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Datenanalysen

Vodafone stellt anonymisierte Mobilfunkdaten zur Verfügung, um die Ausbreitung von COVID-19 zu verfolgen

3. Februar 2022
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Laurence Lafont

Vice President, Strategic Industries EMEA

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Anmerkung der Redaktion: Die Europäische Kommission hat Vodafone als größtes europäisches Mobilfunkunternehmen im Kampf gegen COVID-19 um Einblicke in die Bevölkerungsbewegungen in der EU und in Großbritannien gebeten. Das Unternehmen stellte daraufhin anonymisierte, auf der Nutzung seines Mobilfunknetzes basierende Erkenntnisse zur Verfügung. Hier erfahren Sie, wie Vodafone mit Google Cloud in kurzer Zeit und unter Wahrung der Privatsphäre seiner Kundinnen und Kunden den Kampf gegen die Ausbreitung des Virus unterstützen konnte.

Mit dem Auftreten von COVID-19 Anfang 2020 wusste die Europäische Kommission – das Exekutivorgan der Europäischen Union –, dass Technologie bei der Bekämpfung der Pandemie eine wichtige Rolle spielen würde. Nachdem in den Mitgliedstaaten Lockdowns verhängt wurden, wollte die Kommission die Ausbreitung von COVID-19 vorhersagen und verhindern, um so die damit verbundenen sozialen, politischen und finanziellen Auswirkungen bewältigen zu können.  

Mobilfunkdaten zur COVID-19-Nachverfolgung in der EU

Mobilfunknetze erzeugen Standortdaten, die – in anonymisierter Form – wertvolle Erkenntnisse liefern können, um Bevölkerungsbewegungen innerhalb eines geografischen Gebiets nachzuvollziehen. Die Europäische Kommission hat in Zusammenarbeit mit dem Mobilfunkverband GSMA (Groupe Speciale Mobile Association) die großen europäischen Mobilfunkbetreiber im Kampf gegen COVID-19 um Hilfe gebeten. Als größter Mobilfunknetzbetreiber in der EU wollte Vodafone hier einen entscheidenden Beitrag leisten. 

Vodafone hatte bereits Erfahrungen mit der Nutzung von Mobilfunkdaten zur Unterstützung der Pandemieforschung aufzuweisen. So stellte das Unternehmen 2019 Mobilitätsmusteranalysen bereit, um die Ausbreitung von Malaria in Mosambik nachzuverfolgen. Bereits in der Frühphase der Corona-Pandemie, noch vor der Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission, unterstützte das Unternehmen die italienische und die spanische Regierung dabei, die Mobilitätsmuster ihrer Bürgerinnen und Bürger zu verstehen. In einer Reihe von Ländern bot Vodafone zuvor anonymisierte und aggregierte Daten zur Mobilität der Bevölkerung für öffentliche Verkehrs- und Tourismusbehörden sowie Einzelhandelsorganisationen an. Vodafone war also bestens aufgestellt, die Europäische Kommission bei der Bekämpfung der Pandemie tatkräftig zu unterstützen. 

Als das Unternehmen von der Europäischen Kommission um Hilfe gebeten wurde, galten die ersten Überlegungen der Frage, wie die Daten auf sichere Weise mit der Behörde geteilt werden könnten, ohne das individuelle Reiseverhalten der eigenen Kund*innen preiszugeben. Die Lösung waren ausgeklügelte Anonymisierungs- und Aggregierungsverfahren, bei denen Daten von mindestens 50 Nutzer*innen jeweils zusammengefasst wurden. Nur diese anonymen Informationen wurden an die Kommission weitergegeben; zu keinem Zeitpunkt wurden Rohdaten übermittelt. Wie von der EU vorgeschrieben, wurden diese Erkenntnisse dann auf eine große geografische Region übertragen – in der Regel eine Stadt oder einen Landkreis mit Tausenden von Einwohner*innen.

Anhand dieser Einblicke lässt sich feststellen, wie sich Menschen bewegen und wie sich Lockdowns und Selbstisolation auf ihr Verhalten auswirken.

Erfassung und Speicherung von Mobilitätsdaten mit Google Cloud

Im April 2020 begann Vodafone mit der Migration seines Betriebs, einschließlich seiner mobilen Daten, in die Google Cloud auf Servern in Europa und Großbritannien – mit ausgefeilten Sicherheitsvorkehrungen sowie der Verschlüsselung, aufbauend auf einer früheren Partnerschaft. 

