicht verfügbar sind.

Das Hosten von Instanzen auf Knoten für einzelne Mandanten bietet die folgenden Vorteile:

  • Ihre VMs werden auf Hardware ausgeführt, die ausschließlich für Ihr Projekt reserviert ist.
  • Die Anzahl der physischen Server, die Ihre VM-Instanzen bei Wartungsereignissen in Anspruch nehmen, wird minimiert.
  • Die Nutzung pro Socket und pro Kern kann für Lizenzberichte verfolgt werden.
  • Die Knotenplatzierung kann gesteuert werden, sodass sich Ihre VMs für einen Knoten für einzelne Mandanten oder für mehrere übereinstimmende Knoten planen lassen.
  • Es werden Berichte zur Servernutzung unterstützt, mit denen Compute Engine die Ereignisse erfasst, bei denen Instanzen auf einem bestimmten Server unter Verwendung einer Server-ID erstellt oder gelöscht werden. Mit diesen Informationen kann in Kombination mit den physischen Eigenschaften des Servers die Lizenznutzung dokumentiert werden.
  • Sie können Ihre eigenen Lizenzen für Windows Server und Windows-Clients verwenden.

Vorhandene Lizenzen für Windows-Anwendungen wie SharePoint Server, MS Exchange Server usw. können stattdessen mithilfe von License Mobility auf der Google Cloud Platform bereitgestellt werden. Weitere Informationen finden Sie unter häufig gestellte Fragen.

Kompatible Betriebssystemversionen

Der aktuelle Workflow für den Image-Import in Compute Engine wurde auf Kompatibilität mit den folgenden Betriebssystemversionen getestet:

  • Windows Server 2008 R2 SP1, 2012, 2012 R2, 2016
  • Windows 7 SP1 x64, 10 Enterprise x64

Wenn Sie Windows 7 SP1 oder Windows 2008 R2 verwenden möchten, muss Ihr Image die SHA2-Signatur unterstützen, da Compute Engine-Treiber mit SHA2 signiert sind. Außerdem können bestimmte Agenten von Cloud-Drittanbietern den Workflow der Compute Engine-Treiberinstallation beeinträchtigen. Sie sollten deshalb vor dem Import entfernt werden.

Preise und Verfügbarkeit

Dieses Feature ist in allen Regionen verfügbar, in denen Knoten für einzelne Mandanten unterstützt werden. Die vollständige Liste finden Sie in der Übersicht zu Regionen und Zonen.

Für die Verwendung eigener Lizenzen in Compute Engine fallen keine zusätzlichen Gebühren an.

Lizenzierung und Aktivierung

Informieren Sie sich, bevor Sie Ihre eigene Lizenz mit Knoten für einzelne Mandanten verwenden (Bring your own License, BYOL), über die Lizenzbedingungen für Ihr Produkt.

Darüber hinaus müssen Sie Ihr Gast-Image für BYOL gemäß Ihren Vereinbarungen vorbereiten. Wenn Sie öffentliche Compute Engine-Images nutzen, werden den VM-Instanzen, die solche Images verwenden, die Pay-As-You-Go-Lizenzen der Google Cloud Platform (GCP) hinzugefügt. Sie können diese VM dann später nicht mehr für die Verwendung eigener Lizenzen ändern.

Im Gegensatz zu Premium-Images, bei denen Compute Engine die Lizenzaktivierung übernimmt, müssen Sie die Lizenzaktivierung für importierte Images selbst ausführen. Lizenzen können nicht mit dem Lizenzserver von Compute Engine aktiviert werden. Die Vorbereitung der Infrastruktur für die Aktivierung, z. B. die Festlegung eines KMS-Servers und der Netzwerkverbindung, sowie die Aktivierung Ihrer Lizenz muss deshalb von Ihnen übernommen werden.

Überlegungen zu Arbeitslasten

Für die Verwendung Ihrer eigenen Lizenz wird dringend empfohlen, die folgenden Abschnitte zu studieren. Sie sollen Ihnen dabei helfen, die optimale Arbeitslast für dieses Feature zu ermitteln.

Voraussichtliche Ausfallzeit

Mit diesem Feature können Sie direkte Neustarts für Ihre VM-Instanzen festlegen, die auf Knoten für einzelne Mandanten ausgeführt werden. Das bedeutet, dass bei Wartungsereignissen die ausgeführte Instanz nicht live auf einen anderen Computer migriert und Ihre Lizenz nicht auf einem anderen physischen Server verfügbar gemacht wird. Stattdessen wird die Instanz beendet und nach Möglichkeit auf demselben physischen Server neu gestartet. Wenn dieser Server nicht mehr verfügbar ist, startet Google Ihre VMs auf einem neuen dedizierten Server neu und übergibt die Server-ID.

Google führt durchschnittlich ein Wartungsereignis pro Monat durch. Das bedeutet, dass die VMs auf Ihrem Server wartungsbedingt einmal im Monat ausfallen. Jede Wartung dauert ungefähr 60 Minuten, wobei dies situationsabhängig variieren kann, z. B. je nach Art der Wartung oder ob es sich um ein Patching-Ereignis handelt usw.

Aufgrund dieser voraussichtlichen Ausfallzeit empfiehlt Google, Arbeitslasten zu verwenden, auf die sich die mit diesen Wartungsereignissen verbundenen Ausfallzeiten nicht auswirken.

Migration des physischen Servers

In seltenen Fällen muss Compute Engine einen physischen Server etwa wegen eines kritischen Hardwarefehlers außer Betrieb setzen und Ihre VMs auf einen anderen zugrundeliegenden Server verschieben. In solchen Situationen startet Compute Engine Ihre VMs auf einem neuen physischen Server neu und weist eine neue physische Server-ID für einzelne Mandanten zu. Die VMs werden dann auf dem neu bereitgestellten physischen Server noch einmal gestartet. Der Nutzer muss dazu das VM-Attribut --restart-on-failure angeben. In diesem Fall wird die vorherige physische Server-ID des einzelnen Mandanten nicht mehr verwendet.

Weitere Informationen

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