Da die Daten in den Rechenzentren der EU und Großbritanniens und nicht in den Vereinigten Staaten gespeichert sind, konnte Vodafone anonyme Erkenntnisse aus Google Cloud Storage abrufen. Bevor Vodafone jedoch Informationen an die Europäische Kommission weitergab, validierte das Unternehmen die Daten mit Dataflow und machte eine Reihe von Tests. So wurde sichergestellt, dass die Datenbank korrekte Daten enthielt, bevor die relevanten Metriken aufgenommen und archiviert wurden. Für den sofortigen Zugriff wurden die Daten dann der Europäischen Kommission über eine Redis-Datenbank auf der Google Kubernetes Engine zur Verfügung gestellt.

Mit Google Cloud Armor wurden alle Zugangspunkte zum Frontend auf bestimmte IP-Adressen beschränkt, so dass die aggregierten Daten der Vodafone-Kund*innen stets sicher und anonym waren. Mithilfe dieser Tools wurden vordefinierte Leistungsindikatoren aus dem jeweiligen europäischen Markt über nahtlose Datenpipelines eingespeist. Maßnahmen zur Datenqualitätssicherung sorgten für eine einheitliche Definition der Kennzahlen, sodass die verschiedenen Märkte genau miteinander verglichen werden konnten.

Die folgende Grafik zeigt, wie Vodafone seine Daten in Google Cloud integrierte und anonymisierte.

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Bevölkerungsmobilität in Echtzeit übermitteln

Mit seinen in Google Cloud integrierten Daten erstellte Vodafone ein interaktives Dashboard, um Mobilitätsmuster zu verfolgen und der Europäischen Kommission relevante Informationen in Echtzeit zu übermitteln. 

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission konnte diese Erkenntnisse mit den Gesundheitsdaten abgleichen und so erkennen, wo die Mobilität der Bevölkerung die Ausbreitung der Krankheit begünstigte. Auch die Auswirkungen von Lockdowns auf verschiedene Bevölkerungsgruppen konnten bewertet und die Krankheitsausbreitung länderübergreifend prognostiziert werden.

Mobile Daten zur Modellierung von Krankheiten

Die Vodafone-Daten wurden auch für eine Modellierung des wahrscheinlichen Krankheitsverlaufs herangezogen. Die Universität Southampton in Großbritannien nutzte sie beispielsweise, um das Ergebnis von koordinierten Beendigungsstrategien der Pandemielage in Europa vorherzusagen. Ein entsprechender Forschungsbericht wurde im September 2020 im Science Magazine veröffentlicht. 

Das Vodafone-Daten-Dashboard wird auch weiterhin von Organisationen, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen genutzt, um die Auswirkungen der Pandemie genauer zu untersuchen und die Wirksamkeit von Reaktionsstrategien neben der Umsetzung von Impfprogrammen zu messen. Für dieses Projekt erhielt Vodafone einen DataIQ-Award für das effektivste Stakeholder-Engagement

Mit den Erkenntnissen aus diesem Projekt konnte das Unternehmen seine eigene B2B-Lösung Vodafone Analytics anpassen, indem es den Code für den Betrieb auf der Google Cloud Platform anpasste und migrierte. Die Lösung wurde bereits in Deutschland, Griechenland, Portugal und Südafrika eingeführt, und täglich kommen weitere Länder hinzu (Stand: 24. November 2021). Vodafone Analytics wird von mehr als 100 Kunden für eine Vielzahl von Anwendungsfällen genutzt – der italienische Modehändler OVS setzt es für seinen intelligenten Einzelhandelsbetrieb ein, während das globale Immobilienunternehmen, JLL es verwendet, um die Passantenfrequenz in seinen Immobilien zu messen. 

Vodafone und Google Cloud arbeiten zusammen, um auch weiterhin Organisationen, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen dabei zu helfen, die anhaltende Pandemie zu bewältigen, ihre Abläufe zu optimieren und dem Gemeinwohl zu dienen, ohne die Grundrechte des Einzelnen auf Datenschutz zu verletzen.

Um mehr über Google Cloud und Vodafone zu erfahren, sehen Sie sich unser vollständiges Interview hier an.

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